George Danzer: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen”

George Danzer mit zwei seiner drei Bracelets

George Danzer hat ein unglaubliches Jahr. Am Sonntag gewann er bei der WSOP APAC sein drittes Bracelet in 2014 und stieg damit in den elitären Club der dreifachen Bracelet-Gewinner auf. Nun steht er kurz davor als erster Deutscher überhaupt WSOP Player of the Year zu werden. Wir haben uns mit ihm kurz nach seinem historischen Sieg in Melbourne unterhalten.

Spannendstes WSOP Player of the Year-Rennen aller Zeiten

George ist trotz seiner erst 31 Jahre schon seit neun Jahren regelmäßiger Teilnehmer an Pokerturnieren in der ganzen Welt. In der Vergangenheit scheiterte er unzählige Male ganz knapp vor dem großen Erfolg, nun scheint alles zurückzukommen.

Nach einer grandiosen WSOP in Las Vegas befand sich Danzer in der Player of the Year-Wertung ganz knapp hinter Brandon Shack Harris. Deshalb entschied er sich nach Australien zur WSOP APAC zu reisen, dort so viele Turniere wie möglich zu spielen und sich den prestigeträchtigen Titel zu holen.

Es entwickelte sich das spannendste POY-Rennen, das es wohl jemals gegeben hat. Gleich zum Auftakt übernahm George mit einem Cash beim $1.100 Accumulator die Führung, doch dann schlug Brandon mit einem Final Table bei Event #4, dem $1.650 No-Limit Hold’em Terminator zurück.

George Danzer und Brandon Shack-Harris
George Danzer und Brandon Shack-Harris liefern sich ein erbittertes Duell um den prestigeträchtigen WSOP Player of the Year-Titel

George ließ sich davon nicht beirren und gewann bei Event # 8, dem $5.000 8-Game, bereits sein drittes Bracelet in diesem Jahr.

Damit baute er seine Führung in der POY-Wertung auf 116.8 Punkte aus und steht nun kurz davor als erster Deutscher überhaupt Player of the Year zu werden, denn Brandon Shack-Harris muss nun mindestens Achter beim Main Event werden um wieder vorbeizuziehen.

Hier findet ihr die genaue Formel wie sich die Punkte bei der Player of the Year-Wertung berechnen.

Update POY-Rennen: George ist vorhin beim Main Event gebustet und Brandon Shack-Harris ist bei einem Average von 135.205 mit 114.500 noch pasabel dabei. Also heißt es weiterhin zittern. Wir werden euch auf PokerZeit.com informieren sobald etwas Entscheidendes passiert!

Das Interview 

PZ: Wie fühlst Du Dich jetzt? Erleichtert?

George Danzer: Großartig. Von so etwas träumt man. Ich hatte schon in Vegas eine fantastische World Series in Las Vegas und bin hier hergekommen, um Spieler des Jahres zu werden. Das Bracelet ist ein super Bonus.

Ich wollte in dem Turnier unbedingt Sechster werden. Ich war die ganze Zeit über short und habe auf der Bubble extrem tight gespielt, denn der sechste Platz war so wichtig um die Führung in der POY-Wertung zu übernehmen.

Am Final Table war ich dann völlig entspannt. Ich dachte mir, wenn ich meine Chips mit einer guten Hand in die Mitte bekomme und verdopple, ist vielleicht noch etwas möglich. Und das ist dann ja auch passiert.

George Danzer mit seinem 3. Bracelet
George Danzer mit seinem 3. Bracelet in diesem Jahr.

Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Mir hätte es gereicht Sechster zu werden und die Punkte mitzunehmen. Und jetzt noch ein Bracelet, das ist einfach unglaublich!

PZ: Es ist dein drittes Bracelet in diesem Jahr. Das haben bieher nur sehr Wenige geschafft. Die letzten waren Jeff Lisandro und Phil Ivey.

George Danzer: Wenn ich es mir aussuchen kann, dann möchte ich bitte mit Phil Ivey verglichen werden (lacht).

PZ: Wie bist Du an die WSOP APAC herangegangen? Hast Du es selbst für möglich gehalten noch ein weiteres Turnier zu gewinnen?

George Danzer: Meine Freundin hat mir gesagt, ich werde noch eines gewinnen. Aber ich wollte eigentlich nur ein paar Mal cashen und Spieler des Jahres werden.

Einige Spieler sind sich 100-prozentig sicher, dass sie ein Bracelet gewinnen. Ich kam hier ganz entspannt an und wusste, dass ich einige Male cashen muss.

Ich habe aber auch gewusst, dass die Felder hier kleiner sind und einige Turniere Mixed Games und PLO-Turniere sind. Das sind meine Lieblingsspiele. Wäre es alles No-Limit gewesen, dann wäre es viel schwerer gewesen, denn es gibt so viele gute No-Limit-Spieler und die Felder sind riesig.

Aber mit 50 Spielern in einem Mixed Game-Turnier weiß ich, dass ich eine Edge auf das Feld habe und es weit schaffen kann.

PZ: War es etwas Besonderes das 8-Game-Turnier zu gewinnen, wenn man bedenkt, wie vielseitig man dort sein muss?

George Danzer: Ja, ich liebe 8-Game. Ich spiele es gerne und rechne mir dort immer Siegchancen aus. Ich habe es geschafft, das fühlt sich einfach nur gut an.

PZ: Hast Du dich am Final Table in allen acht Varianten sicher gefühlt oder gab es Spieler, von denen Du Dich in einigen Varianten fern halten wolltest?

George Danzer: An diesem Final Table habe ich mich in allen Varianten gut gefühlt. An der Ostküste der USA, gibt es Stud-Spezialisten, die diese Variante schon ewig gespielt haben. Gegen sie spiele ich sehr ungern Stud. fühle ich mich ein wenig unsicher, aber an diesem Final Table saßen vor allem No-Limit-Hold’em-Spieler.

George Danzer
"Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen", sagt George.

Um ein echter Stud-Spezialist zu werden, muss man es 24 Stunden am Tag spielen und es gibt einige Spieler, die extrem gut sind und gegem die ich keine Chance habe, aber glücklicherweise saß keiner davon am Final Table.

PZ: Hat Brandon Shack-Harris noch eine Chance im POY-Rennen?

George Danzer: In diesem Jahr kann man das nicht vorhersagen! Nachdem ich meinen ersten Cash hier geschafft und ihn überholt habe, dachte ich, ich wäre ein klarer Favorit, da es alles andere als einfach ist zu cashen. Aber dann machte er beim Terminator-Turnier den Final Table. 

Dann hatte ich die Chance, ihn zu überholen, verpasste diese aber beim Dealer’s Choice knapp. Jetzt habe ich zwar die Führung, aber sicher bin ich mir keineswegs!

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen und es ist erst vorbei, wenn einer von uns beim A$25.000 High Roller ausscheidet, vorher nicht.

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