Gaëlle Garcia Diaz: „Poker ist für mich mehr als ein Sport, es ist meine Leidenschaft”

Gaelle Garcia Diaz

Die Belgierin Gaëlle Garcia Diaz ist Model, Schauspielerin und EPT-Moderatorin. Was viele aber nicht wissen, ist dass sie einen Universätsabschluss besitzt und mittlerweile zu einer durchaus passablen Pokerspielerin wurde. Außerdem ist sie unglaublich sexy und definitiv eine der heißesten Frauen der Pokerszene. Wir haben beim Battle of Malta ein langes, durchaus tiefsinniges Interview mit ihr geführt.

PZ: Hi Gaëlle, danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Zum Einstieg würden wir gerne wissen ob du lieber moderierst oder es vorziehst selbst Poker zu spielen?

GGD: Spielen! Früher habe ich das Präsentieren vorgezogen, aber nur weil ich noch nicht gut war.

Vor ein paar Jahren habe ich angefangen online zu spielen, habe Bücher und Foren gelesen und mich mit vielen großartigen Spielern wie z.B. Davidi Kitai, Matthias und Christophe De Meulder, Kevin MacPhee und Jeff Madsen über Poker unterhalten.

Diese Jungs können die besten Ratschläge geben, die man nicht in Büchern findet. Das ist die effektivste Methode um besser zu werden.

Poker ist viel mehr als ein Spiel für mich, es ist meine Leidenschaft. Ich präsentiere Poker, ich spiele Poker, ich schreibe über Poker. Darüber hinaus grinde vier bis fünf Stunden.

Dadurch, dass ich so viel online spiele, fallen mir die Fehler und Schwächen in meinem Spiel besser auf. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich vor drei Jahren gespielthabe, kann ich kaum glauben, wie schlecht ich war!

So lange man denkt, man sei ein guter Spieler, wird man sich kaum weiterentwickeln. Erst wenn man an sich und seinen Fähigkeiten zweifelt, kann man besser werden.

PZ: Bescheidenheit und Demut scheinen enorm wichtig beim Poker zu sein, aber so viele junge Spieler haben so viel Selbstvertrauen, dass es schon fast an Arroganz grenzt.

GGC: Es ist, als müssten sie sich etwas beweisen. Ich schäme mich nicht zu sagen, dass ich schlecht bin. Ich spiele erst vier oder fünf Jahre und ich bin offensichtlich keiner der besten Spieler, aber ich schlage mich ganz vernünftig.

Daniel Negreanu
Daniel Negreanu ist zugleich Freund und Vorbild für Gaëlle.

In erster Linie will ich Spaß beim Spiel haben. Ich glaube viele Spieler haben die Freude am Poker verloren, weil sie nur daran denken, Gewinn machen zu müssen. Natürlich spielen wir alle, um zu gewinnen, aber man sollte bescheiden bleiben.

Nehmen wir mal Daniel Negreanu, er ist einer der besten Spieler der Welt. Letzten Sommer verbrachte ich ein paar Wochenenden mit ihm in Vegas und wir haben nicht einmal über Poker gesprochen. Er liebt Poker, hat aber er auch viele andere Hobbies wie Boxen, Klettern, Reiten und Bogenschießen.

Andererseits gibt es auch Spieler, die einmal einen Final Table erreichen und das steigt ihnen dann sofort zu Kopf.

PZ: Gibt es Parallelen zwischen Modeln und Poker? Bei Beidem spielt man irgendwie eine Rolle.

GGC: Ja, bei Beidem bin ich nicht wirklich ich selbst. Wenn ich vor der Kamera stehe, bin ich nicht Gaëlle Garcia Diaz, sondern das Mädchen, dass man von mir erwartet – das sexy Mädchen oder die Femme fatale zu sein. Privat bin ich ganz anders.

Leider denken die Leute ich bin dumm oder eine überhebliche Schlampe, nur weil ich sexy Photoshoots mache, aber so bin ich gar nicht. Ich genieße das Modeln einfach und es gibt mir die Möglichkeit aus mir selbst herauszukommen.

Beim Poker muss ich nicht sexy sein, um gut abzuschneiden. Es kommt auf die Strategie an. Dennoch spielt man eine Rolle. Gestern war ich zum Beispiel das dumme Mädchen, das keine Ahnung von Poker hat. Manchmal reicht es auch sich sexy anzuziehen, denn das ist die Schwäche von vielen Männern: Sie wollen dich dann nicht busten.

Bei den Pros funktioniert das allerdings kaum.

PZ: Macht Dich diese Art von Aufmerksamkeit von Männern dann und wann nervös?

GGC: Beim Spielen komischerweise überhaupt nicht, aber die Moderation einer EPT hat sich lange Zeit unbehaglich angefühlt. Du kommst mit einem hautengen Kleidchen in den Saal und hunderte von Spielern starren dich an.

Vielleicht ziehe ich mich deswegen sehr einfach an, wenn ich Poker spiele. Im normalen Leben brauche ich diese Aufmerksamkeit nicht, da es auch anstrengend und nervig sein kann.

Wenn ich spiele, fragen sich die Leute meistens, ob das Liv Boeree oder Leo Margets ist. Das passierte besonders häufig als ich noch dunkle Haare hatte. Einmal habe ich aus Spaß sogar gesagt: „Ja, ich bin’s, Liv”.

PZ: Was treibt Dich an?

GGC: Mein Traum ist es, einmal eine EPT zu gewinnen, aber dafür muss man hart arbeiten. Man muss pro-aktiv sein, denn beim Pokern bekommt man Nichts geschenkt.

Gaelle Garcia Diaz
"Mein großer Traum ist es eine EPT zu gewinnen", verriet uns die hübsche Belgierin.

Ich kenne auch das Gefühl des Scheiterns, aber dabei kommt es nur darauf an, wieder auf die Beine zu kommen. Insbesondere beim Poker, denn man wird immer mehr Misserfolge als Erfolge haben.

PZ: Was sind deine Karriereziele?

GGC: Ich möchte einmal den Final Table eines großen Turniers erreichen. Mittlerweile schaffe ich es bei Live-Turnieren immer häufiger in die Geldränge und ich möchte einfach besser werden.

Allerdings sollten die Ziele realistisch sein, deshalb meine ich mit Final Table auch nicht den des WSOP Main Event.

PZ: Es ist schon etwas überraschend, dass Du erst über Poker und dann über das Modeln sprichst.

GGC: Ehrlich gesagt habe ich zwei Träume. Der eine ist: Ich will es in Hollywood als Schauspielerin schaffen, aber da träumt das kleine Mädchen in mir. Der andere ist: Ich will in zehn Jahren vier EPTs gewonnen haben. (lacht)

Gaëlle Garcia Diaz
Beim Siege of Malta verpasste Gaelle den Final Table nur knapp und wurde 14. von 593 Teilnehmern.

Wenn ich mich zwischen den beiden entscheiden müsste, würde ich eine professionelle Pokerspielerin werden wollen.

PZ: Also ziehst Du ein Bracelet einem Oscar vor?

GGC: Ja, definitiv, aber ohne einen Traum kommt man da auch nicht hin. Wenn man nicht daran glaubt, dann schafft man es auch nicht.

Wenn man sich in ein Turnier setzt und denkt “Schauen wir mal”, kann man es auch gleich lassen. Ich bin vor einem Turnier immer völlig aufgekratzt. Wenn ich ausscheide, will ich, dass es wegen einem Bad Beat ist und nicht wegen einem Fehler.

Vor meinem ersten Deep Run online – drei Jahre nachdem ich mit Poker angefangen hatte – gab es Zeiten, da ich dachte, alles sei für die Katz. Wir alle haben das erlebt, und ich wollte sogar aufhören, obwohl ich einen Sponsor hatte.

Mein Chef hat mich dann beiseite genommen, sein iPad gezückt und mir mithilfe einer App erklärt, welche Auswirkungen Glück und Varianz haben und wie schwer es ist, live zu cashen.

Vielleicht muss man Jahre spielen, um ein wirklich großartiges Ergebnis zu erreichen. Nur weil man es noch nie an den Final Table geschafft hat, heißt das nicht, dass man ein schlechter Spieler ist. Das ist das Brutale am Poker, und ich kenne eine Menge Spieler, denen es so geht.

PZ: Was ist denn der Unterschied zwischen diesen Spielern und Spielern wie Davidi Kitati oder Daniel Negreanu, die ständig grandiose Ergebnisse haben?

GGC: Diese Spieler sind einfach die Allerbesten. Außerdem haben sie den enormen Vorteil, dass sie es sich leisten können die High Roller Turniere zu spielen, die häufig ein recht kleines Feld haben und in denen 30 bis 40 Prozent Geschäftsleute sitzen.

Ich bin mir nicht sicher, ob sie auch mehr Glück haben oder was genaus sie besser machen als andere. Fakt ist, je besser ihre Ergebnisse sind, desto mehr Respekt haben die Gegner vor ihnen.

Gaelle Garcia Diaz
Zu guter Letzt zeigt sich Gaelle noch von ihrer Schokoladenseite.

Daniel zum Beispiel ist unglaublich gut darin, Leute zu lesen. Das ist eine Art Gabe. Ich glaube auch, dass er bei jeder Hand alle möglichen Szenarien für den Verlauf im Kopf hat. Er ist uns einfach um Längen voraus.

Daniel Colman ist ebenfalls ein fantastischer Spieler und auch online gibt es viele superstarke Gegner. Einige von den Genannten sind so gut, dass sie ihre Karten eigentlich gar nicht mehr anschauen müssten.

PZ: Gibt es eine Frage, die man Dir noch gestellt hat, die Du aber gerne mal gestellt bekommen würdest?

GGC: Ich würde gerne gefragt werden, wo ich mich in zehn Jahren sehe – und damit meine ich nicht beruflich, sondern persönlich.

Dann werde ich 37 sein. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen Kinder zu haben, aber ich hoffe, dass ich bis dahin verheiratet bin und ein schönes Haus in einem anderen Land habe … und einen alten Porsche Targa S. Der Porsche ist besonders wichtig. (lacht)

Um euch den Start ins Wochenende zu versüßen, gibt es auch noch ein sehenswertes Video:

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