FT- und AGCC-Statements vor der Anhörung

Full Tilt AGCC

Wird Full Tilt eine neue Lizenz bekommen? Die Frage soll am Montag beantwortet werden, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Wenige Tage vor der Anhörung haben sowohl die Alderney Gambling Control Commission (AGCC) als auch Full Tilt Poker Pressemitteilungen herausgegeben, in denen die Verhandlung am Montag sowie die finanzielle Zukunft von Full Tilt thematisiert werden.

Das Statement der AGCC betrifft vor allem die Begründung dafür, dass die Anhörung ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit stattfinden wird – gegen den ausdrücklichen Willen von AGCC Executive Director André Wilsenach.

„Ich freue mich darüber, dass die FTP-Anhörung wie geplant stattfinden wird … Ich bin jedoch enttäuscht über die Entscheidung des Tribunals, die Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen, obwohl ich mich energisch dagegen ausgesprochen habe …

Meiner Ansicht nach hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, welche Entscheidungen dazu geführt haben, Full Tilt die Lizenz zu entziehen und eine Anhörung einzuberufen, sowie die Gründe für diese Entscheidungen zu hören …

Nach meiner Kenntnis war es eine schwierige Gratwanderung für dieses Gericht, die Interessen verschiedener Parteien zu wahren und dabei die verschiedenen Gründe für und gegen eine weitere Verschiebung des Termins zu berücksichtigen, ohne das Interesse der Öffentlichkeit außer Acht zu lassen.“

Die anstehende Anhörung ist bereits zweimal verschoben worden. Zunächst auf den 26. Juli und dann auf den 15. September festgelegt, soll sie nun am 19. September stattfinden.

In der Pressemitteilung von Full Tilt ist vor allem von „Kostenoptimierung“ die Rede – Businessdeutsch für „Geld sparen durch Kündigungen“ – und von der fortwährenden Überzeugung, einen potenten Investor zu finden, die Spieler auszahlen zu können und weiterhin eine Zukunft auf dem US-amerikanischen Markt zu haben.

Auszüge:

„Pocket Kings [Full Tilts Hauptquartier in Dublin] setzt derzeit ein Kostenoptimierungsprogramm um und erwartet Einsparungen in Höhe von ca. €12 Mio.

Mithilfe dieses Programms wird der Betrieb des Unternehmens rationalisiert und modernisiert, um die Marke Full Tilt in den Märkten außerhalb der Vereinigten Staaten effizient zu platzieren und die Chancen für zukünftiges Wachstum und Profitabilität des Unternehmens zu optimieren.

Falls die Einsparungen ausschließlich durch Entlassungen realisiert werden können, könnten bis zu 250 Mitarbeiter betroffen sein. Eine genaue Zahl lässt sich aber erst nennen, wenn die Gespräche mit der Belegschaft abgeschlossen sind.

Trotz dieser bevorstehenden Maßnahmen ist Pocket Kings vom Zukunftspotenzial von Full Tilt außerhalb des US-Markts überzeugt und wird alles daran setzen, Full Tilt als Marke wiederherzustellen und alle Auszahlungen an die Spieler durchzuführen.

Das Unternehmen befindet sich derzeit in Gesprächen mit mehreren potenziellen Investoren und wird weitere Mitteilungen veröffentlichen, sobald Ergebnisse zu verzeichnen sind.“

Full Tilt Poker war am 29. Juni 2011 vom Netz gegangen, nachdem die AGCC dem Unternehmen wegen „Verstoßes gegen die Rechtssprechung von Alderney “ die Lizenz entzogen hatte. Vorausgegangen waren die Ereignisse des Schwarzen Freitag.

In der ersten Anhörung in London spielten die Repräsentanten des Pokeranbieters hauptsächlich auf Zeit. Ergebnisse wurden nicht erzielt.

Mitte August veröffentlichte Full Tilt eine Pressemitteilung, in der die fortdauernden Gespräche mit Investoren als Grund für die „zurückhaltende“ Öffentlichkeitsarbeit angeführt wurden.

Laut Angaben des Pokeranbieters wurden schon vor dem Black Friday ca. $115 Mio. des Unternehmenskapitals eingefroren.

Im August verließ der Chef der Marketingabteilung das Unternehmen, ein Investor meldete sich ab, und das gesamte Management stand plötzlich in Frage.

Später legte auch Jeff Ifrah, einer der Anwälte, die Full Tilt bei der ersten Anhörung vertreten hatten, sein Mandat nieder. Gründe und Hintergründe finden Sie in dieser Zusammenfassung.

Die Accounts der Spieler sind bis heute eingefroren. Auszahlungen wurden nicht getätigt. Die Forderungen der Spieler an Full Tilt werden auf 150 Mio. Dollar geschätzt.

 

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