Fantastic Five – Die unverdientesten Pokerweltmeister aller Zeiten

Jamie Donkey Gold

Seit 1971 wird bei der WSOP Jahr für Jahr der Pokerweltmeister ermittelt und mit Stu Ungar, Doyle Brunson, Scotty Nguyen, Johnny Chan und Phil Hellmuth gelang es einigen der besten Spieler, den Titel zu erringen. Doch nicht nur Größen schafften es, sich in die Siegerliste des wichtigsten Turniers der Welt einzutragen, denn ab und zu schlug das Glück dem Können ein Schnippchen – hier die Liste der größten Glückspilze unter den Pokerweltmeistern.

5. Chris Moneymaker, WSOP 2003

Die Verdienste Chris Moneymakers seit seinem legendären Triumph im Jahr 2003 sind unbestritten. Der ehemalige Buchhalter mit dem skurrilen Namen sorgte mit seinem Sieg für den weltweiten Pokerboom und betätigte sich bis vor kurzem als Botschafter von PokerStars, um neue Freunde für das Spiel zu gewinnen.

Allerdings muss man auch sagen, dass Moneymaker nach seinem Sieg nicht mehr allzu viel gelang. Er spielte etliche Turnier (meist gesponsert) und erreichte dabei nicht einmal die Hälfte der 2,5 Millionen Dollar, die er für seinen Titel als Preisgeld erhielt.

Hier ein brutaler Bad Beat, den er Phil Ivey auf dem Weg zum Titel verabreichte:

4. Noel Furlong, 1999

Vier Jahre vor Moneymaker gewann ein Spieler, an den sich heute nur noch Insider erinnern können. Getreu dem alten cäsarischen Motto „Ich kam, sah und siegte“, trat der Amateur Noel Furlong bei der WSOP 1999 erstmals bei Pokerturnieren an und holte sich nach zwei kleineren Cashes direkt den Titel.

In der letzten Hand besiegte er Alan Goehrings Sechsen mit 55 und durfte sich über 1 Million Dollar freuen.

Anschließend kehrte er nach Irland zurück und war nur noch sporadischer Gast bei Pokerturnieren. Dabei spielte er meist Turniere mit dreistelligen Buy-Ins, wie etwa 2006, als er ein Charity-Turnier mit €330 Buy-In gewann.

Hier seine Siegerhand von 1999:

3. Robert Varkonyi, 2002

Allein sein Spitzname „the forgotten champion“ sagt eine Menge über Robert Varkonyi aus, der 2002 seinen ersten Cash bei einem Pokerturnier erzielte und dabei gleich Weltmeister wurde.

Seinetwegen musste sich Phil Hellmuth die Haare zu wohltätigen Zwecken abschneiden lassen, da er sich überhaupt nicht vorstellen konnte, dass der völlig unbekannte Varkonyi so starke Spieler wie Julian Gardner in die Knie zwingen würde.

Am Ende holte sich der ehemalige Investmentbanker den Sieg und die 2 Millionen Dollar Preisgeld, spielte danach noch sehr viele Turniere, konnte seinen Titel aber nie auch nur ansatzweise bestätigen.

Hier die letzte Hand bei seinem Sieg:

2. Jerry Yang, 2007

Wie aus dem Nichts kam auch der Sieg Jerry Yangs im Jahr 2007. Der studierte Psychologe trat als völliger Außenseiter zum wichtigsten Turnier der Pokerwelt an und erwischte einen Riesenlauf.

Unter 6.358 Spielern erreichte er zunächst den Finaltisch und ließ sich dort getreu dem Motto „Ich hab ja nichts zu verlieren“ nicht mehr aufhalten. Am Ende sahnte er über 8 Millionen Dollar ab und krönte sich zum Nachfolger unserer unbestrittenen Nummer 1 (siehe unten).

Yang spielte danach noch viele Turniere, die aber zeigten, dass sein Sieg eine klassische Eintagsfliege war. Deutlich mehr erreichte er mit seinem karitativen Engagement, indem er 10 Prozent seiner Pokergewinne spendete.

Hier ein stimmungsvolles Duell auf seinem Weg zum Sieg:

1. Jamie Gold, 2006

Klare Nummer 1 auf unserer Liste der unverdientesten Pokerweltmeister ist Jamie Gold, der zu allem Überfluss mit 12 Millionen Dollar das größte Preisgeld in der Geschichte des Main Event erhielt.

Gold hatte zuvor schon etliche kleinere Turniere bestritten und dabei halbwegs erfolgreich abgeschnitten. Das Buy-In für den Main Event konnte er sich aber angeblich nur leisten, weil er zuvor Spieler angeworben hatte, die während des Turniers Werbung für den Pokerroom Bodog machten.

Als Ausgleich erhielt er die 10.000 Dollar Startgeld und sollte laut der Version seines Partners Crispin Leyser das eventuelle Preisgeld teilen.

Gold bestritt dies und zeichnete sich auch in der Folge als höchst unrühmliche Figur in der Pokerszene aus. Trauriger Höhepunkt seines schlechten Geschmacks war die Versteigerung seines Bracelets im Jahr 2013 für läppische 65.000 Dollar.

Hier eine Hand von ihm gegen Mike McDonald, in der er seine „ganze Klasse“ unter Beweis stellt:

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