Full Tilt Triple Barrel – Neues aus dem Wunderland

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Details zur Auszahlung der Spieler, eine ziemlich erschütternde Enthüllung von John Juanda und eine spektakuläre Landung.

Heute in der Triple Barrel: Full Tilt Spezial. Nachdem es über ein Jahr um einstigen Big Player Full Tilt Poker sehr ruhig geworden war, überschlagen sich seit der Übernahme durch PokerStars die Neuigkeiten. Das Aktuellste lesen Sie hier.

1) Weitere Details zum Neustart

Für alle Spieler, die seit Juni vergangenen Jahres auf ihren Zahltag warten, gibt es frohe Kunde. In einer offiziellen Pressemeldung gab PokerStars bekannt, dass Full Tilt Anfang November wieder online geht und wie die Auszahlung der Spieler außerhalb der USA vonstattengehen soll.

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Die Auszahlungen beginnen.

Für die Auszahlungen der Spielergelder bestehen derzeit je nach Herkunftsland unterschiedliche Situationen.

- Spanien, Frankreich, Dänemark, Estland, Belgien: Alle Spieler dieser Länder werden von PokerStars ausbezahlt, das in jedem der genannten Staaten über eine regionale Lizenz verfügt.

Spieler müssen sich einen lokalen Account bei PokerStars einrichten, auf den das Geld transferiert werden kann. Anschließend steht einer Auszahlung (oder dem Weiterspielen) nichts mehr im Wege.

- Italien: In diesem Land sucht PokerStars derzeit mit den Behörden eine Lösung, mit der die Auszahlungen innerhalb des gesetzlichen Rahmens vorgenommen werden können. Für alle Italiener heißt es also, noch ein wenig Geduld zu haben.

- Rest der Welt (außer USA): Alle Spieler, die nicht aus den zuvor genannten Staaten stammen, haben beim Neustart von Full Tilt im November vollen Zugriff auf ihre Konten. Möglich ist also die komplette Auszahlung  oder die Wiederaufnahme des Spielbetriebs.

2) John Juanda mit Breitseite gegen Ray Bitar und Howard Lederer

Über die Rolle der Mitglieder des Team Full Tilt bei der Pleite von Full Tilt Poker gab und gibt es viele Spekulationen. Während etwa Phil Ivey mächtig Dampf machte und dem Unternehmen mit einer 150-Millionen-Dollar-Klage drohte, hielten sich Spieler wie John Juanda bedeckt.

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Kann auch ernst - John Juanda.

Letzte Woche brach Juanda aber sein Schweigen und reagierte auf die sogenannten Lederer-Files, in denen der einstige Full-Tilt-Chef seine Sicht der Dinge schilderte. Unter anderem hatte Lederer behauptet, Juanda schulde wie andere Teammitglieder dem Unternehmen Geld.

Äußerst scharf fielen Juandas Stellungnahmen zu Lederers Äußerungen aus. Er schulde Full Tilt zwar 256.000 Dollar, doch habe er von einer Rückzahlung von 80% dieses Betrags Abstand genommen, als er erfuhr, dass Ray Bitar nach dem Schwarzen Freitag immer noch mehr als 200.000 Dollar pro Monat kassierte.

Stattdessen habe er vorgeschlagen, den gesamten Betrag zu erstatten, wenn statt des Managements die Spieler bezahlt würden.

In einer ganzen Serie von Tweets kommt Lederer bei Juanda gar nicht gut weg. So wirft Juanda diesem vor, in seinem Interview nicht erwähnt zu haben, dass das Management von Full Tilt seinem Freund Erik Seidel 5,4 Millionen Dollar gestohlen habe. Was hätte er tun sollen, fragt Juanda die Pokergemeinde. Den Leuten einen Scheck schicken, die seinem Freund Geld klauten, oder darauf warten, dass die richtigen Leute ausbezahlt würden?

Starker Tobak also, den Juanda da vom Stapel lässt. Vor allem steht der Vorwurf im Raum, dass Lederer durch dieses Interview nur seine Hände öffentlich in Unschuld waschen wollte, anstatt sich bei der Pokerwelt zu entschuldigen.

3) Full-Tilt-Hardware gelandet

Soviel ist sicher: Im November wird Full Tilt wieder ans Netz gehen. Nach den vielen Volten der vergangenen Monate ist es für alle geprellten Spieler natürlich beruhigend, dass die Vorbereitungen für den Neustart auf Hochtouren laufen.

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PS-Sprecher Eric Hollreiser überwacht die Entladung der FTP-Server.

Ein wesentlicher Aspekt sind dabei die Hardware-Utensilien, die mit einem Militärflugzeug von den Kanalinseln auf die Isle of Man transportiert wurden. Genau dort hat PokerStars seinen Hauptsitz, und auch Full Tilt wird mit einer Lizenz der Isle of Man auf den Markt zurückkehren.

Full Tilt wird zwar weiterhin seine Büros in Dublin haben, aus rechtlichen Gründen müssen die Server aber dort stehen, wo eine gültige Lizenz vorliegt.

Insgesamt wurde ein Gewicht von etwa 30 Tonnen verfrachtet und wegen der Größe einiger Server reichte ein normales Transportflugzeug nicht aus. Wie das Material auf die Isle of Man gelangte, dürfte den meisten Spielern aber relativ egal sein. Die Überführung zeigt immerhin, dass der Neustart wohl wie geplant über die Bühne gehen wird.

- Rainer Vollmar

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