EPT Wien Finale - drei Deutsche jagen Negreanu

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Auf dem Weg zur Triple Crown? - Publikumsliebling Daniel Negreanu.

Während der Deutsch-Grieche Konstantinos Nanos den ganzen Tag um Platz 1 spielte, war der letzte Skandinavier, Morten Erlandsen aus Dänemark, der Pechvogel des Tages. Wir haben beide im Video-Interview. Für die deutschsprachige Poker-Community lief der Tag ausnahmsweise mal richtig gut. Michael Eiler, Matthias Lotze und Andreas Wiese sind am Finaltisch dabei. Als souveräner Chipleader erscheint dort Daniel Negreanu.

Der Final Table zur EPT Wien 2010 ist nach erwartungsgemäß zähem Ringen ausgespielt und es gibt folgende Fakten an die Statistiker weiterzugeben: Österreicher - 0, Schweizer - 0, Skandinavier - 0, Deutsche - 3. Wenn man es richtig nimmt sogar 3+1, denn Konstantinos Nanos, der als Chipzweiter ins Rennen um die €700.000 geht, hat nicht nur sein ganzes Leben in Deutschland verbracht, sondern ist als geborener Essener auch ein echtes Ruhrpottkind.

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Die Kameras waren heute auf Daniel Negreanu gerichtet.

Trotzdem startet Nanos in Wien für Griechenland. „Dort werden auf meinen Sieg von den heimischen Buchhaltern mittlerweile Wetten angeboten", erklärte er die Gründe für seine Nationenwahl. „Mir wäre es eigentlich völlig egal gewesen. Aber nun steht das „GRE" nun mal in den Tabellen."

Wie der Tag für Konstantinos Nanos lief und warum er seinen Beruf als Arzt vor einem halben Jahr zugunsten von Poker zurückgestellt hat, erzählte er uns hier:

Überhaupt hatte das deutsche Feld ausnahmsweise einen richtig guten Tag erwischt. Lediglich die Hoffnungen von Tonio Röder als 15. (20.000 Euro) und Nima Ahary als 23. (16000 Euro) mussten begraben werden. Der Mann mit dem größten Pech war allerdings auch der letzte Skandinavier des Feldes. Nach einem Suck out von Daniel Negreanu musste der Däne Morten Erlandsen seinen Stuhl räumen.

Gerade erst war Erlandsen an den TV-Table gekommen, da bekam er seine Chips auch schon mit A A gegen 7 7 von Daniel Negreanu im Pot unter. Eine einmalige Chance auf 1,4 Millionen Chips aufzudoppeln. But dont mess with the Poker Kid. Zumindest scheint das für die EPT Wien zu gelten. Negreanu fand eine 7 auf dem Turn.

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Michi Eiler im Fokus.

Besonders bitter ist das Ausscheiden vor allem, weil Erlandsen zwar seit zehn Jahren Poker spielt, aber noch nie wirklich weit in einem größeren Turnier gekommen ist. In Dänemark gilt er als Cash Game Spezialist dennoch als einer der meistrespektierten Spieler. Wir unterhielten uns mit dem äußerst charmanten Dänen kurz bevor ihn das Schicksal auf eine harte Probe stellte. Das komplette Video findet Ihr hier.

Die weitaus härteren Nehmerqualitäten gegen Lucky-Daniel bewies Michael Eiler, den wir ebenfalls im Video-Interview befragten. In der folgenden Hand lockte Eiler Negreanu in einen Call. Ein Kunststück, das so sicher nicht jedem gelingt.

Zunächst hatte der Italiener Luca Cainelli eröffnet, und sowohl Negreanu aus dem Small Blind und Eiler aus dem Big Blind hatten gecallt. Der Flop von 3 A 7 wurde durchgecheckt und den J am Turn spielte Michael Eiler dann für 220.000 an. Der Call kam nur von Negreanu. Der River offenbarte die Q und der Deutsche feuerte nun mit 547.000 fast Pot Size ab. Nach längerem Überlegen entschied sich Negreanu schließlich für einen Call. Eiler zeigte K T für die Nuts und strich einen fast 2 Mio. Chips großen Pot ein.

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Luca Cainelli.

Damit steht er nun auf Platz 3 des Chipcounts. Ihm dicht auf den Fersen ist der Italiener Luca Cainelli, der bei den EPTs in diesem Jahr ein Dauergast ist. Acht Teilnahmen hat er 2010 vorzuweisen. Und nun hat er es nach einem 11. Platz (40.000 Euro) in Berlin und einem 14. Platz (15.800 Euro) beim Snowfest endlich die erste Final Table Teilnahme gesichert.

Poker spielt Cainelli, das sagte er uns einer Pause, bereits seitdem er sechs Jahre alt ist. 2004 hat er dann seinen Job als Immobilienmakler aufgegeben, um sich konsequent seiner größten Leidenschaft zu widmen.

Inzwischen hat Cainelli „bei Cash Games soviel Geld gewonnen, dass auch die €700.000 Sieprämie mein Leben nicht besonders verändern würden".

Bisher hat der Südtiroler mit keinem der Final Table Teilnehmer am Tisch gesessen. Auch deshalb heißt seine Parole für das letzte Duell „Ich werde mein Spiel durchziehen, auch wenn es gegen Negreanu geht."

Für Negreanu geht es neben dem Titel aber auch noch um die Triple Crown. Die „Dreifachkrone" hat in der Pokerszene zwei verschiedene Bedeutungen. Online wird sie vor allem von der Seite pocketfives verwendet. Dort wird sie jedem Spieler verliehen, der innerhalb von einer drei große MTT auf drei verschiedenen Seiten gewinnt.

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Daniel Negreanu beugt sich über 5.000.000 Chips.

In der Live-Turnierszene gebührt die Triple Crown den Spielern, denen es gelungen ist, sowohl ein WSOP-Bracelet als auch einen WPT-Ring und einen EPT-Titel zu gewinnen.

Daniel Negreanu (vier Bracelets + zwei WPT-Ringe) wäre erst der dritte Spieler, dem dies gelingt. Der erste war Gavin Griffin, der im Jahr 2004 ein PLO Event bei der WSOP, im Jahr 2007 das EPT Grand Final und um darauffolgenden Jahr die WPT Borgata Classic gewann.

Roland de Wolfe erklomm den Gipfel knapp eineinhalb Jahre später. Nach den Siegen beim WPT Grand Prix de Paris 2005 und bei der 2006 noch existenten EPT Dublin triumphierte er auch im WSOP Event Nr. 27, $5000 PLO.

Erst vor Monatsfrist scheiterte ein weiterer weltbekannter Spieler nur knapp an dem ersehnten Dreifacherfolg. Joe Hachem, bekannt durch seinen Sieg beim WSOP Main Event 2005 (Prämie: $7.500.000), gewann im Dezember 2006 die $15.000 Doyle Brunson North American Poker Classic für weitere $2,2 Mio - Dritter wurde damals Daniel Negreanu - und erreichte bei der EPT London vor gerade einmal vier Wochen Platz 15.

Final Table Chipcounts:

  1. Daniel Negreanu, CAN, 5.070.000
  2. Konstantinos Nanos, GRE, 3.635.000
  3. Michael Eiler, GER, 2.160.000
  4. Luca Cainelli, ITA, 1.935.000
  5. Bruno Launais, FRA, 1.785.000
  6. Matthias Lotze, GER, 1.210.000
  7. Martin Hruby, CZE, 975.000
  8. Andreas Wiese, GER, 730.000

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