EPT Snowfest Tag 3 - Die englische Brotzeit

Koller
Marcel Koller: Zwei Finaltische in Folge?

Nach Tag 3 sind nun noch 24 Spieler im Rennen um die Snowfest Krone, was nichts anderes bedeutet, als dass sich die Skipisten in den Kitzbühler Alpen langsam mit den ausgeschiedenen Spielern füllen. Und John Duthie, der englische TV-Produzent und Erfinder der European Poker Tour fühlte sich für die offenbar persönlich verantwortlich.

Gegen Mittag hatte er in der „Wolfs Hütte" zu einer Brotzeit geladen und sich selbst an den Kochtopf gestellt und Käsekrainer zubereitet. Ein Engländer, der kocht? Na ja, die Krainer Wurst wird bei den Österreichern auch als „Eitrige" bezeichnet, und könne, so mag sich Duthie gedacht haben auch von den kulinarisch minderbegabten Engländern zubereitet werden.

Immerhin ließen sich wenigstens die Deutschen und Österreicher nicht von Duthies angekündigten Wurstjonglagen abschrecken und fanden sich pünktlich in „Wolfs Hütte" ein. Die Poker-Amigos Jan Heitmann und George Danzer waren mit Frauen ebenso gekommen, wie Turnierdirektor Thomas Kremser. Der Münchner Schauspieler und German Highroller Joram Völklein war da, und auch EPT Beauty Sandra Naujoks. Florian Wolf, der Juniorchef des Alpine Palace zeigt einige Kunststückchen, mit denen sich gemeinhin die Haserl während der Skisaison beeindrucken lassen und es wurden bis weit in den Nachmittag hinein Kräuterschnäpse gereicht.

ept-logo
PokerStars EPT Tag 3.

Völlig unbemerkt ging derweil der Main Event in seinen dritten Tag. Und es war mit Sicherheit die Performance des Dänen Allan Baekke, die hier die entscheidenden Akzente setzte. Nach einigen Raise-Reraise-Rereraise Scharmützeln mit dem Berliner Nasr el Nasr trat Baekke im letzten Level richtig aufs Pedal und gewann 12(!!!) Hände in Folge. Er schloss den tag mit etwa 2,7 Millionen ab und hatte damit mehr als doppelt so viele Chips, wie der Nächstplatzierte.

In den heutigen Tag der letzten 24 gehen bei der PokerStars EPT Snowfest 2010 immerhin noch sieben Deutsche, zwei Österreicher und - ein Schweizer. Sein Name: Marcel Koller. Und weil der sich nach seinem fünften Platz bei der EPT Berlin daran macht seinen zweiten Final Table in Folge zu spielen, ist er uns gestern das Interview des Tages wert gewesen.

Marcel, wir sehen immer öfter die Kapuzenshirts mit dem Aufdruck „Holdem Crew" bei EPTs. Auch bei dir. Was hat es damit auf sich?

Wir sind sieben Amateurspieler aus Zürich und der Ostschweiz, die sich ursprünglich mal zusammengefunden hatten, um einen Teamwettbewerb von Everest um ein WSOP Main Event Ticket zu spielen.

Ein Amateurspieler bei zwei EPTs hintereinander. Gibt es so was überhaupt noch?

final-table-eptberlin
Koller am Finaltisch in Berlin (3.v.r.).

Ja, ob du es glaubst oder nicht, aber von uns hat jeder noch einen Beruf, studiert oder macht irgendeine Ausbildung. Ich zum Beispiel hätte mir schon das BuyIn in Berlin nicht leisten können. Aber ich habe ein Super Satellite Ticket gewonnen, ordentlich gecashed und bin deshalb auch hier am Start. Die anderen, wie zum Beispiel Swiss Poker Masters Dreifach Gewinner Daniel Walter und unser „Flitzer" Leon Burkhard hatten dafür schlicht und ergreifend einfach keine Zeit.

Man sieht gerade in Europa immer öfter beeindruckende Turnier-Performances von Schweizern. Zufall?

Eher nicht. Bei uns ist die Ausrichtung von Poker-Turniere mit einem Buy In von maximal 500 Franken (350 Euro) seit vergangenem Jahr legal. Das heißt wir können theoretisch jeden Tag ein Live-Pokerturnier um einen mittelschweren Preispool spielen. Das bringt uns einen immensen Live-Erfahrungsvorteil. Wundert euch deshalb nicht, wenn ihr in Zukunft immer öfter Schweizer an den Finaltischen bei Major-Turnieren sehen werdet.

Dann wird die Schweiz bald die führende Pokernation Europas?

Jawoll (lacht). Ronald Grauer und Stefan Huber sind zwei der besten Online-Spieler der Welt. Und da ist ja noch die „Holdem Crew". Wir rollen das Feld von hinten auf.

Und was passiert, wenn du auch beim Snowfest wieder an den Final Table kommst?

Dann brennt hier im Alpine Palace die Luft. Da wird die dann hoffentlich vollständige „Holdem Crew" die Puppen tanzen lassen.

Heute geht es im Alpine Palace in Tag 4 und um den Final Table. Hier noch ein paar Hoffnung weckende Chipcounts deutschsprachiger Teilnehmer:

  • Johannes Strassmann          1.001.000 (Platz 4)
  • Alexander Debus                     909.000 (Platz 5)
  • Marcel Koller (SUI)                 752.000 (Platz 8)
  • Johannes Holstege                   683.000 (Platz 10)

- Christian Henkel

 

Mehr zur EPT Snowfest:

EPT Snowfest Tag 2 - im Tal der Gesetzlosen

EPT Snowfest Tag 1 - Das Hermann Pascha Festival

 

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Klaus 2010-03-25 16:57:40

Der Schweizer wird mir langsam unheimlich. Hat der nicht nebenher auch mal Bochum trainiert? :)