Gabi Campos verabschiedet sich von PokerStars

gabi campos
Gabi Campos.

Das Personalkarussell bei PokerStars scheint seit dem Black Friday immer weiter an Fahrt zu gewinnen. Nach dem Ausscheiden von EPT-Turnierdirektor Thomas Kremser und EPT-Gründer John Duthie, sowie Top Pros wie Joe Hachem und Greg Raymer verabschiedet sich nun CEO Gabriel Campos Woslovsky. Über die Gründe schweigen sich die Beteiligten bisher aus.

Schon am vergangenen Freitag waren während der PCA auf den Bahamas erste Gerüchte über die Scheidung zwischen CEO Gabi Campos und PokerStars aufgetaucht. Die professionelle Pokerspielerin und Beraterin Wendeen H. Eolis hatte per „Poker Player Newspaper“ vom Ende der Ära Campos beim weltweit größten Onlinepoker-Anbieter berichtet.

Am gestrigen Montag nun wurde aus der Spekulation Gewissheit. In einer kurzen Pressemitteilung ließ PokerStars wissen: „Gabi Campos ist mit Wirkung zum 1. Februar als CEO zurückgetreten. Wir danken ihm für die harte Arbeit und sein Commitment und wünschen ihm für seine weiteren Tätigkeiten alles Gute. Die Suche nach einem Nachfolger hat nun begonnen.“

Damit endet eine noch nicht mal zwei Jahre andauernde Zusammenarbeit. Campos war im Juli 2010 zum CEO bei PokerStars ernannt worden, hatte seine Tätigkeit aber offiziell erst im Oktober 2010 aufgenommen. Zuvor war Campos ab 2007 Senior VP Head of Offering bei 888 bevor er 2009 zum Managing Director von Dragonfish ernannt worden war.

Der von beiden Seiten nicht kommentierte Rücktritt des Chief Executive Officers markiert einen weiteren wichtigen Führungswechsel bei PokerStars seit dem Black Friday. Bereits im Mai des vergangenen Jahres hatte der langjährige Turnierdirektor der EPT, Thomas Kremser, seinen Vertrag mit PokerStars nicht verlängert. Unstimmigkeiten mit der Global Poker Tour Ltd, dem Partner von PokerStars für die Durchführung der Live-Events hatten zum Bruch geführt. Kremser selbst kommentierte die Nichtverlängerung seines im Dezember 2011 ausgelaufenen Vertrages vor ein paar Tagen mit den Worten: „In den kommenden Jahren werden sich im sich erneuernden US-Markt fantastische Chancen eröffnen. Ich bin bereit für neue Herausforderungen.“

Ebenfalls getrennt hatten sich vor kurzem die Wege von EPT-Erfinder und Gründer John Duthie und PokerStars. Der Brite postete seine Entscheidung im populären TwoPlusTwo-Forum: „Es war für ein paar Jahre ein großer Spaß, aber jetzt wird es Zeit weiterzuziehen.“

Den vorerst letzten Fahrer warf das Personal-Karussell bei PokerStars während der PCA aus dem Sitz. Jeffrey Haas, der bis zur PCA Direktor der GPTL und damit verantwortlich für die Durchführung und Organisation der PokerStars-Live-Turniere war, ist nun in einem anderen Aufgabenbereich bei PokerStars, nämlich der Entwicklung im Bereich der Sozialen Medien verantwortlich.

Auch die Verabschiedung der früheren WSOP-Main-Event-Champions Greg Raymer und Joe Hachem als PokerStars-Pros und wichtige Repräsentanten fügt sich nun in ein großes Bild. Warum sich PokerStars nach dem Black Friday von so vielen langjährigen Mitstreitern getrennt hat, ist wohl nur aus finanzieller Sicht erklärbar. Zwar konnte sich der Branchenriese vergleichsweise unbeschadet über die Black-Friday-Krise bringen (der weltweite Traffic auf Onlinepokerseiten ist in den vergangenen Jahren um 31% gesunken, der von PokerStars nur um 18%), aber der Cut eröffnete wohl auch die Möglichkeit, das explodierende Gehaltsgefüge neu zu ordnen.

 

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Gernot 2012-01-17 22:44:37

Eh klar, dass sich jetzt alle abseilen, wo's nix mehr zu holen gibt.
Die Firma ist kaputt, der Ruf ruiniert, also gehn wir, bevor wir auch persönlich noch draufzahlen.
Mich würden keine zehn Pferde mehr zu PokerStars bringen. Spiel seit Black Friday woanders und war anfangs nicht froh drüber, dass ich jetzt wechseln "muss", aber mittlerweile taugts mir sogar besser und so ein Scheiß passiert dort sicher nicht.