Update: Full Tilt Affäre – Ferguson und Lederer angeklagt, was wusste Ivey?

lederer ferguson

Das amerikanische Justizministerium hat die Zivilklage gegen die Inhaber von Full Tilt Poker ausgeweitet und schwere Verdächtigungen wegen „Diebstahls von Spielergeldern“ erhoben.

Drei weitere Angeklagte wurden in der Anklageschrift erwähnt. Es sind die Miteigentümer bzw. Team Pros Howard Lederer, Chris Ferguson und Rafe Furst. Alle drei Angeklagten sollen sich gemeinsam mit Ray Bitar der Geldwäsche schuldig gemacht haben.

Das berichtet soeben die Webseite subject:poker.

Die vier Beschuldigten haben sich und weiteren Eigentümern des Unternehmens nach Informationen des Justizministeriums zwischen April 2007 und April 2011 „ungefähr $443.860.529,89“ überwiesen. Die Überweisungen endeten am 15. April 2011. Seitdem hätten die Begünstigten kein Geld zurückbezahlt, um die etwa $300 Mio. zu beschaffen, die FT Schätzungen nach seinen Spielern schuldet.

Die Angeklagten werden im Einzelnen der Geldwäsche in Höhe von $42 Mio. (Lederer), $41 Mio. (Bitar), $25 Mio. (Ferguson) bzw. $12 Mio. (Furst) beschuldigt.

Auszüge aus dem Memorandum zur Anklageschrift:

Laut der geänderten Klage hat einer der Pokeranbieter, Full Tilt Poker, nicht nur gegen das Gesetz zur Unterbindung illegalen Glücksspiels verstoßen und sich der Unterschlagung, des Online-Betrugs und der Geldwäsche schuldig gemacht, wie in der Klageschrift angegeben, sondern auch seine Spieler betrogen, indem er ihnen vorspiegelte, dass die in die Accounts eingezahlten Gelder sicher und von dem operativen Vermögen des Unternehmens getrennt seien, während zur gleichen Zeit mehrere hundert Millionen Dollar an die Eigentümer von Full Tilt ausgezahlt wurden. Full Tilt war zum Teil deshalb in der Lage, einen Betrug dieses Ausmaßes durchzuführen, weil es illegal in den Vereinigten Staaten tätig war, aber die gesamte Belegschaft sowie das operative Geschäft, Geldtransfers und die Buchführung in Übersee abwickelte.

Das Justizministerium schätzt die Summe, die FTP seinen Spieler schuldet, auf ca. $390 Mio. (Stand: 31. März 2011). Bis heute belaufen sich die Außenstände noch immer auf ca. $300 Mio. davon betreffen $150 Mio. US-amerikanische Spieler.

Für die geschädigten Spieler könnte sich die Ausweitung der Klage als Glücksfall erweisen, denn wenn es gelingt, die unrechtmäßig ausgezahlten Gelder erfolgreich zurückzufordern, könnten diese an die Spieler weitergeleitet werden.

Lesen Sie hier, was während der Anhörung in London am Dienstag sonst noch geschah.

 


Update:

Die Vorwürfe gegen Howard Lederer und Chris Ferguson sind Teil einer Zivilklage. Es besteht keine Anklage im strafrechtlichen Sinn.

Phil Ivey
"Player Owner 1".

Inzwischen wurde bekannt, wie groß die Anteile an der Firma Tiltware sind, die einzelne Besitzer halten: Ray Bitar 7,8%, Howard Lederer 8,6%, Chris Ferguson 19,2%, Rafe Furst 2,6%.

Full Tilt hat einem weiteren Spieler/Eigentümer, der nicht angeklagt ist, mehr als $40 Mio. in Dividenden ausgezahlt und mehrere Millionen Dollar geliehen. Es handelt sich um einen professionellen Spieler, der als „Player Owner 1“ bezeichnet wird.

Ferner wurde bekannt, dass FTP bereits Anfang 2011 praktisch insolvent war. Trotzdem wurden den Team Pros weitere Darlehen gewährt. „Player Owner 1“ erhielt in der zweiten Jahreshälfte 2010 allein $2 Mio.

Im Hinblick auf alle Geschehnisse, die ans Licht gekommen sind, kann man ohne größere Zweifel davon ausgehen, dass „Player Owner 1“ Phil Ivey ist. Es gibt bisher keine ERkenntnisse zu der Frage, ob und wie viel Phil Ivey von den Ereignissen hinter den Kulissen wusste. Ob Ivey Täter ist oder Opfer, ist bisher reine Spekulation.

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