George Danzer down under – „Ich bin zum Grinden hier!“

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George Danzer ist nach Australien geflogen, um sich einen Traum zu erfüllen: Er will den Titel „WSOP Spieler des Jahres“ gewinnen.

George Danzer hat bereits mehrfach die Leaderboards von SCOOP und WCOOP dominiert, aber in diesem Jahr hat er erstmals die Chance, einen Titel als Live-Spieler des Jahres zu gewinnen.

Momentan liegt Danzer in der Wertung zum „Player of the Year“ auf Platz zwei, nur 7,2 Punkte hinter Brandon Shack-Harris.

Das bedeutet, dass jeder Min-Cash ausreichen würde, um den ersten Platz zu erobern. Natürlich nur, wenn die anderen Spieler scheitern.

PokerListings traf George Danzer an Tag 1A des ersten Turniers der WSOP APAC, dem $1100 NLHE Accumulator, und sprach mit ihm über das Wettrennen gegen Shack-Harris.

PL: Wie wichtig ist der Titel WSOP Spieler des Jahres? Ist er der Grund, warum du hier bist?

GD: Ja, es ist wahrscheinlich der einzige Grund (lacht). Es stehen so viele Turniere an, dass ich kaum für etwas Anderes Zeit haben werde.

Ich werde im Januar zurückkommen, um ein bisschen mehr vom Land zu sehen.

Jetzt habe ich erstmal zehn Turniere geplant. Ich werde so viel spielen wie ich kann und so viele Punkte sammeln wie möglich.

PL: Online hast du schon eine Reihe von POY-Erfolgen verzeichnet. Wie fühlt sich das jetzt im Vergleich an?

GD: Ganz ähnlich. Die SCOOP ist mit der WSOP in Las Vegas vergleichbar, zumindest was die Zeit betrifft, mit man mit Poker verbringt.

Ob man dabei vor dem Computer sitzt oder am Tisch, macht keinen großen Unterschied. Ich spiele lieber live, weil man dann den direkten Kontakt zu den anderen Spielern hat. Das ist besser als alleine zuhause zu sein.

Trotzdem ist es ähnlich. Man ist viel beschäftigt und hat nur wenige Pausen.

Wenn es läuft, fühlt man sich gut. Wenn nicht, wird es richtig hart.

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Der Iro ist seit einiger Zeit Danzers Markenzeichen.

Ich spiele aber lieber jeden Tag ein Turnier, als ständig unterwegs zu sein.

Der Zeitplan ist ziemlich eng. Das geht ein paar Wochen lang, bevor ich Zeit habe, mich auszuruhen. Aber ich mag das, wenn es jeden Tag weitergeht.

PL: Du liegst direkt hinter Brandon Shack-Harris. Ändert das deinen Spielstil? Gehst du erstmal auf den Min-Cash?

GD: Ich glaube, nicht, dass die Situation sich auf mein Spiel auswirkt, denn ich habe mich gut vorbereitet.

Ich habe die WCOOP gespielt. Ziemlich viele Turniere. Ich habe die ganze Bandbreite der möglichen Situationen erlebt.

Nach der WSOP war ich ein bisschen eingerostet, aber jetzt bin ich wieder voll im Spiel.

Ich werde hier genau so spielen wie online und versuchen, so wenige Fehler wie möglich zu machen. Das heißt nicht, dass ich tight spiele, aber es heißt, dass ich keinen Chip verschenke.

Wenn es auf die Bubble zugeht – na ja, dann werde ich ziemlich tight, weil ich ein ICM-Spieler bin. Die Mathematik sagt, dass es in dieser Situation richtig ist, tight zu spielen.

Das ist aber nicht entscheidend. Wenn wir beide denselben Finaltisch erreichen, dann könnte das entscheidend werden.

Es müsste schon eine besondere Situation eintreten. Wenn wir beide einen Min-Cash erreichen, bekommen wir auch gleich viele Punkte. Das wird es wohl nicht entscheiden.

Ich werde einfach versuchen, in jedem Turnier so weit wie möglich zu kommen.

PL: Spürst du großen Druck?

GD: Nicht mehr als bei der WSOP. In jedem Turnier lastet Druck auf einem. Das Wettrennen um den Spieler des Jahres ist nur ein zusätzlicher Anreiz.

Wenn ich in einem Turnier sitze, spiele ich jede Hand für sich. Ich plane nicht voraus. Es geht immer Hand für Hand.

Hinterher sehe ich mir meine Ergebnisse an und bewerte sie.

PL: Wirst du Brandon Shack-Harris genau im Auge behalten?

GD: Ich konzentriere mich hauptsächlich auf mein eigenes Spiel, aber ich werde ihn schon im Auge behalten, falls er einen großen Stack aufbaut.

In einem großen Turnier wie dem Accumulator werde ich eher nicht versuchen, ihn zu finden, aber in einem kleinen Mixed Turnier mit nur drei Tischen behalte ich  seinen Stack natürlich schon im Blick.

PL: Du wurdest in Brasilien geboren, bist aber in Deutschland aufgewachsen. Wie hast du dich gefühlt, als Deutschland Brasilien bei der WM 7:1 geschlagen hat?

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Brandon Shack-Harris ist der Mann, den es zu schlagen gilt.

GD: Die Sache ist die, dass ich nicht nur in Deutschland, sondern auch in Portugal aufgewachsen bin. Ich muss also gleich drei Länder beobachten. Wenn die gegeneinander spielen, bin ich hin- und hergerissen.

Das Gute daran ist, dass eine der Mannschaften bei der WM eigentlich immer weit kommt.

Aber dann kommt es eben darauf an. Auf die Teams, auf die Situation. Ich überlege mir, für wen ich bin.

In diesem Jahr hat mir Portugal zum Beispiel gar nicht gefallen. Die Mannschaft war ein Chaos. Christiano Ronaldo ist zu eingebildet. Das war gar nichts.

Ich habe zu Brasilien und Deutschland gehalten. Als es dann gegeneinander ging … ich wusste gar nicht, was ich denken sollte.

Ich war froh, als es vorbei war und eine Mannschaft das Finale erreicht hatte. Ich war gelichzeitig froh und traurig.

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