Der Fall Full Tilt – endlich Fakten

Full Tilt Poker burns

Zum ersten Mal seit dem Black Friday hat ein maßgeblicher Verantwortlicher bei Full Tilt sein Schweigen gebrochen. A. Jeff Ifrah, Mitgründer von Ifrah Law PLLC, jener Kanzlei, welche die Verhandlungen zwischen FTP und potentiellen Investoren führt, hatte zunächst Fragen auf einem eigens eröffneten 2+2 Account beantwortet.

Gestern wurde dem Forbes-Magazin außerdem eine erste offizielle Pressemitteilung von FullTilt vorgelegt.

Die Fakten:

Zur Lage vor dem Black Friday:

Bereits in den zwei Jahren vor dem Black Friday, am 15. April, also ungefähr ab Frühjahr 2009 waren amerikanische Konten von Full Tilt sukzessive eingefroren worden. Auf den betreffenden Accounts lagerten ca. 115 Mio. Dollar.

Weitere 42 Millionen Dollar waren Full Tilt von einem nicht genannten Finanzdienstleister gestohlen worden. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei Mr. X um Daniel Tzvetkoff handelt. Der 28-jährige Gründer der Firma „Instabill“ war fast auf den Tag genau ein Jahr vor dem Black Friday verhaftet worden, als erste Person im Rahmen des UIGEA (Unlawfull Internet Gambling Enforcement Act) überhaupt.

Die Aussagen von Tzvetkoff gegenüber den US-Strafverfolgungsbehörden lieferten offenbar die Beweise aufgrund derer die vier größten Poker-Seiten in den USA geschlossen wurden.

Daniel Tzvetkoff war in das Fadenkreuz von FBI und Department of Justice geraten, nachdem er neben Full Tilt auch andere Pokeranbieter, wie zum Beispiel PokerStars um beträchtliche Summen geprellt hatte.

Die Verhaftung von Daniel Tzvetkoff war ursächlich für den Verlust von weiteren 128 Mio. Dollar. Weil Full Tilt zwischen September 2010 und Februar 2011 keinen Finanzdienstleister besaß, mussten die Einzahlungen der Full Tilt-Klienten über E-Checks abgewickelt werden. Doch das Geld konnte von Full Tilt nicht wirksam abgebucht werden.

Ab März 2011 war Full Tilt-Mitarbeiter Bradley Franzen dafür verantwortlich das Geld einzuholen. Doch schon wenige Wochen später wurde er im Zuge des Black Friday verhaftet. Ihm gelang es lediglich neun Mio. Dollar, der 128 Mio. Dollar „zurückzuholen“.

Seit dem Black Friday besitzt Full Tilt per Beschluss keinerlei Möglichkeiten mehr, an die ausstehenden Gelder zu kommen.

 

Die Lage seit dem Black Friday:

US Full Tilt-Mitarbeiterin und Presseagentin Michelle Clayborne soll nach dem 15. April den renommierten 2+2-Account „FTPDoug“ übernommen haben. Dort postete sie Durchhalteparolen und versuchte FT-Spieler weiterhin an die Seite zu binden.

Michelle Clayborne schrieb auch die Pressemitteilung, welche zur Klage Phil Iveys gegen Full Tilt führte.

Seitdem Black Friday ist von mindestens sechs potentiellen Käufern für Full Tilt die Rede. Als gesichert gelten dabei Jack Binion und das irische Sportwetten und Gambling Unternehmen PaddyPoker. Weitere Namen wurden bisher nicht bekannt.

FullTilt ist weiterhin daran interessiert, alle Spielergelder vollständig auszuzahlen. Jeff Ifrah sagte dazu: „Wir haben jedem Investor klar gemacht, dass eine Übernahme von FullTilt an die Auszahlung der US-Spieler gekoppelt ist.“ Für den Fall einer kompletten Übernahme soll das gesamte Management um CEO Ray Bitar das Unternehmen verlassen müssen.

Die Frist für den Abschluss exklusiver Verhandlungen mit einer von Phil Ivey vorgestellten Investorengruppe endeten nach Aussage von Jeff Ifrah vergangene Woche. Über das Ergebnis machte der FT-Anwalt keine Angaben.

Am 15. September gibt es das nächste Hearing vor einem Ausschuss der Alderney Gambling Comission, in dem über eine Neuverteilung der FullTilt-Lizenz entschieden werden soll. Jeff Ifrah sagte dazu: „Wir hoffen, dass wir am 15. September zu einer Lösung dieses Problems kommen werden. Eine nochmalige Verschiebung ist dennoch nicht ausgeschlossen.

Zum Zeitpunkt eines Neustarts des FullTilt-Spielbetriebs sagte der FT-Anwalt: „ Nach einer Einigung wird es mindestens 30 Tage dauern, bis der Spielbetrieb bei FullTilt wieder aufgenommen werden kann.“

Jeff Ifrah erklärte außerdem, dass es Gespräche darüber gibt, dass das Poker-Angebot bei Full Tilt um klassischen Casino-Games, wie Roulette, Black Jack und  Slot-Machines erweitert werden kann.

Wird Full Tilt zum Casino?

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