„Poker ist eine feste Größe in Deutschland“

George Danzer, EPT Berlin 2013
George Danzer bei der EPT in Berlin.

George Danzer über Heimspiele, Prop und Cross Bets, German High Roller und sein eigenes Casino.

PZ: Heim-EPT in Berlin. Ein besonderer Ansporn?

GD: Unbedingt. Das Turnier hier steht für mich auf derselben Stufe wie das Grand Final in Moaco und ist für mich definitiv wichtiger als die anderen Turniere in Europa.

Events wie der Berlin Cup und die zahllosen Live- und Onlie-Qualifier machen die Veranstaltung jetzt für noch mehr Spieler interessant. Man sieht, dass Poker eine feste Größe in Deutschland geworden ist.

Einen Abschwung kann ich jedenfalls nicht erkennen.

PZ: Zieht man sich da gegenseitig auf? Prop Bets oder Ähnliches?

GD: Ich selbst bin kein großer Fan davon, aber das kommt schon vor. Am häufigsten sind last longer Bets und Cross Bets, falls man sich nicht leiden kann.

George Danzer, EPT Berlin 2013
In vielen Casinos werden Pokerspieler einfach schlecht behandelt.

PZ: Wie bitte?

GD: Cross Bets sind praktisch das Gegenteil von Shares. Man wettet darauf, dass der Andere nicht ins Geld kommt. Machen zwei Spieler zum Beispiel eine 10% Cross Bet, und einer von beiden gewinnt 100.000 Euro, muss der andere ihm noch 10.000 Euro draufzahlen.

PZ: High Roller gelten ja als eher entspannt. Das passiert also hauptsächlich auf niederigeren Limits?

GD: Im Gegenteil. Man muss sich ja nur mal Sachen ansehen wie die Challenges von Tom Dwan und  Jungleman.

Gerade die Spieler auf den höchsten Limits wollen sich gegenseitig beweisen, wer der beste ist.

PZ: Die German High Roller finden seit Neuestem im King’s Casino Rozvadov statt. Wieso eigentlich?

GD: Wie das genau abgelaufen ist, weiß ich nicht, aber der Standort ist jedenfalls gut gewählt.

Meiner Ansicht nach ist das King’s eines der besten, wenn nicht sogar das beste Casino in Europa, vor allem, was die Behandlung der Spieler angeht.

In den meisten Casinos wird man einfach nicht gut behandelt.  Da gelten Automatenspieler, die ein paar hundert Euro an den Slots verliert, einfach als profitabler als Pokerspieler, und entsprechend geht man mit ihnen teilweise miserabel um.

Jedesmal wenn ich so etwas erlebe, überlege ich, selbst einmal ein Casino aufzumachen. Eigentlich ist es ja das beste, was einem Casino passieren kann: Wenn Spieler die Verantwortung übernehmen.

kings casino
King's in Rozvadov - das beste Casino Europas?

Dann ist nämlich sichergestellt, dass alles getant wird, damit es den Spielern gut geht. Und das würde sich auf die Dauer auszahlen.

PZ: Das King’s Casino hat in der ersten Zeit ja auch häufig draufgelegt und zeitweise große Turnier-Overlays bezahlt. Inzwischen läuft es dort aber ausgezeichnet.

GD: Da haben sie es eben auch verstanden. Es gibt inzwischen nicht nur ein sehr gutes Turnierangebot, sondern da stimmt auch die Gastronomie und das ganze Drumherum.

PZ: Die GHM haben sich von einer kleinen gruseligen Show zu einer Klasseveranstaltung entwickelt, bei der sechsstellige Pots gespielt werden. Wo soll das noch hinführen?

GD: Wir haben mit dieser Sendung jetzt ein Niveau erreicht, dass sich hinsichtlich der Spielqualität auch vor den großen amerikanischen Shows nicht verstecken braucht, auch wenn da die Pots noch größer sind.

PZ: Sollte man mehr internationale Beteiligung ins Ausge fassen? Tony G. war ja jetzt auch dabei.

GD: Tony G. spricht aber auch deutsch. Die German High Roller werden für das deutsche Fernsehen produziert, und deshalb wird die Sprache am Tisch auch weiterhin Deutsch sein.

Ich persönlich bin sehr gerne dabei und freue mich jedesmal, wenn ich eine Einladung bekomme. Da ein Teil der Spieler aber immer wieder ersetzt wird, weiß man vorher nie, wer eingeladen wird.

PZ: Wie groß ist eigentlich die Gefahr, dass man Spieler „soft“ spielt,  mit denen man befreundet ist?

GD: Das gibt es eigentlich überhaupt nicht. Als Pokerspieler muss man ganz klar trennen, was am Tisch und außerhalb passiert. Es ist eher so, dass man gegen Freunde noch härter spielt.

George Danzer
Danzer bei den GHR - Klasseshow mit internationalem Format.

Mir ist jedenfalls noch nie Softplay vorgeworfen worden. Im Gegenteil, mir wurde mal vorgeworfen, nicht soft genug zu spielen, weil ich mich geweigert hatte, eine Hand bis zum River durchzuchecken, weil einer der Beteiligten schon all-in war.

PZ: Keine Bedenken, einem Freund das ganze Geld abzunehmen?

GD: Nein. Aber auf der anderen Seite lässt man auch niemanden hängen, der kein Geld mehr hat. Die deutsche Spieler-Community hält überdurchschnittlich stark zusammen. Da hilft man sich gerne gegenseitig.

Und wenn Spieler aus dem Rampenlicht verschwinden, heißt das auch nicht automatisch, dass sie broke sind. Man denke zum Beispiel an Sebastian Ruthenberg, der gerade in die Gastronomie einsteigt.

Ich habe einige Freunde, die sich ganz freiwillig aus der Pokerszene zurückgezogen haben.

PZ: Wie sieht die nahe Zukunft aus?

GD: Stressig! Nach der EPT Berlin spiele ich noch in Spanien, dann folgt direkt das Grand Final, und dann kommen zwei Wochen Dauerpoker online bei der SCOOP. Danach geht es dann direkt weiter nach Las Vegas.

In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, so viele Turniere wie möglich zu spielen, und ich werde auch die ganzen sieben Wochen dort sein.

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