Judgement Day für Full Tilt – Anhörung ist öffentlich

gerichtsurteil

Im Victoria Park Plaza Hotel in London wird morgen ab 10 Uhr über die Lizenz von Full Tilt entschieden. Tom Dwan äußerte sich via Twitter zu seinem Versprechen, mit einer Million Dollar für Auszahlungen zu bürgen. Und erste Agenturen werben um frühere Full Tilt-Pros.

Am 19. April, vier Tage nach dem Black Friday hatten Tom Durrrr Dwan und Phil OMGClayAiken Galfond versucht, die Wogen zu glätten. Jeder bürgte mit je einer Million Dollar aus der eigenen Bankroll für Auszahlungen an die Full Tilt Spieler.

Jetzt, da eine Auszahlung vor allem der US-Spieler mehr denn je in den Sternen steht, verlieren die Spieler langsam ihre Geduld und fordern die Einhaltung der Versprechen ein.

So wurde der Twitter-Account von Tom Dwan in den vergangenen Tagen regelrecht mit Anfragen bombardiert.

Dwan, der sich mit Statement hinsichtlich der Entwicklungen bei Full Tilt in den vergangenen Monaten weitgehend zurückgehalten hatte, sendete nun am Samstag eine Nachricht an die Drängler: „Viele Spieler haben mich per Twitter regelrecht zugebombt mit Nachfragen und Erinnerungen an mein Versprechen. Falls der worst case wirklich eintritt, zahle ich wie versprochen eine Million Dollar aus. Diese Zahlungen werden allerdings bestimmt nicht die Spieler berücksichtigen, die mich jetzt per Text-Messages regelrecht belästigen. Das von mir gesetzte Datum war Ende 2012. Bis dahin ist noch ein wenig Zeit ...“

Im letzten Satz seiner Nachricht schickte Dwan lässig hinterher: „Lasst uns hoffen, dass sich alles irgendwie auflöst. Dann kann ich meine Dollar für schwachsinnigen Krempel ausgeben.“

Sowohl Galfond als auch Dwan dürften wohl nicht nur wegen ihrer versprochenen Million mit großem Interesse die Anhörung der Alderney Gambling Control Commission (AGCC) im Victoria Park Plaza Hotel in London verfolgen. Dort müssen die Verantwortlichen bei Full Tilt dem Lizenzgeber von der britischen Ärmelkanalinsel Rede und Antwort zu den Entwicklungen der vergangenen Wochen stehen. Die Anhörung beginnt morgen (Dienstag) 10 Uhr MEZ und ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich.

Das Hauptinteresse der Lizenzgeber von Full Tilt ist, die Entwicklungen bei Full Tilt transparent zu machen. Dazu gehört, dass vor einer möglichen Erneuerung der Lizenz alle Probleme der Vergangenheit öffentlich diskutiert werden.

Andre Wilsenach, Executive Director der AGCC, teilte vor der morgigen Anhörung mit: „Wir heißen alle Medienvertreter und alle Interessenten an der Thematik herzlich im Victoria Park Plaza willkommen. Uns geht es darum, dass Vertrauen in alle Aktivitäten unserer Kommission und auch in die von Full Tilt zurückkehrt. Oberste Priorität für eine mögliche Neuvergabe der Lizenz hat die Auszahlung von immer noch $150 Millionen Dollar an Spieler auf der Seite in den USA.“

Nach dem Black Friday am 15. April hatte Full Tilt außerhalb der USA seinen Spielbetrieb aufrechterhalten aber nie seine immensen Probleme  mit der Auszahlung der US-Spieler in den Griff bekommen. Nachdem wochenlang eine schlechte FT-News die nächste gejagt hatte, zog die AGCC die Reißleine und entzog Full Tilt am 29. Juni vorläufig die Lizenz. Seitdem ist der Spielbetrieb bei Full Tilt zu 100% eingestellt.

Während also morgen über die Zukunft von Full Tilt diskutiert wird, kümmern sich andere schon mal um die verwaisten FT-Red Pros, die seit Ende Juni ohne klare Perspektive und ohne Möglichkeit Geld aus ihrem Sponsorendeal zu schlagen durch den Poker-Circuit oszillieren.

Check Raise Management, die nach Poker Icons größte europäische Poker-Agentur lud mit einem Appell alle einstigen europäischen Red Pros dazu ein neue Sponsorendeals zu prüfen.

Operations Director Nick Ferro beschrieb den Black Friday und seine Auswirklungen auch als eine Chance. Das Verschwinden von Full Tilt hätte zwar eine gewaltige Lücke hinterlassen, eröffne nun aber auch die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen für einen neuen Sponsorendeal auszuloten. Dass ein Spieler wie Jake Cody, der jüngste „Triple Crown“ Gewinner  aller Zeiten ohne Sponsorendeal dastehe, sei ein „Unding“, so Ferro.

„Jetzt wo sich die Wogen geglättet haben, werden andere Seiten neue Teams zusammenstellen. Und wir werden dort auch einen Großteil der einstigen Full Tilt-Red Pro’s unterbringen können.“

Check Raise Management repräsentiert Spieler, wie Jake Cody, Toby Lewis, James Bord, Sam Trickett und Jeff Lisandro.

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