Esther Taylor-Brady - Die einzige Frau im $50k-WSOP-Championship

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Esther Taylor-Brady ist optimistisch was die Zukunft von Frauen im Pokersport angeht

Inzwischen gibt es immer mehr starke und erfolgreiche Frauen im Pokersport. Esther Taylor-Brady ist eine von ihnen und sie ist zuversichtlich, dass sich die Geschlechterlücke in Zukunft ein wenig schließen wird.

Seit über einer Dekade ist Esther Taylor-Brady bereits an den Pokertischen aktiv und in den letzten beiden Jahren war sie die einzige Frau, die sich in das 50.000 Dollar teure Poker-Players-Championship der WSOP einkaufte. Tatsächlich gelang es bislang nur einer einzigen Frau, in diesem prestigeträchtigen Turnier die Preisgeldränge zu erreichen: Melissa Burr im Jahr 2014.

Esther Taylor-Brady, die online unter dem Pseudonym E-Tay bekannt ist, wird vom Parx Casino in Philadelphia gesponsert und spielt regelmäßig in den teuren Mixed-Games, bei denen Swings im Bereich zwischen 5.000 und 30.000 Dollar an der Tagesordnung sind. Die Mixed-Games lernte sie vor dem Schwarzen Freitag, als sie noch online spielte und nun verdient sie ihren Lebensunterhalt durch Cash-Games und Turniere im ganzen Land.

Sechs Cashes, zwei Top-Ten-Platzierungen in diesem Jahr

Esther Taylor James Woods Greg Raymer
Bei der WSOP 2015

„Viele Frauen sprechen mich an, denn es ist eine Seltenheit, eine Frau in diesen Mixed-Game-Events zu sehen,“ meint Brady. „Ich weiß, viele Frauen wollen diese Spiele lernen, aber heutzutage ist das so viel schwieriger, da man nicht mehr online spielen kann.“

Brady erklärt, sie hat online hunderttausende Hände in allen möglichen Poker-Varianten gespielt, als man noch jederzeit für ein paar Dollar Mixed-Game-Turniere im Internet spielen konnte. Ein weiterer Vorteil der Online-Spiele war, dass ihr Geschlecht beim Spiel absolut keine Rolle spielt. Als sie anfing, Live-Turniere zu spielen, nahm sie eine große Menge Selbstvertrauen aus ihrer Online-Zeit mit.

„Am Ende musste ich mir den Respekt am Tisch so wie jeder andere auch verdienen. Da spielt es keine Rolle, ob man ein Mann oder eine Frau ist. Wenn es ein neues Gesicht in dem $50k-Feld gibt, muss man sich aufs neue beweisen, egal wer es ist.“

Bei dieser WSOP hat Esther Taylor-Brady bereits sechsmal die Preisgeldränge erreicht und kam dabei zweimal unter die Top-10.

Über Frauen im Pokersport

Esther Taylor-Brady ist optimistisch, dass Frauen in Zukunft im Pokersport besser repräsentiert sind und weniger Schwierigkeiten an den Tischen haben werden. Dabei verweist sie auf starke Spielerinnen wie etwa Maria Ho, Cate Hall oder Liv Boeree. In den letzten Jahren gab es einen kleinen Aufschwung und mehr weibliche Sieger bei großen Turnieren. Brady denkt, dieser Trend wird anhalten.

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Maria Ho, eine der ganz starken Pokerspielerinnen

„Wir können am Tisch nicht kontrollieren, wie man sich uns gegenüber verhält, aber wir können kontrollieren, wie wir reagieren. Wir können stark sein, egal wie wir behandelt werden. Deswegen bin ich zuversichtlich, denn es gibt schon so viele starke weibliche Pokerspieler, die sich einen Namen gemacht haben.“

„Bin ich zuversichtlich, dass die ungerechte Behandlung von Frauen durch Männer in Zukunft ganz aufhört? Nein. Das gehört wohl bei einigen Menschen einfach zur Natur. So ist unsere Welt und unsere Gesellschaft eben. Aber schau einfach auf all die starken, unabhängigen, selbstbewussten Frauen, die im Pokersport vorne weg marschieren. Das macht mich zuversichtlich.“

„Als ich 2006 mit dem Spiel anfing, gab es nur sehr wenige Frauen. Es gab Jen Harman und Annie Duke. Jetzt ist es anders. Ich kann dir jetzt 20 Frauen nennen, die selbstbewusst sind und richtig gut spielen. Diese Frauen sind laut und haben Zutrauen in ihre Fähigkeiten und das stimmt mich zuversichtlich.“

Ein für Damen offener Herrenclub

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Teil des Herrenclubs

Für Esther Taylor-Brady ist ein Buyin von 50.000 Dollar etwas höher, als sie gewohnt ist, aber sie fühlt sich wohl an den Tischen und ihren Gegnern gewachsen. Mit vielen dieser Mitspieler zockt sie regelmäßig in kleineren Mixed-Game-Turnieren mit Buyins zwischen 3.000 und 10.000 Dollar.

„Man muss sich das einfach einmal vor Augen halten – wir spielen ein Turnier und jeder einzelne Teilnehmer hat 50.000 Dollar investiert. Das ist eine unglaubliche Erfahrung und Möglichkeit,“ sagt Brady. „Ich habe dieses Turnier seit Jahren verfolgt, aber vor zehn Jahren hätte ich mir im Leben nicht träumen lassen, ich würde hier einmal mitspielen.“

Brady hat die Erfahrung gemacht, dass es auf den höheren Limits eine viel kleinere Rolle spielt, ob man Mann oder Frau ist. Es ist viel wichtiger, die Fähigkeit zu haben, in so einer stark umkämpften und varianzlastigen Umgebung überleben zu können. „Wenn du in diesen Spielen und auf diesen Limits bestehen kannst, denke ich, wirst du von deinen Mitspielern respektiert, egal ob du ein Mann oder eine Frau bist.“

„Ich bin inzwischen lange genug dabei und habe über zehn Jahre immer wieder mit den gleichen Leuten gespielt und allein das führt zu einer Menge Respekt. Ich werde eben wie einer von ihnen behandelt. Es mag sich zwar um einen Herrenclub handeln, aber man muss kein Herr sein, um Mitglied zu sein."

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