Die Multi-Entry Revolution

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Blair „blur5f6“ Hinkle.

Eigentlich war Full Tilt ja immer für die Action in den High Stakes Cash Games bekannt und nicht für die ganz großen Turniere. Seit der Einführung der Multi-Entry-Turniere hat sich das geändert.

Im Januar eingeführt, erlauben es Multi-Entry-Turniere den Spielern, sich für ein einzelnes MT-Turnier mehrfach einzukaufen.

Das Ergebnis ist, dass die Teilnehmerzahlen und Preispools sich seitdem enorm erhöht haben. Plötzlich ist Full Tilt mit seinen Turnieren das Thema der Poker-Community geworden.

Das montägliche $1k Turnier hat z. B. einen garantierten Preispool von $600k. Nach Einführung der Multi-Entry-Option erreichte die erste Ausgabe 1454 Spieler bzw. Entrys. Der $1.454.000 Preispool war damit mehr als doppelt so hoch wie erwartet.

Am Ende war es Shaun Deeb, der die erste Ausgabe dieses Turniers gewann und seiner ohnehin komfortablen Bankroll weitere $312.610 hinzufügte.

Werfen wir nun einen Blick auf die letzte Ausgabe der Full Tilt Online Poker Series, dann sehen wir, dass die Zahlen geradezu atemberaubend geworden sind.

Waren bei den FTOPS XVIII noch 61.309 Spieler dabei, die $20.734.087 Preispools generierten, haben die Multi-Entry-Turniere dazu geführt, dass praktisch alle Rekorde der Serie gebrochen wurden.

Der Gesamtpreispool steig auf fast das Doppelte: $39.599.432. Die Spielerzahl wuchs auf 116.901, ebenfalls fast das Doppelte der vorherigen Ausgabe. Der Preispool im Main Event war der größte, der je auf Full Tilt ausgespielt wurde ($8.687.400), und Event Nr. 22 war mit 23.342 Spielern das größte Turnier, das je auf Full Tilt stattfand.

Der Main Event der FTOPS XIX war auch der erste, bei dem der Gewinner eine siebenstellige Summe erhielt. Der spätere Sieger Blair „blur5f6“ Hinkle erhielt nach einem vorher besprochenen Deal $1.145.000.

Kein Wunder, dass Hinkle nun ein großer Fan von Multi-Entry Turnieren ist.

Er hatte sich selbst sechsmal in diesen Event eingekauft – das war die erlaubte Höchstzahl – und dies damit gerechtfertigt, dass bei einem garantierten siebenstelligen Gewinn eine Menge unerfahrene Spieler dabei wein würden, die möglicherweise ebenfalls mehrfach einbezahlten.

Im Interview mit PokerListings erklärte er: „Ich persönlich mag die Multi-Entry-Turniere. Es gefällt mir, dass ich eine Turniersession schnell in Schwung kriegen kann und die Preise größer sind als normalerweise.

Trotzdem glaube ich nicht, dass jedes Turnier ein Multi-Entry sein sollte. Am besten eigenen sich wohl Turniere mit weniger als $100 Buy-in, denn dann sind es nicht nur die Pros und Regs, die sich mehrfach einkaufen.“

Nachdem es in den ersten Multi-Entry-Turnieren große Namen wie Hinkle und Deeb waren, die die Titel davontrugen, entstand der Eindruck, dass dieses Format guten, erfahrenen Profis Vorteile verschafft.

Tatsächlich ist die Zahl der bisher ausgetragenen Turniere aber noch deutlich zu klein, um solche Aussagen zu machen. Natürlich haben gute Spieler grundsätzlich Vorteile, vor allem, wenn sie mehrere Chancen erhalten.

„Aber ich glaube nicht, dass das Multi-Entry dem Profi einen großen Vorteil gegenüber einem unerfahrenen Spieler oder Amateur verschafft, der sich über ein Satellite qualifiziert hat“, erklärt Hinkle. „Ich glaube, dass vor allem die Spieler darunter leiden, die sich nur einmal einkaufen, denn die Teilnehmerfelder sind nun größer und der Finaltisch damit entsprechend schwieriger zu erreichen.

Außerdem kann es passieren, dass einige gute Spieler einfach deshalb weit kommen, weil sie mehr Stacks kaufen. Für Spieler, die nur ein oder zwei Stacks kaufen, erhöht das die Varianz, und für einen Hobbyspieler kann das natürlich dramatische Auswirkungen auf die Bankroll haben, vor allem, wenn deren BRM nicht besonders gut ist.“

Insgesamt hält Hinkle viel von dem Format, und wie alle Spieler, die sich große Preispools wünschen, hofft er auf mehr davon.

„Dank eines Multi-Entry-Turniers kann man schnell fünf oder sechs Tische aufmachen und spielen. Früher hat das manchmal eine Stunde oder länger gedauert. Ich finde dieses neue Feature von Full Tilt klasse und hoffe, dass in Zukunft ein paar zusätzliche scheduled Multi-Entry-Turniere angeboten werden.“

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