Es gibt mehr auf der Welt als Hold'em. Teil 2: Stud und Razz

EddyScharf

Zweiter Teil einer dreiteiligen Serie. Teil 1 behandelte Omaha und Omaha Hi/Lo, im zweiten Abschnitt werden wir uns mit Stud und Razz beschäftigen.

Ich möchte mit dieser Artikelserie Ihr Interesse daran wecken, auch andere Pokervarianten auszuprobieren, und Ihnen ausreichend Wissen vermitteln, um Ihnen den Einstieg zu ermöglichen. Vor dem Aufstieg von Texas Hold'em war das beliebteste Cash Game Seven Card Stud.

Genau genommen kann sich der Name „Stud" auf Five Card oder Seven Card Stud beziehen. Da Five Card Stud aber nur noch sehr selten gespielt wird, ist fast immer Seven Card Stud gemeint.

Stud

Grundlagen

Zunächst setzen Sie die Ante. Dann erhält jeder Spieler zwei verdeckte und eine offene Karte. Der Spieler mit der niedrigsten Karte muss nun das „Bring-in" bezahlen.

Bevor ich auf das Bring-in eingehe, sollte ich erwähnen, dass die Farben in Stud von Bedeutung sind. Die Reihenfolge der Wertigkeiten in absteigender Reihenfolge lautet: Pik, Herz, Karo, Kreuz.

Und wer jetzt gedacht hat, die Reihenfolge sei Pik, Herz, Kreuz, Karo, liegt nicht völlig falsch. Diese Reihenfolge gilt für Chinese Poker.

Doyle Brunson

Das Bring-in

Wie bereits erwähnt, muss der Spieler mit der niedrigsten Karte das „Bring-in" bezahlen. Er kann sich dabei aussuchen, ob er eine halbe Small Bet oder eine ganze Small Bet einsetzt.

In einer $10/$20-Partie hieße das:

Ante: $1

Bring-in: $5

Complete/Small Bet: $10

Big Bet: $20

Setzrunden

In den ersten beiden Runden gelten die Small Bets, in den letzten drei werden Big Bets gesetzt.

Nach dem Showdown gewinnt der Spieler, der aus fünf seiner Karten die beste Kombination bilden kann. Sollte es zwei identische Gewinnerhände geben, wird der Pot geteilt. In allen Stud-Varianten gilt, dass die Farben nur für die Bestimmung des Bring-ins eine Rolle spielen, aber niemals im Showdown.

Grundlegende Strategie

Es ist kurios, aber im Grunde erfahren Sie alles, was Sie über Starthände wissen müssen, aus einer Szene in dem Film Rounders.

Mike McD. sagt:

„Spiel nur Premiumhände. Fang mit nichts Schlechterem an als split Buben oder höher, wired Neuner oder höher, drei Flushkarten. Wenn die Hand für einen Call gut genug ist, ist sie auch für einen Raise gut genug, oder?"

Kurze Übersetzung gefällig?

Split Buben oder höher: Ein split ist ein Paar, von dem eine Karte offen und eine als Hole Card verdeckt liegt.

Wired Neuner oder höher: Ein wired Paar ist ein vollständige verdecktes Hole-Card-Paar.

Drei Flushkarten: Ihre ersten drei Karten sind alle von derselben Farbe.

Anfänger lassen sich häufig zu sehr davon beeindrucken, wie viele Karten sie in dieser Variante erhalten und wie viele Draws damit möglich sind. Wenn Sie allerdings keine Bankroll on Höhe von mehreren Zehntausend Dollar haben, halten Sie sich lieber an den Rat aus Rounders.

Der Großteil der Karten liegt bei Stud offen. Sie müssen sich alle Karten merken, die bereits gefoldet wurden. Außerdem müssen Sie in der Lage sein, alle offenen Karten im Auge zu behalten (das können bis zu 20 Karten sein) und abzuschätzen, wie diese sich auf Ihre Hand auswirken und welche Möglichkeiten sie für andere Spieler eröffnen.

Manchmal ist das ganz einfach. Wenn ein Spieler ein paar Asse als Up Cards hat und Sie nur ein paar Könige halten, wissen Sie, dass Sie geschlagen sind. In allen anderen Fällen müssen Sie sich jedoch auf Ihre Reads und auf Schlussfolgerungen verlassen.

Wenn ein Spieler drei Up Cards in einer Farbe hat, müssen sie sich daran erinnern, wie viele Karten dieser Farbe bereits gespielt wurden und wie viele davon Sie selbst halten. Wurden bereits fünf Karten dieser Farbe gefoldet, und Sie halten zwei, sind nur noch drei weitere im Deck, von denen der Gegner zwei benötigt, um den Flush zu vervollständigen.

Hält der Gegner verdeckt eine weitere Karte dieser Farbe, zieht er auf zwei Outs. Stud ist noch mehr als Hold'em ein Spiel, für das man Erfahrung benötigt. Über Hold'em können Sie viel aus Büchern lernen, aber Stud lernt man nur, indem man es spielt. Lernen Sie, Karten zu zählen und zu behalten und gleichzeitig zu taktieren.

Razz

Todd Brunson

Grundlagen

Razz ist sehr eng mit Stud verwandt. Es gibt jedoch zwei grundlegende Unterschiede:

  1. Die schlechteste Hand oder die niedrigsten Karten gewinnen den Pot.
  2. Der Spieler mit der höchsten Up Card muss das Bring-in bezahlen.

In Razz zählen weder Flush noch Straight gegen den Spieler. Die bestmögliche Hand ist daher A-2-3-4-5. Wenn zwei Spieler die identische beste Hand haben, wird der Pot wie in Stud geteilt.

Im Gegensatz zu 8-or-better-Varianten gibt es in Razz keine Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, damit eine Hand zählt. auch ein Full House kann einen Pot gewinnen, wenn es die schlechteste Hand ist!

Grundlegende Strategie

Razz ist viel einfacher zu lernen als Stud. Es ist einfacher, die Karten der Gegner zu interpretieren und zu erfassen, welche Hand sie halten und wo man selbst steht. Als Anfänger sollten Sie vor allem nach Made Hands Ausschau halten.

Beispiel:

Jemand hat offen 2-4-5-7.

Dieser Spieler braucht nur noch ein As, eine 3 oder eine 6 für eine Hand 7 hoch. Unter Made Hands versteht man Hände, die bereits „fertig" sind, also keine Draws mehr zur Vervollständigung benötigen. Wenn Sie annehmen, dass jemand eine bessere Made Hand hat als Sie, sollten Sie vermutlich folden.

Als Razz-Anfänger sollten Sie vermeiden, gegen eine Made Hand zu drawen.

Auswahl der Starthände

Sie sollten nur dann spielen, wenn Ihre ersten drei Karten alle niedriger sind als eine 8. Viele Spieler beginnen mit Händen wie A-2-K und hoffen auf das ganz große Blatt. Es kommen aber nur noch vier Karten. Drei davon müssen Karten zwischen 3 und 7 sein, also muss man schon ziemlich genau treffen.

Bluffs

Da jeder nur das Board sehen kann, könne sie mit offenen Karten wie A-2-3 bluffen, unabhängig davon, was Sie sonst noch halten. Womit sollte ein anderer Spieler Ihre Bet bezahlen? Razz ist ein einfaches Spiel und macht eine Menge Spaß. Ich schlage vor, Sie spielen es auch ab und zu bei Ihren privaten Partien.

Bis zum nächsten Mal

Denken Sie jedoch daran, dass nicht mehr als acht Spieler am Tisch sitzen dürfen. 7 x 8 = 56. Eine Stud- oder Razz-Partie findet immer mit bis zu acht Spielern statt, wobei still vorausgesetzt wird, dass mindestens ein Spieler vor dem River folden wird. Falls Ihnen tatsächlich einmal die Karten ausgehen sollten, geben Sie eine Gemeinschaftskarte für alle, anstatt alle restlichen Karten zu verteilen.

Im dritten Teil werde ich versuchen, Ihnen auch die Varianten Stud 8-or-better und Five Card Triple Draw Lowball näher zu bringen.

Achtung: Sie müssen nicht nur die Karten beachten, die auf der dritten Straße gegeben werden, sondern in jedem Fall auch alle weiteren, die im Verlauf der Hand noch auftauchen.

Es gibt mehr auf der Welt als Hold'em:

Teil 1: Omaha und Omaha Hi-Lo

Teil 3: STud Hi-Lo und 2-7 Triple Draw

 

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