Gebt mir endlich meine Black Card!

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5 April 2013, Von: Rainer Vollmar
Geposted in: PokerZeit Blog
Gebt mir endlich meine Black Card!

Späte Gerechtigkeit

Für mich jedoch geht es bei der Black Card um etwas ganz anderes und um viel mehr. Es geht um Wiedergutmachung, um späte Gerechtigkeit und um nichts weniger als die Überwindung einer bösen alten Schmach.

Wer erinnert sich nicht daran, wie Anfang Oktober 2010 zum ersten Mal die hinreißende Meldung über den Ticker ging, Full Tilt Poker führe die Black Card ein und verschaffe seinen Spielern neue und zusätzliche Vergünstigungen.

Zu dieser Zeit war ich ein ziemlich sorgloser Stammgast auf FTP, ein sogenannter Reg also, der sich täglich zur Happy Hour an den teuersten Rush-Tischen herumtrieb, pro Woche 27 Prozent Rakeback kassierte, allerlei sonstige Vergünstigungen abgriff und sich mit ausschließlich grünen Zahlen in seinem PokerTracker brüsten konnte.

Ja, das ist schon oder erst zweieinhalb Jahre her, also eine halbe Pokerewigkeit. Und dann kam diese Meldung. Die Black Card. Noch mehr Vergünstigungen, Einladungen zu irgendwelchen tollen Events.

Und ich war dabei, bekam sogar eine E-Mail vom Kundendienst, dass ich natürlich zu den Glücklichen zählen würde, die diese Eintrittskarte in die heilige Pokerdreifaltigkeit bekämen.

Das große Warten

Dann begann das große Warten. Sicher, eine solch wichtige Karte wie die Black Card will mit allen Sicherheitsvorkehrungen sauber von Irland, den USA oder sonst woher nach Frankfurt verfrachtet werden, das kann schon dauern.

Nach zwei Monaten wurde ich dann aber doch nervös. Wo blieb meine Black Card?

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Schließlich die Erlösung. Am 10. Januar 2011, also über drei Monate nach Bekanntgabe der neuen Promo, klingelte es an der Tür und der netteste Postbote, der mir je begegnet war, überreichte mir eine schwarze Schatulle, etwas größer als eine Tafel Schokolade und aus Pappe.

Darauf standen die beiden magischen Wörter: „Black“ und „Card“. Ich konnte es kaum fassen:  „Black“ und „Card“. Tatsächlich. Sie war angekommen.

Ich machte es mir gemütlich, zündete einige Kerzen an, holte mein bestes Packmesser aus der Schublade und begann, das Päckchen langsam und vorsichtig zu öffnen. Schließlich drang ich zur Schatzkammer vor, doch so sehr ich mich anstrengte, ich konnte keine Black Card entdecken.

Zwar gab es eine Öse, doch hinter ihr klemmte keine Black Card, sondern das Nichts.

Noch war nichts verloren. Mit einem Küchenmesser zerlegte ich die gesamte Schatulle, zusehends wütend, aber weiterhin hoffend, irgendwo die ersehnte Karte zu entdecken. Doch alle Mühe war vergebens. Zerschnittene Pappe en masse, aber keine schnuckelige Black Card im EC-Kartenformat.

Sofort schrieb ich an den Kundenservice: „Dear Friends of Full Tilt,

today I received your package for Black Card Membership, but surprisingly the Black Card wasn't inside. Please try it again.“

Wie üblich beim FTP-Kundendienst kam die Antwort prompt. Das sei höchst bedauerlich, hieß es, natürlich würde die Karte sofort auf den Weg gebracht und natürlich käme ich in den Genuss sämtlicher Vergünstigungen.

Wieder wartete ich drei Monate.

Doch dann klingelte nicht der Postbote an meiner Tür, sondern das FBI stürmte die Büros von Full Tilt Poker. Alles danach ist den Lesern von Seiten wie dieser sicher bekannt. Fast alles. Denn meine Black Card habe ich bis heute nicht erhalten.

 

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