Update: Full Tilt Anhörung – Farce im Victoria Park Plaza

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Die Anhörung von Full Tilt durch Vertreter der Alderney Gambling Control Commission (AGCC) wurde nach kurzer Zeit unterbrochen. Full Tilt hat nun bis zum 15. September Zeit, für wirtschaftliche Stabilität zu sorgen.

Eigentlich waren die aktuellen Entwicklungen im Victoria Park Plaza Hotel in London zu erwarten. Schon gestern war aus französischen Poker-Medien durchgesickert, dass Full Tilt sich noch immer in Verhandlungen mit künftigen Investoren befindet und die Lizenz gebende französischen Behörde ARJEL dem krisengeschüttelten Unternehmen in Frankreich deshalb mehr Zeit geben will, um alle Bilanzprüfungen durchzuführen. Experten wie der CEO von ChilliPoker Alex Dreyfuss gingen deshalb davon aus, dass die AGCC diesem Beispiel folgen würde.

Dass es aber bei der Anhörung überhaupt nicht um die Auszahlung der Full Tilt-Spieler gehen könnte, sondern um die ausstehende Zahlung von Lizenzgebühren überraschte alle Anwesenden und verwandelte das groß angekündigte Hearing schnell in eine Farce.

Zunächst waren alle technischen Geräte für das öffentliche Hearing verboten worden. Die nächste Nachricht, welche die Konferenzräume verließ war, dass die AGCC $400.000 von Full Tilt verlange, die diese noch an Lizenzgebühren für die Vergangenheit schuldig seien.

Die Anwälte von Full Tilt erklärten daraufhin, dass diese Gebühren nur bezahlt würden, wenn es die Chance auf eine neue Lizenz geben würde. Der Betrag würde außerdem nur dann innerhalb von sieben Tagen nach Alderney überweisen, wenn die weitere Anhörung ab 14 Uhr Ortszeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden würde.

Die Rechtsanwälte von Full Tilt Poker sagten, eine öffentliche Anhörung sei „nicht im Sinne der Gerechtigkeit“. Außerdem würden im Laufe der Anhörung Informationen preisgegeben welche  „die Verhandlungen mit anderen Gesprächspartnern“ negativ beeinflussen könnten.

Chefanwalt Michael Heslop sagte, eine öffentliche Anhörung könne "hochsensible geschäftliche Informationen" an die Öffentlichkeit bringen, die einen "schwerwiegenden, negativen Effekt" auf das Verhalten potenzieller Investoren und Lizenzgeber haben könnten.

Nach momentanen Stand geht es also vorläufig um nichts Anderes, als um das Tauziehen um $400.000 Dollar statt um $150 Millionen von FT-Spielern auf der ganzen Welt. Noch gestern hatte Andre Wilsenach, Executive Director der AGCC, vollmundig mitgeteilt: „Wir heißen alle Medienvertreter und alle Interessenten an der Thematik herzlich im Victoria Park Plaza willkommen. Uns geht es darum, dass Vertrauen in alle Aktivitäten unserer Kommission und auch in die von Full Tilt zurückkehrt. Oberste Priorität für eine mögliche Neuvergabe der Lizenz hat die Auszahlung von immer noch $150 Millionen Dollar an Spieler auf der Seite in den USA.“

Bisher zeugen Verhalten und Aussagen sowohl von FT als auch vom AGCC vom Gegenteil.

Lesen Sie zu diesem Verfahren auch unseren Kommentar.

Updates:

[13:00] Der britische Pokerprofi Harry Demetriu verlor während der Anhärung die Fassung. Er stand auf und schrie, Full Tilt sei korrupt und stürmte aus dem Saal. Zahlreiche Zuschauer applaudierten.

[14:00] Die Unterbrechung wurde bereits mehrfach verlängert. Neuster Stand: Wiederaufnahme um 16 Uhr MESZ.

[16.11] Angeblich wurde Full Tilt ein Fragenkatalog vorgelegt, zu dem sich die Anwälte innerhalb von 15 min erklären müssen. Über den Inhalt der Fragen wurde nichts bekannt. Die Unterbrechung dauert an.

[17.33] Das Board will sich gegen 18:15 erklären.

[18:37] Es sieht nicht so aus, als würde sich heute noch etwas Entscheidendes tun. Alles sieht nach einer Vertagung aus.

[18:44] Die FT-Anwälte haben sich in einen weiteren Raum zurückgezogen. Macht den Eindruck einer Filibuster-Taktik für Fortgeschrittene.

[19:45] Nach kaum siebenstündiger Beratung ist man zu dem Ergebnis gekommen, das die Anhörung vorerst ausgesetzt wird. Ein neuer Termin wurde nicht bekanntgegeben. Ob die Anhörung öffentlich sein wird oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, wurde nicht bekanntgegeben.

Mittwoch: Die Anhörung wird bis zum 15. Sept. ausgesetzt. FT soll diese Zeit nutzen, um die Gespräche mit potenziellen Investoren abzuschließen und die notwendige Liquidität für die Auszahlungen an Spieler zu sichern.

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