Investoren müssen bis zum 21. Juli mit Full Tilt einig sein

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In neun Tagen muss der Verkauf großer Full-Tilt-Anteile an europäische Investoren abgeschlossen sein. Sonst platzt der Deal, der vor allem auch die sofortige Auszahlung aller Full Tilt-Spieler vorsieht. Die Affäre hat nun auch die britische Regierung auf den Plan gerufen.

Full Tilt befindet sich momentan in exklusiven Verhandlungen mit einer Gruppe europäischer Investoren, um einen Großteil seiner Anteile zu verkaufen. Über den Verkauf, der erstmals von der Los Angeles Times publik gemacht worden war, sind nun erste Details bekannt geworden. So muss der Deal spätestens bis zum 21. Juli über die Bühne sein, sonst steht es Full Tilt frei, nach alternativen Investoren Ausschau zu halten.

Die Gründe des schnellen Verkaufs: Full Tilt fehlen 150 Millionen Dollar, um vor allem seine US-Spieler auszubezahlen. Ein Anwalt des Unternehmens teilte dazu mit: „Unser Ziel ist, den Deal innerhalb der nächsten zwei Wochen abzuschließen. Die Dringlichkeit liegt in der notwendigen sofortigen Auszahlung aller Spieler. Die Investoren wissen, dass das der kritischste und mit Abstand bedeutendste Punkt der Verhandlung ist. Ohne die Zusage dieser sofortigen Auszahlung wird der Verkauf unter gar keinen Umständen abgeschlossen werden.“

Laut subjectpoker.com könnten juristische Probleme dem Abschluss der Verhandlungen bis zum 21. Juli durchaus noch im Wege stehen. „Es sollte nicht unterschätzt werden, dass Full Tilt eine komplexe Unternehmensstruktur mit Dutzenden von Beteiligungsformen hat. Es gibt immer noch eine anhängige Klage des US Department of Justice sowie Probleme mit den Aufsichtsbehörden in Alderney, Frankreich und dem Kahnawake Mohawk Territorium. Zusammengefasst sind das ernsthafte Hürden, die die Investoren noch überspringen müssen.“

Nicht gerade einfacher macht die Verhandlungen eine Klage der Poker Pros Nick Hammer, Robin Hougdahl, Steven Segal und Todd tbt4653 Terry. Auf der Grundlage des RICO-Acts, der 1970 zur Bekämpfung von Aktivitäten der Mafia und andere krimineller Organisationen erlassen wurde, klagen die vier Pros mit Unterstützung zahlreicher anderer Geschädigter gegen die Verantwortlichen bei Full Tilt. Die Beklagten hätten Unternehmen gegründet deren Ziel es gewesen sei im großen Stil zu lügen und zu betrügen, um US-Finanzeinrichtungen zu hintergehen.

Laut WickedChops.com ist es vor allem Phil Ivey zu verdanken, dass die nun in Verhandlungen stehenden Parteien an einen Tisch gefunden hätten. Nach einem ersten Scheitern seitens Full Tilt hatte sich Ivey zu einer Klage entschlossen und so den entscheidenden Druck auf Full Tilt ausgeübt.

Im  TwoPlusTwo-Forum wird das Thema seit Tagen intensiv diskutiert. Ein Poster schrieb: „Full Tilt kann nur noch gerettet werden, wenn alle US-Spieler sofort ausbezahlt werden.  Für den Investor heißt das, dass nicht nur genügend flüssiges Kapital für die Ausbezahlung sondern auch für die sofortige Wiederaufnahme des operativen Geschäfts bereitstehen muss. Bezüglich dieser Anforderung sollten wir alle nicht zu optimistisch sein.“

Bezüglich der Rolle von Full Tilt CEO Ray Bitar informierte ein Artikel auf PocketFives.com über die aktuelle Lage. So soll der angeblich entlassene Chef Anfang der Woche in den Geschäftsräumen bei Full Tilt gesehen worden sein. Über seine aktuelle Funktion und seine Zukunft bei Full Tilt wurde hingegen nichts bekannt.

Die schwerwiegenden Probleme von Full Tilt haben nun auch das britische Ministerium für Kultur, Medien und Sport auf den Plan gerufen. Laut Guardian wird in Großbritannien nun intensiv überlegt, wie man ähnliche Probleme in Zukunft verhindern kann: „Die Affäre um Full Tilt  zeigt nun noch mal in aller Deutlichkeit, warum unsere Regierung nach schnellen Reformen strebt. Ausländische Betreiber müssen in Zukunft einfach besser beobachtet und strenger reguliert werden“,  so ein Sprecher des Ministeriums.

Full Tilt Poker beschäftigt seine rund 600 Angestellten zwar in  Dublin (Irland), die Lizenz hatten sie bis vor kurzem allerdings von der Alderney Gambling Control Commission, welche auf der gleichnamigen Kanalinsel sitzt, und dem britischem Recht unterstellt ist.

Großbritannien war bisher das europäische Spielerparadies und nicht umsonst Heimat vieler auch ausländischer Poker Pros wie z. B. Sebastian Ruthenberg und Viktor Blom. Das könnte sich auch durch die Affäre Full Tilt schon bald ändern.

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