EPT Snowfest Tag 4 - Kampf um die hölzerne Hand

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Beim EPT Snowfest in Saalbach Hinterglemm scheint die Sonne, dass die Kitzbühler Alpen weg zu schmelzen scheinen. Alle Gesichter sind mittlerweile mit einem deutlichen Rotstich gefärbt. Alle? Nein nicht alle, denn die 24 Spieler, die gestern zu Beginn noch im Main Event waren, weisen mittlerweile eine aristokratische Blässe auf.

Zur besten Tageszeit wurde gestern wieder sieben Stunden Poker gespielt. Dominator war, wie schon an Tag 3, der Däne Allan Baekke. Und er startete das Massaker unter den neun verblieben deutschsprachigen Spielern schon in der ersten Hand. Mit A K bustete er den Berliner Nasr el Nasr, der A 8 suited hielt. Ihm folgten dann noch sechs weitere Hoffnungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach. Lediglich PokerStars Pro Johannes Strassmann und der österreichische Nachwuchsspieler Lukas Baumann schafften am Ende den Einzug an den Final Table.

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PokerStars EPT Snowfest Tag 4.

Dabei geht es hier im Alpine Palace neben dem Taschengeld von 445.000 Euro für den Sieger um einen Pokal, der direkt dem „deutschsprachigen Wald" entstammt. Herbert, der Schnitzer hatte in den vergangenen Tagen aus einem gewaltigen Stamm mit seiner Motorsäge eine mannshohe Hand gesägt, in die die Siegerkarten des Snowfestes verankert werden sollten.

Keine schlechte Idee. Blieb nur die Frage: Wie war dieser Koloss nach Dänemark, Kanada, Rumänien oder die USA zu transportieren? Und während die letzten acht Spieler sich in der Nacht wohl den Kopf zerbrochen hatten, wie viel des Preisgeldes in eine Verschiffung der „hölzernen Hand" investiert werden müsste, sah Herbert der Schnitzer ein, dass er da einen Fehler gemacht hatte und packte die Kettensäge ein und die Feinhobel aus.

Nun gibt es die Hand für den Sieger im Miniaturformat und der große Bruder bleibt für immer vor dem Alpine Palace stehen. Mit der Siegerhand, als Denkmal für den Dominator des Snowfestes von Saalbach Hinterglemm.

Ein bisschen warten auf ihr eigenes Pokerdenkmal müssen in jedem Fall Paul Thomas Otto und Florian Döhnert. Letzterer schied gestern als 16. (10.000) aus nachdem Freund Otto schon in Berlin gecashed (40.000) hatte. Wir baten die beiden 20-Jährigen zum Gespräch und fragten, wie sie sich das Buy-In für die EPT's leisten konnten.

Seid wann spielt ihr denn Poker?

Döhnert: Man wird das nicht glauben, aber wir spielen wirklich erst seit zwei Jahren. Da kann sich unser Livescore bei zwei EPT-Teilnahmen, zweimal unter den Top 20 doch echt sehen lassen.

Du sprichst da in der Mehrzahl. Seid ihr ein Team?

Döhnert: Nein, aber wir kommen beide aus Berlin-Pankow und kennen uns seit der Schule.

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Döhnert und Otto.

Okay, und wie sieht es online bei Euch aus, du Thomas hast mir in Berlin erzählt, dass der nächste Sprung im Preisplatz von 10.000 Euro dich nicht zum Schwitzen brächte, da er ungefähr dem Verdienst eines mittelprächtigen Monats beim Online-Poker entspräche...

Otto: Manchmal ist es auch mehr. Wir spielen ja eigentlich nur Cash Game. 3/6 und 5/10 haben wir ganz gut im Griff.

Aber Profis seid ihr ja offensichtlich noch keine.

Döhnert: Nein ich studiere „Business Administration" an der HWR und Paul „Naturwissenschaften in der Informationsgesellschaft" an der TU in Berlin.

Otto: Und da liegt auch unser Hauptaugenmerk drauf. Uni macht Spaß und dort sind die ganzen schlauen Leute, von denen man was lernen kann. Außerdem wird man vom „den  ganzen Tag vor dem Laptop sitzen" dumm. .... hat meine Mutter gesagt.

Dabei schlagen sich Florian Döhnert und Paul Thomas Otto, die bei den letzten beiden EPTs 53.000 Euro gewonnen haben lachend auf die Schenkel. Ganz schön nassforsch die beiden Grünschnäbel. Da sind wir gespannt, ob ihr Lauf auch in San Remo und Monte Carlo (wo sie spielen wollen) anhält.

Im Alpine Palace geht es heute um Krone und hölzerne Hand. Hier sind die Chipcounts des Final Table.

  • Allan Baekke, Dänemark, 4.688.000
  • Russell Carson, Kanada, 3.463.000
  • Brent Wheeler, USA, 3.096.000
  • Johannes Strassmann, Deutschland, 2.034.000
  • Jonathan Schroer, USA, 972.000
  • Alain Medesan, Rumänien, 919.000
  • Lukas Baumann, Österreich, 728.000
  • Daniel Van Kalkeren, Niederlande, 396.000

 

- Christian Henkel

 

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