Express zur Hölle

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Wenn die Pokerkarriere schiefgeht: Vom tiefen Fall eines ehemaligen Pokerprofis. Der 37-jährige Ron Fanelli aus New York, ehemaliger Offizier der Navy und mehrere Jahre lang populärer und erfolgreicher Pokerspieler, wurde in Thailand des Mordes angeklagt.

Geschichten von Pokerspielern, denen ein First Deposit Bonus genügte, um eine mehrere Millionen Dollar schwere Bankroll aufzubauen, werden von den branchennahen Medien gerne ausgewalzt und breitgetreten. Das heißt nicht, dass diese Werdegänge nicht der Realität entsprechen. Es ist aber mithin jedem Hobbyspieler gegenwärtig, dass es sich um absolute Ausnahmen handelt.

In den meisten Fällen bleibt ein Spieler bei seinen Leisten, soll heißen seinem Limit, und wenn es ihm auf Dauer gelingt, ausgeglichen zu spielen oder gar einen Gewinn zu erzielen, freut er sich und staunt weiter über die enormen Summen, die etwa bei High Stakes Poker über den Tisch wandern.

Manche hoffnungsvolle Pokerkarriere endet jedoch im Gefängnis oder mit noch Schlimmerem.

Fanelli war unter dem Spitznamen „Mad Yank" bekannt, als er 2004 unter anderem in Vicky Corens Chatshow im Poker Channel auftrat. Seine Wutausbrüche am Pokertisch verzieh man ihm. In den folgenden Jahren blieb der Erfolg jedoch aus, 2006 galt er bereits als bankrott. Er lieh sich Geld und schlief bei Freunden auf dem Fußboden.

Im Jahr darauf ging er nach Thailand, und die Dinge gerieten endgültig aus den Fugen. Eine Ehe mit einer Einheimischen ging in die Brüche, als ihr erstes gemeinsames Kind erst einige Monate alt war. Unfähig, profitabel zu spielen oder sich auf andere Weise eine neue Existenz aufzubauen, schlitterte Fanelli in einen Abgrund aus Drogen und Prostituierten. Gelegentlich arbeitete er als Croupier.

Am Ende der Abwärtsspirale steht nun ein Mord: Fanelli gestand, die Prostituierte Wanphen Pienjai erstochen, den Körper zerteilt und die Überreste an einsamer Stelle in der Region Wichit abgelegt zu haben. Er hatte die Vorwürfe zunächst abgestritten, seine Meinung allerdings geändert, nachdem ihm Bilder von Überwachungskameras und Telefonmitschnitte präsentiert worden waren.

In einer Erklärung, die er von seinem Anwalt verlesen ließ, beschrieb der die Tat als „furchtbaren Unfall". Er sei zur Tatzeit betrunken gewesen und habe nicht vorgehabt, das Opfer zu verletzen.

Das thailändische Strafrecht sieht für den Tatbestand Mord noch immer die Todesstrafe vor, die auch weiterhin vollstreckt wird. Allerdings ist es Usus, dass die Richter den Schuldspruch nach einem Geständnis in eine lebenslängliche Gefängnisstrafe umwandeln.

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