German High Roller – Der Jachtmann-Blowup

Jan Jachtmann2013 WSOP EuropeEV041500 PLOFinal TableGiron8JG0715

Gestern gerieten Jan-Peter Jachtmann und Pius Heinz bei German High Roller ordentlich aneinander. In einem Pot rief Leon aus Spaß Time, nachdem er All-In gegangen war und Jachtmann etwas länger überlegte. Als Pius dann sagte: „Noch 45 Sekunden“ flippte der Hamburger Jung aus.

Erste Hand All-In

Beim Lineup gab es dieses Mal kleine Veränderungen. Während wir Pius Heinz, Johannes Strassmann, Quirin Zech, Leon Tsoukernik, Scott Hanna und Dario Wyler allesamt schon zuvor gesehen hatten, nahmen mit Besim Hot und Jan-Peter Jachtmann zwei neue Spieler in der elitären Runde Platz. Jonas Kronwitter war zuvor mit einem satten Gewinn aufgestanden.

Die Sendung begann mit einem Knall. Bereits in der ersten Hand kam es zum All-In. Leon hatte Preflop mit Q Q auf 2400 geraist. Quirin Zech, wachte im Straddle mit A K auf und machte die 3-Bet auf 9000, woraufhin Leon mit 19.400 All-In ging und Quirin instacallte.

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So sah die Besetzung der dritten Folge aus.

Somit lagen gleich zu Beginn 41.500 Schweizer Franken in der Mitte und es war ein klassicher Coinflip.

Quirin, für den die 13 (13. Staffel) bisher eine Unglückszahl war, und der vor dieser Hand mit einem Minus von CHF50.900 größter Verlierer war, traf gleich im Flop das Ass. Möglicherweise der Beginn eines großen Comebacks...

Big Scotty bustet Jachtmann und Tsoukernik

Der nächste Riesenpot ließ nicht lange auf sich warten. Scott Hanna eröffnete mit einem Raise auf 2400 und bekam mit Jan und Leon zwei Caller.

Der Flop war mit      

durchaus interessant, da nicht nur eine Straight möglich war, sondern auch ein Flushdraw lag. Außerdem trifft dieser die Callingrange von Leon zeimlich genau. In der Tat pushte Tsoukernik von vorne All-In und das für mehr als dreimal Pot!

Jan, der nur noch 7300 behind hatte zahlte mit    

Deutlich schwieriger war da schon die Entscheidung für Scott:

Er hielt     und sah sich mit zwei All-Ins konfrontiert.

Alles andere als ein einfacher Call auf einem sehr drawlastigen Board, welches zu Leons Range passt wie die Faust aufs Auge.

Wer Big Scotty kennt, der weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Amerikaner ein Overpair foldet, wohl nicht viel höher ist als dass in seinem Heimatland ein Frau Präsident wird.

So kommt es dann auch und er callt.

Leon dreht     für Bottom Pair und Gutshot um

und tatsächlich ist Hanna mit 63% klarer Favorit. Leon und Jan haben nur 19 bzw. 18% Gewinnwahrscheinlichkeit, da sie sich die Outs gegenseitig wegnehmen.

Der Turn   und River   ändern nichts und Scott gewinnt einen CHF59.200 großen Pot, während Jan und Leon nachkaufen müssen.

Starker Strassmann

Johannes Strassmann überzeugt bisher mit sehr starkem Spiel. Seine Vorgehensweise an dem hyperloosen Tisch ist überaus intelligent, denn zunächst hielt er sich zurück und baute sich ein tightes Image auf, von dem er nun profitiert. Die anderen geben ihm eine Menge Respekt und er pickt seine Spots sehr genau, sodass er mit einigen krassen Bluffs davonkommt:

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Johannes Strassmann überzeugt bisher mit starkem Poker.

Scott hatte mit A J erhöht und bekam vier Caller, darunter Johannes mit 3 4 wodurch der Pot schon auf CHF8200 anwuchs.

Auf dem Flop von 7 A 5 trifft Scott und bettet mit 7400 fast Potsize. Alle folden bis auf Strassmann, der mit seinem doppelten Gutshot dabei bleibt. Pot: 23000

Am Turn kommt die 3, die Strassmann zu seinem doppelten Bauchschuss auch noch ein Paar bescherrt. Und nun wird es interessant, denn Hanna macht mit 8800 eine recht kleine Bet, die auf dem gefährlichen Board ziemlich schwach wirkt. Das sieht wohl auch Johannes so und geht mit 43000 All-In.

Ein fantastischer Move von Johannes, aus zwei Gründen:

1.       Das sieht unglaublich stark aus, da er ein Set genau so spielen würde und somit eine Menge Fold Equity hat.

 2.       Selbst wenn er gecallt wird, hat er immer noch Outs zur Straight und möglicherweise auch zu Two Pair und Trips.

Scott geht die Hand noch einmal laut durch: „Call on the flop. You are too good Mr. Strassmann, only hand you can have is a set of fives.”

Nach langem Überlegen foldet Scotty seine Hand und Johannes gewinnt einen schönen Pot. Wie genial das gespielt ist wird einem erst bewusst, wenn man weiß wie sehr es Hanna hasst zu folden und wie schwer es ist ihn von Toppair runterzudrücken.

Dank einiger schöner Moves und guten Startthänden hat sich Johannes inzwischen mit einem satten Plus von CHF90.750 heimlich, still und leise zum größten Gewinner gemausert.

Jachtmann rastet aus

Nicht nur am Tisch flogen gestern die Fetzen, sondern auch zwischen zwei Teilnehmern. Vorausgegangen war, dass Leon in einer Hand gegen Jan auf dem Flop All-In gegangen war und dann Time rief als Jachtmann etwas länger überlegte, woraufhin dieser schon das Gesicht verzog.

„45 Sekunden kannst du jetzt überlegen,“ fügte er lachend hinzu. Leon meinte das wohl im Spaß, denn er lachte dabei. Außerdem wollte er Jan zu einem Call bewegen, da er auf einem recht trockenen Board Trips gefloppt hatte.

jan peter jachtmann
Jan-Peter Jachtmann verstand keinen Spaß.

Pius Heinz, den das Ganze sichtlich amüsierte sagte kurz darauf: „Noch 45 Sekunden“.

Daraufhin ging Jachtmann in bester Phil Hellmuth Manier zur Belustigung des ganzen Tisches an die Decke: „Was soll das? Der Pius macht jetzt Time für Leon, seit ihr nicht ganz dicht oder was?

Dann fegte er den Weltmeister an: „Red nicht so ne Scheiße. Was willst du überhaupt? Bleib erstmal so lange im Pokerbusiness wie ich, dann rede mit mir. Du bist ein kleiner verzogener Bengel!“

Anschließend verließ Jan seinen Platz und suchte Trost bei der schönen Hostess an der Bar. Leon wurde nun klar, was er da verursacht hatte und er schob lachend ein: „Alles richtig gemacht und auch noch gewonnen,“ hinterher.

Es brennt also die Luft bei German High Roller und man darf gespannt sein, wie sich das Ganze auf die Dynamik am Tisch auswirken wird.

Der Stand nach Folge 3:

  1. Johannes Strassmann: +90.750
  2. Jonas Kronwitter: +56.500
  3. Scott Hanna: +5.200
  4. Jan-Peter Jachtmann: +1.950
  5. Besim Hot: -11.400
  6. Quirin Zech: -13.000
  7. Urs Keller: -20.000
  8. Dario Wyler: -21.100
  9. Pius Heinz: -31.150
  10. Leon Tsoukernik: -47.540

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