Full Tilt: Hinter den Kulissen der MEC

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Heads-up mit Chris Ferguson.

Was passiert beim größten Pokerevent in Deutschland 2009? Wir sprechen mit den Profis, spielen mit und warten auf Phil Ivey. Ein Tag bei der Full Tilt Million Euro Challenge in Hamburg.

8.00 Uhr

Die ersten Besucher finden sich vor der Messehalle ein. Wozu? Die Halle öffnet erst in zwei Stunden. „Wir gehen kein Risiko ein", lautet die geheimnisvolle Auskunft.

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Keine Wartezeit für VIPs.

10.00 Uhr

Die Tore öffnen sich. Schnell erreicht die Schlange der erwartungsvollen Spieler 60-70m. Warum wartet Ihr denn hier so lange, fragen wir, macht es uns doch einfach nach und geht durch den VIP-Eingang!

10.01 Uhr

Während die Buhrufe draußen langsam leiser werden, checken wir am Presseschalter ein. Unsere Interviewpartner sind Gus Hansen, John Juanda, Eddy Scharf, Erich Kollmann und Stefan Rapp. Und eine Freikarte für die Million Euro Challenge gibt's auch noch dazu. Schöne Aussichten!

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Einmarsch der Stars.

12.00 Uhr

Einige Tassen Kaffee später. In der Hamburger Messehalle drängen sich inzwischen mehrere tausend Menschen. Dann beginnt die Eröffnungsshow. In viel rotes Licht getaucht und begleitet von der bombastischen Filmmusik aus „Piraten der Karibik" werden die Stars auf der zentralen Bühne präsentiert. Ferguson kommt als erster, gefolgt, von Bloch, Harman, Hansen, Juanda, Seidel, Matusow, Gordon, Lederer, Cunningham und wie sie alle heißen. Also von PR verstehen sie was bei Full Tilt. Nur Ivey ist nicht dabei.

13.00 Uhr

Ende der Show. Alle Stars haben eine Begrüßungsfrage beantwortet,  z. B. über die unterschiedliche Spielweise von Europäern und Amerikanern. Nur Jennifer Harman muss beantworten, ob sie sich zwischen den ganzen Junge genauso gut fühlt wie zwischen Mädchen. Dafür ist sie die einzige, die sich direkt ans Publikum wendet und es begrüßt.

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Wie auf dem Rockkonzert.

14.00 Uhr

Um zu den Interviewräumen zu gelangen, fährt man zunächst mit dem Fahrstuhl nach oben und läuft dann durch lange, leere Flure, an deren Ende weitere Hostessen warten. Interview mit Kollmann und Rapp. Der "Coolman" in der unvermeidlichen Lederjacke. Der Charme des österreichischen Dialekts ist einfach nicht zu toppen. Und der Geist von Cordoba weht auch immer noch zwischen uns. Ein Mitarbeiter von Full Tilt bleibt bei jedem Interview im Raum. Vermutlich, damit keine Fragen gestellt werden wie: Stimmt es, dass Sie PokerStars eigentlich viel besser finden? Oder damit solche Fragen nicht beantwortet werden.

14.30 Uhr

Gus Hansen ist zu spät dran. Logisch. Wenn er pünktlich wäre, wäre er ja kein Star. Er schmunzelt und erklärt im Interview, dass er George W. Bush nicht leiden konnte und deshalb lieber in Europa wohnt. Ivey ist immer noch nicht da.

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Ladies' Man Hansen.

15.00 Uhr

In der Messehalle erklären Markus Golser und Eddy Scharf anschaulich einige Omaha-Pokerstrategien. Solche Workshops gibt es auch für Texas Hold'em. Sie laufen den ganzen Nachmittag. Kameratische sind aufgebaut, an denen man sich ein bisschen wie im Fernsehen fühlen kann. SnG-Tische werden zu Dutzenden gespielt, und man kann sich vor einer Blue Screen fotografieren und in das Team Full Tilt montieren lassen. Gerade beginnt die zweite Vorrunde der Full Tilt Challenge. Drei der insgesamt 3900 Spieler werden den Final Table erreichen, den das DSF ausstrahlen wird.

15.30 Uhr

In der großen Halle spricht DSF-Reporter Michael Körner mit Lindgren und Antonius über den Werdegang der Pokerprofis. Wir machen uns auf den Weg zum Interview mit Juanda. Plötzlich steigt Mike Matusow in den Fahrstuhl. Sein Gesicht ist grau, und er beklagt sich darüber, dass er „sein Mädchen", also seine Hostess verloren hat. Und damit wohl auch ein bisschen die Orientierung. Dagegen hilft auch keine Tablette. Deshalb hat man ihm schnell Ersatz besorgt. Vielleicht ist ihm so etwas ja schon einmal passiert. Juanda erzählt, dass er früher Bibeln verkauft hat  und nicht so sein möchte wie Tony G.

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Schlange stehen für Fortgeschrittene.

16.30 Uhr

Full Tilt wird in den kommenden Tagen sicher von einem großen Erfolg sprechen. Und das nicht zu unrecht. In der großen Halle gehen die Interviews, SnG-Tische und Workshops weiter, als gäbe es kein Morgen. Gibt's ja auch nicht, morgen ist alles vorbei und der Tross zieht weiter nach Salzburg zum nächsten Event. Fast jeder trägt eine Plastiktüte mit Full-Tilt-Merchandise. Darin finden sich Spielkarten, Süßigkeiten, Baseballmützen und noch einiges mehr. Nur die VIPs bekommen Jeans-Taschen statt der einfachen Tüten. Ätsch.

17.05 Uhr

In einem der leeren Flure warten wir auf Eddy Scharf. Chris Ferguson mit dem unvermeidlichen schwarzen Hut steht ebenfalls herum, als plötzlich Jennifer Harman vorbeiläuft. Man umarmt und herzt sich und erzählt, wie großartig es in New York ist. Plötzlich wird uns klar, dass auch Jennifer Harman ein Markenzeichen hat: Es ist ihr braun gebranntes Dekolletee. Mit Eddy Scharf sprechen wir über respektlose Jugend und eine höchste merkwürdige Game-Show, an der er einmal teilgenommen hat.

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Interview mit Ivey.

17.30 Uhr

Ivey kommt nicht. „Unvorhersehbare familiäre persönliche Probleme", sagt einer der FT-Leute. „Krank", ein anderer. Der wahre Grund ist: Er ist Phil Ivey.

17. 45 Uhr

Da sich der Zeitplan etwas verschoben hat, haben wir sogar noch genug Zeit, um am dritten Heat der Million Euro Challenge teilzunehmen. Da insgesamt fast 4000 Spieler antreten, wird die erste Runde als Shoot-out gespielt. Nur der Tischgewinner darf ins Abendfinale. Das ist ok. 10 Spieler, 5000 Chips, 12 min Blinds hört sich auch vertretbar an. Aber die Runde darf nicht zu lange dauern. Deshalb sind die Blinds in Level 8 auch schon auf lustige 2000/4000 angestiegen, bei noch sechs Spielern am Tisch hat jeder also im Schnitt etwas mehr als zwei Big Blinds. Da ist langfristige Strategie gefragt. Wir scheitern ehrenhaft an Pocket Assen und scheiden als Vierter aus.

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Das Abendfinale.

20.30 Uhr

Im Abendfinale ist die Struktur dann besser. 130 Spieler werden etwas gewinnen. Vom Chipset bis zur 3000,- Euro-Reise ist alles Mögliche dabei. Nur drei glückliche Gewinner werden zum Finaltisch eingeladen, der demnächst vom DSF ausgestrahlt wird. Und nur der Gewinner dieses Finales darf dann gegen drei Full Tilt Profis antreten und heads-up um die Million Euro spielen.

22.30 Uhr

Immer noch über 150 Spieler im Finale. Für uns wird es Zeit zu gehen. Nichts ist langweiliger als ein Pokerturnier, aus dem man selbst schon ausgeschieden ist. Aber wir kommen wieder. Und dann ist bestimmt auch Ivey da.

 

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