"Unseriös? Nicht mit mir!" - WSOPE exklusiv

erich kollmann
Erich Kollmann bei der WSOPE. - "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Full Tilt zurückkommt."

Erich Kollmann über seinen Abschied von Full Tilt Poker, seinen neuen Sponsor und die WSOPE in Cannes.

Erich Kollmann ist gut gelaunt. Er hat beim €5k PLO Event der WSOP Europe in Cannes den Finaltisch erreicht, das Klima ist angenehm, und das Leben könnte schlechter sein.

Spricht man ihn aber auf seine Vergangenheit bei Full Tilt Poker an, verfinstert sich seine Miene. Es war kein schöner Abschied.

„Ich flog von Las Vegas zurück nach Hause, und als ich ankam, konnte ich meinen Account nicht mehr öffnen. Es war bei mir dasselbe wie bei allen anderen Spielern. Das Geld war blockiert, und ich habe bis heute nichts davon gesehen.“

„Also habe ich mich mehrfach mit meinen Kontaktpersonen unterhalten, bin aber immer wieder vertröstet worden. Anfang August hat es mir dann gereicht, und ich habe gesagt, wenn Ihr so unseriös handelt, dann eben nicht mit mir.“

Dabei geht es Kollmann nicht nur um sich selbst.

„Immerhin haben wir ja auch mit Unipoker, wo ich stark involviert bin, eine Menge Spieler zu FTP gebracht, und deren Geld ist jetzt auch eingefroren. Da fühle ich mich natürlich furchtbar.“

Wobei mangelnde Seriosität nicht unbedingt eine Eigenart nur der Pokerbranche ist. „Wenn es um viel Geld geht, zieht das eben auch immer zwielichtige Typen an.“

Die Trennung zwischen Erich Kollmann und FTP wurde am 13. August bekannt. Kaum drei Wochen später gab Kollmann seinen neuen Sponsor Club7 Poker bekannt, einen Anbieter des Merge Netzwerks. Warum dieser Online-Pokerraum?

„Ich habe mit mehreren Pokerräumen gesprochen, darunter auch PokerStars. Es gab unterschiedliche Angebote, manche mehr, manche weniger interessant. Letztlich war das Angebot von Club7 aber einfach das beste.“

Für Kollmann sieht die Zukunft also ziemlich gut aus. Wie beurteilt er die von Full Tilt? Wird Bernard Tapie das Unternehmen retten?

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Full Tilt noch einmal zurückkommt. Wer übernimmt denn eine Firma, die mehrere hundert Millionen Euro Schulden hat. Wer will eine solche Ausgansposition? Und Bernard Tapie? Ein Verbrecher. Da ist mein Vertrauen sehr begrenzt.“

Tatsächlich war Bernard Tapie schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt, was ihm sogar eine Gefängnisstrafe einbrachte.

Kollmann hat die Trennung von FTP jedenfalls nicht geschadet. Das Jahr 2011 ist das erfolgreichste seiner Karriere. Zehn Cashes stehen in diesem Jahr bereits auf seiner Ergebnisliste, darunter ein Sieg in Seefeld, Cashes bei der EPT Berlin, der WPT Wien und der Partouche Poker Tour in Cannes und in einer Reihe von CAPT Events. Insgesamt nicht weniger als neun Finaltische in zehn Monaten!

Erich Kollmann wird bei der WSOPE 2011 auf jeden Fall noch im Main Event antreten. Vielleicht auch noch häufiger?

„Mal sehen. Mein Sponsor ist da ziemlich locker. Es gibt zwar ein Budget, aber wenn ich den ein oder anderen Event noch mitnehmen will, ist das kein Problem.“

Nach dem Erreichen des Finaltisches im €5k PLO Event dürfte es noch weniger ein Problem sein.

Verfolgen Sie das Finale live in unserem Blog. PokerZeit ist in Cannes vor Ort und berichtete täglich live von den Events der WSOPE 2011.

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