EPT Snowfest - Das Hermann Pascha Festival

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Es strahlte die Sonne in den Kitzbühler Alpen bei Salzburg. Und der Pokersport strahlte auch. Das Alpine Palace, ein Hotel der Luxusklasse in Saalbach-Hinterglemm (auch bekannt als Austragungsort der German Highroller) ist Gastgeber der EPT Snowfest und platzte gestern aus allen Nähten. Nach den 270 Teilnehmern am ersten Starttag hatten sich weitere 276 Spieler angemeldet.

Und das Line-up des Tag 1b konnte sich wahrlich sehen lassen. Neben zahlreichen deutschsprachigen Spielern (Florian Langmann, Ben Kang, Sandra Naujoks, Boris Becker, Nasr e Nasr, Simon Münz, Rino Mathis, Johannes Steindl, Ivo Donev und Markus Golser) waren auch Dutzende Topstars aus dem übrigen Europa (ElkY, Dario Minieri, Rob Hollink, Evelyn Ng und EPT Berlin Gewinner Kevin MacPhee) in den Schnee gereist.

Während allerdings die anderen Journalisten noch rätselten, ob der Tisch mit Luca Pagano, Markus Golser und Boris Becker tatsächlich „Table of Death" genannt werden könnte, setzte ein anderer die Beteiligten von seiner Anwesenheit in Kenntnis.

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EPT Snowfest 2010.

Keine zwei Level dauert es, bis der österreichische Original Hermann Pascha (Bordellbesitzer und ebenfalls Teilnehmer der German Highroller) alle Medienaufmerksamkeit auf sich gezogen hatte und er sollte bis zum Ende der „Mann des Tages" bleiben. Pascha gestikulierte, erzählte anzügliche Witze, stand auf und gab irgendwelche Lebensweisheiten zum Besten. Die Fotografen waren also schnell Stammgäste an seinem Tisch. Allerdings kamen bald ebenso die Chipcount-Blogger ins Schwitzen, denn Pascha versetzte seinen Table auch pokertechnisch in helle Aufregung.

Wie spielt man einen Spieler, der sich wirklich an jeder Hand beteiligt, sich auch von saftigen Raises nicht vertreiben lässt, auf Pot Odds pfeift und dabei auch noch zuverlässig trifft? Paschas Mitspieler können diese Frage nach dem gestrigen Tag sicherlich beantworten.

Spätestens nachdem Pascha in Level 3 mit knapp 100.000 den Chiplead erobert hatte, war „The Crazy Man", wie er von den englischen Bloggern mittlerweile genannt wurde der Star des Turnierraumes. Auf Computer Displays leuchtete immer öfter die Homepage mit seinen einschlägigen Lokalitäten in München, Salzburg und Köln auf. Die wildesten Geschichten kursierten über ihn, der hier tatsächlich sein erstes Live-Turnier spielte.

Ob „Nutfläsh" oder „Sträit", Pascha war der Champion. Er durchbrach als Erster die 100.000er Schallmauer, war zwischenzeitlich mit 170.000 seinen Verfolgern weit enteilt - und entging am Ende doch nur knapp dem Bustout. Müde wirkte der „Borderllier" schließlich von der 12 Stundenschicht, die an Kuriositäten in der EPT-Geschichte ihresgleichen sucht. Noch ein paar Hände mehr und der Pascha hätte wohl auch noch seine letzten 16.000 Chips, mit denen er nun in Tag 2 geht, unters Tischvolk verteilt.

Endlich an der Bar beantwortete Hermann Pascha „The Man of the Day" mir noch ein paar Fragen. Hier das Ergebnis:

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Hermann "Vollgas" Pascha.

Herr Pascha, wie würden Sie ihre Taktik bezeichnen?

„Mit Vollgas an den Final Table."

Wie war der Tag?

„Erst großes Theater, dann Ausdauersport."

Warum ist der Chipstapel so schnell geschmolzen?

„Mit meiner Spielweise musst du eben zuverlässig treffen."

Wird man Sie bald auf einer EPT wiedersehen?

„Eher nicht. Ich spiele lieber Cash Game. Und vor allem lasse ich mir ungern das Rauchen verbieten. Ich bin jetzt 48. Da gehe ich nicht mehr wie ein kleiner Junge vor die Tür."

Hoffen wir mal, dass sich PokerStars für das Original aus Salzburg was einfallen lässt. Denn der Tag 1b des EPT Snowfest war vor allem dank Hermann Pascha ein großer Spaß.

Nachtrag: 546 Spieler sind in Saalbach-Hinterglemm angetreten. Es geht also in den kommenden Tagen um insgesamt €1.853.680. Der Sieger erhält davon €445.000. Nach den zwei Startagen haben noch 259 Spieler die Chance zumindest den Sprung in die 80 bezahlten Plätze zu schaffen.

Zum Schluss noch ein paar hoffnungsvolle Chipcounts deutschsprachiger Spieler:

  • David Wintersberger (Deutschland) - 290.200 (Chipleader)
  • Bernhard Perner (Österreich) - 257.500
  • Nasr el Nasr (Deutschland) - 140.100
  • Johannes Strassmann (Deutschland) - 134.300
  • Rino Mathis (Schweiz) - 104.200
  • Lily Becker (Holland) - 110.000

Ausgeschieden:

Sandra Naujoks, George Danzer, Jan Heitmann, Sandra Naujoks, EPT-Berlin Gewinner Kevin MacPhee

- Christian Henkel

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