Fish and Chips – Taxis, Schläge und Turniere

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7 Oktober 2013, Von: Dirk Oetzmann
Geposted in: The Hand
Fish and Chips – Taxis, Schläge und Turniere

Der EPT-Blog: Wussten Sie, dass Daniel Negreanu dem Phil Ivey schonmal ein paar geschallert hat, was Phil Hellmuth gestern tat und was die Londoner Taxis so besonders macht?

Das verschwundene Turnier

Schon gehört? Phil Hellmuth hat gestern das Open Face Chinese Turnier gewonnen. Darüber haben wir aus zwei Gründen nicht berichtet.

Erstens war es ein Turnier mit 21 Spielern, also nicht unbedingt ein Highlight der zugegebenermaßen noch jungen OFC-Geschichte.

Zweitens - und das ist eigentlich der wichtigere Grund - konnte ich es nicht finden! Die Treppenaufgänge sind hier derartig verwirrend, dass man sich ohne Weiteres verlaufen kann, wenn man nur zweimal um die Ecke geht.

Minderjährige dürfen hier garantiert gar nicht alleine herumlaufen, und ich glaube, ich habe in einer Ecke hinter dem Vorhang etwas gesehen, das aussah wie ein Skelett.

Stairs
Entfernte Hilferufe auf der Treppe.

Bis in den dritten Stock habe ich mich schon vorgewagt, aber dann war mir, als hörte ich entfernte Hilferufe, also kehrte ich schnell wieder um.

Leider kann ich deshalb nicht aus erster Hand bestätigen, dass die Meldung stimmt. Dabei habe ich sogar gesehen, wie Hellmuth ganz unprätentiös das Gebäude betrat. Es war so unaffällig, dass ich nicht sicher war, ob ich mir das nur eingebildet hatte.

Also: Wenn noch ein Turnier in jenem unsichtbaren Raum stattfindet, werde ich mich mit Wasserflasche und Proviant bewaffenen und auf den Weg machen. Versprochen.

Falls Sie dann nichts mehr von mir hören, alles Gute, war schön so lange es dauerte...

Warum ich keinen Tequila trinke

Als ich zum letzten Mal Tequila getrunken habe – das war zu Studienzeiten und ist schon einige Jahre her – schmiss ich mit voller Absicht ein Glas gegen die Wand. Das war mir am nächsten Tag so peinlich, dass ich diesem Getränk komplett abschwor.

Leider ist diese Geschichte nicht halb so beeindruckend wie die, die Daniel Negreanu vor einigen Jahren in Monte Carlo passierte.

Nachdem er mit Live-Stream Kommentator Joe Stapleton und Phil Ivey die Nacht tequilamäßig durchgezecht hatte, war er so schlecht zu Fuß, dass man ihn per Rollstuhl in sein Zimmer bringen musste.

Am kommendne Tag ging es ihm so schlecht, dass er sich sicherheitshalber in das High Roller Turnier einkaufte (wo er am Ende Sechster wurde).

An die vergangene Nacht erinnerte er sich nur noch grauschleierig, deshalb freute er sich auch, als Phil Ivey ihn anrief und sagte, „ich schulde dir was“.

Super, dachte sich Daniel, was denn.  „Du hast mir gestern Nacht vor meiner Freundin drei Mal eine geknallt. Die habe ich jetzt gut. Und ich kriege dich, wenn du es am wenigsten erwartest.“

So erzählt Daniel Negreanu die Geschichte heute, zu sehen hier.

Und so wie ich mir das vorstelle, wird das etwa so ablaufen:



Ich kauf’ mir was

Die Londoner Preise sinid ja legendär. „Kann das sein?“, fragte mich der Kollege Knossalla nach sienem Eintreffen am Grand Connaught Rooms, „dass ich dem Taxifahrer für die Fahrt vom Flughafen hierher gerade 100 Euro gegeben habe?“

Ich vermute, dass die Frage nicht ganz richtig gestellt ist, nicke aber zustimmend und erkläre, dass ich mit dem Zug aus Luton gekommen bin, weil ich mir mit meinem Budget nicht mal den Eintritt in so ein Taxi leisten kann.

Überhaupt, die Londoner Taxis. Dank der inseltypischen Verschrobenheit der hiesigen Ureinwohner dauerte es Jahrzehnte, bis es gelang, die klassischen und extrem unbequemen schwarzen Taxis abzuschaffen.

receipt london
Eine Rechnung, die ich gerne bezahlen können würde.

Dank derselben Verschrobenheit wurden diese durch eine neue Generation ebenso schwarzer und ebenso unbequemer Taxis ersetzt. Das hat Stil.

Man muss aber gar nicht in ein „Cab“ steigen, um sein Portemonnaie wirkungsvoll zu leeren. Auf dem Weg zum Turnier einfach mal eingekehrt und zwei Brötchen mit Kaffee für mich und den Kollegen geholt.

Kostet 20 Euro. Möchten Sie Milch in den Kaffee?, fragt die nette Dame an der Verkaufstheke. Danke, lieber nicht.

Wie die Preise hier zusammenkommen, illustriert sehr schön der Zettel rechts mit 5000 Pfund Gebühr nur für die Bedienung. Wie viel Trinkgeld da wohl angemessen ist?

Die Hotels in dieser hochmodernen Stadt sind irgendwie noch nicht im 21. Jhdt. angekommen. wie sonst ist es zu erklären, dass man Extragebühren für Internetanschluss bezahlen muss?

Das findet auch einer der Holländer, den ich vor der Tür des Grand treffe. „Es gibt Hotels hier, da kostet das Zimmer 400 Euro, und dann wollen sie noch 25 für das Internet.“

400 Euro? Ich schaue verstohlen auf die Rechnung für mein Appartement, denke wieder über Budgets im Allgemeinen nach und sage, ja, genau.

Andererseits, resümiert der ebenfalls anwesende und notorisch gut gelaunte Marcel Luske, sind wir hier bei einer EPT, wir sind in London, und das Wetter ist auch noch schön. Worüber soll man sich da noch beschweren?

Und da hat er irgendwie auch wieder recht.

 

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