Fantastic Five - Die größten Bluffs der Pokergeschichte

Phil Ivey bei seinem legendren Bluff gegen Lex Veldhuis bei High Stakes Poker

In unserer neuen Artikelserie „Fantastic Five“ stellen wir euch Woche für Woche die Top 5 Videos zu den spannendsten Pokerthemen vor. Beginnen möchten wir mit der Königsdisziplin beim Poker, dem Bluffen. Zum Auftakt haben wir die fünf größten Bluffs der TV-Pokergeschichte für euch herausgesucht. Fast jedes Mal involviert sind die Großmeister des Bluffs, Tom Dwan und Phil Ivey. Als Zugabe gibt es eine legendäre Hand, die leider von keiner Kamera aufgenommen wurde.

#5: Phil Ivey vs Paul Jackson

2005 ging es beim Monte Carlo Millions um eine Siegerprämie in exakt dieser Höhe. Im Heads-Up saßen sich Großmeister Phil Ivey und der Engländer Paul Jackson gegenüber, der davor und danach in der Pokerwelt keine große Rolle mehr spielte.

Das Heads-Up zwischen Ivey und Jackson war lange Zeit nur Geplänkel, bis es zu dieser denkwürdigen Hand kam:

Jackson hatte mit 6 5 geraist und Ivey mit Q 8 gecallt. Der Flop kam mit 7 J J und Ivey setzte mit 80.000 nach. Sein britischer Counterpart wollte sich dieses Mal jedoch nicht herumschubsen lassen und repräsentierte mit seinem Raise auf 170.000 selber ein starke Hand.

Doch Ivey wäre nicht Ivey, wenn er hier den Schwanz eingezogen hätte. Einmal musste der Gegner noch getestet werden. Die 3-Bet auf 320.000 sollte eigentlich genügen, um die Stärke der Hand von Jackson zu prüfen.

Doch der wollte hier dem  für viele besten Allroundspieler seine Eier zeigen. Obwohl es um einen Preisgeldunterschied von einer halben Million Dollar ging, riskierte Jackson einen Großteil seiner Chips für eine 4-Bet auf 470.000.

Spätestens jetzt hätte wohl jeder normale Pokerspieler diese marginale Hand gefoldet, aber Ivey zementierte spätestens hier seinen Ruf, als Ausnahmeerscheinung am Pokertisch und stellte seinen Gegner All-In.

#4 Tom Dwan vs JC Tran

Bei der „Premier League“ zog Tom Dwan – dem man bezüglich dieses Rankings eine eigene Top 5 hätte widmen können – diesen legendären Bluff durch. Sein Gegner war niemand Geringeres, als der zweifache Bracelet-Träger JC Tran.

Und das war die Action: Dwan hielt Q T und Tran A T. Der Flop brachte A J 9 und wurde von beiden gecheckt.

Auf dem Turn zeigte sich mit J der zweite Bube. Nach Check-Call von Tran lagen bereits $50k in der Mitte und der River brachte mit dem J auch noch Bube Nummer 3.

Tran checkte noch ein drittes Mal und dann holte sich Dwan hier nicht nur einen Pot, der ihm eigentlich nicht gehörte, sondern auch den Ruf des wohl kreativsten Livespielers, auf den sich je eine TV-Kamera gerichtet hat. Dwan schob seine verbliebenen $100k über die Linie und repräsentierte mit dieser ungewöhnlichen Overbet den vierten Bube und Quads.

Tran ließ sich beeindrucken und das obwohl er die Second Nuts hielt.

#3 Phil Ivey vs Lex Veldhuis

In dieser Hand zeigte Phil Ivey wie wichtig Reads beim Livepoker sind und welche außergewöhnlichen Fähigkeiten er beim Lesen seiner Gegner besitzt.

Mit Barry Greenstein hat er schon unzählige Hände gespielt und beim Holländer Lex Veldhuis wußte er wohl, dass der seinerseits ein bisschen zu viel auf seine Bluff-Skills hielt.

In dieser Hand entscheidet sich alles bereits vor dem Flop und am Ende lächelt der Meister weise...

#2 Brad Booth vs Phil Ivey

Mit dieser Hand hat sich Brad Booth unsterblich gemacht.

Sein Bluff war nicht nur großartig gespielt, sondern als Gegener hatte er sich ausgerechnet Phil Ivey himself ausgesucht.

Mit einem Riesenstapel an Dollar in der Hinterhand hatte Booth Iveys 3-Bet mit nicht mehr, als 4 2 gecallt.

Ivey hielt mit K K ein Monster und setzte nach dem Flop von 3 7 6 ein Continuation Bet in Höhe von $23k. Hoch genug, um seinen Gegner zum Aufgeben zu bewegen, doch Brad Booth hatte einen anderen Plan. Mit nicht mehr, als einem Gutshot schob er seinen kompletten Stack in Höhe von $300.000 über die Linie und zwang den sichtlich verdutzten Ivey zu einem Fold.

Im Exklusiv-Interview verriet uns Brad sechs Jahre später, was ihn zu diesem waghalsigen Move bewegt hat. 

#1 Phil Hellmuth vs Mike „The Mouth“ Matusow

Mit diesem Bluff bewies Phil Hellmuth, dass er doch nicht der schlechte Cash Game-Spieler ist, als den man immer sehen wollte.

Im Duell der Großmäuler zeigt er Mike Matussow was eine Harke ist und das obwohl Letzter mit Pocket Kings die zweitbeste und Hellmuth mit 72 die schlechteste Starthand beim Poker hält...

Zugabe

Der vielleicht legendärste Bluff der Pokergeschichte wurde leider von keiner Kamera aufgezeichnet.

Dafür wurde er durch den Film „High Roller – The Stu Ungar Story“weltberühmt. Jack „Treetop“ Strauss hatte 1982 die World Series gewonnen und war auch als Cash Game-Spieler gefürchtet.

Bei einer High Stakes Partie No-Limit Holdem hatte sich Strauss nach einigen gewonnenen Händen entschieden auch die nächste Hand zu raisen.

Er bekam mit 72 offsuit ebenfalls die schlechteste Starthand, raiste dennoch und wurde von seinem Gegener gecallt. Auf dem Flop zeigte sich 7-3-3. Sein Gegener setzte eine gewaltige Summe. Strauss ahnte, dass er die schlechtere Hand hielt, entschied sich aber für einen Bluff.

Nachdem der Turn eine 2 gebracht hatte, bot Strauss seinem Kontrahenten an, ihm für 25 Dollar eine seiner Karten zu zeigen. Der nahm das Angebot an und bekam die 2 zu sehen. Wohl aus Angst vor der dritten 2 ließ er sich noch vor dem River aus der Hand drängen. 

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Lars 2015-02-20 09:43:28

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