EPT Snowfest Tag 1A – ein bisschen zu wenig

saalbach
Nacht über der EPT. Foto: PokerStars.

Im vergangenen Jahr hatte ein begeisterter Daniel Negreanu das Snowfest noch an alle Welt empfohlen. Genützt hat es offenbar nicht viel. Mit 180 Teilnehmern war Tag 1A für die Gastgeber eine Enttäuschung.

Nach Saalbach in den Ortsteil Hinterglemm führt lediglich eine Straße und die ist, dass erzählt mir der Taxifahrer auf unserer spätabendlichen Tour an An- und Abreisetagen während der Ski-Saison kilometerweit mit Autos verstopft. Uns allerdings begegnet auf den 30 Kilometern zwischen Zell am See und Hinterglemm kein einziges. „Die Saison ist vorbei“, sagt der Taxifahrer. Und überhaupt sei das Geschäft klar zurückgegangen in den vergangenen zwei Jahren. Aber vielleicht gehe ja nun was durch dieses „Poker-Festival“ wie er es nennt.

martins adeniya

Doch schon der Blick in die Lobby des gastgebenden Alpine Palace zeigte dann, dass nicht nur die Zeller Taxifahrer, sondern auch die Ausrichter des EPT Snowfestes ihre Erwartungen für 2011 ein wenig herunterzuschrauben haben. An der zentralen Bar, wo im vergangenen Jahr noch ein wildes Party-Durcheinander stattfand, verloren sich ein paar Wenige.

Mehr Action sah man da in den gemütlichen Sitzgruppen, wo unter anderem Liv Boeree und Steven Chidwick hinter ihren Bildschirmen saßen und die Sonntags-Turniere spielten. Ein wenig leer wirkte auch der Turnier-Saal.  Lediglich 180 Spieler hatten sich in den €3.500 No Limit Holdem Main Event eingekauft. 269 waren es im Vorjahr. Die Gesamt-Teilnehmerzahl von 546 wird auch bei einem perfekten Tag 1 B nicht mehr zu erreichen sein.

Das Line-up für Tag 1 A konnte sich allerdings trotzdem sehen lassen. Neben PokerStars Pro Michael Keiner und Arnaud Mattern waren auch Heinz Kamutzki, Dominik Nitsche, Johannes Holstege, Giuseppe Pantaleo, Mario Puccini, Markus Lehmann, Frederik Keitel und die beiden Schweizer Ronny Kaiser und Stefan Huber an den Start gegangen. Und TV-Moderator Michael Körner hatte sich das Buy-In selber zum Geburtstag geschenkt. i

Seinen Ehrentag überlebte er an den Pokertischen allerdings nicht. Auch EPT-Gründer John Duthie hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Erst holte er sich den Chiplead mit 80k, um dann innerhalb eines Levels in drei Händen alles an den Österreicher August Schlegl zu verlieren. Überhaupt wollte es für die internationalen PokerStars Team Pros nicht laufen. Ruben Visser scheiterte ebenso, wie Arnaud Mattern und Marcin Horecki.

Am Ende überstanden 102 Spieler den ersten Starttag des Snowfestes. Und wenn man sich die Chiptabelle mal so ansah, erkannte man plötzlich, wer der EPT Saalbach-Hinterglemm ferngeblieben war: die Deutschen, Österreicher und Schweizer. Lediglich drei Deutsche und ein Österreicher befinden sich unter den Top 25. Der Bekannteste ist dabei wohl Dominik Nitsche, der sogar einen Royal Flush feiern durfte und am Ende auf 92.900 Chips kam.

Mit etwa doppelt soviel geht Chipleader Martins Adeniya aus England in Tag 2. Am heutigen Tag 1 B wird vor allem mit der deutschen Pokerstars-Riege gerechnet. Außer Sandra Naujoks, die zu Dreharbeiten in Las Vegas weilt, sind das vor allem Johannes Strassmann, Sebastian Ruthenberg und Rino Mathis. Auch die Poker-Amigos geben sich nach langer Abstinenz die Ehre. Und weil dieses Mal kein Hermann Pascha zur Verfügung steht (was leider auch für den Rest des Snowfests gilt) haben wir das Interview des Tages mit George Danzer geführt:

George Danzer
George Danzer.

George, du siehst müde aus. Von woher verschlägt es sich denn hier ins Alpental?

Ich komme grade aus Las Vegas, wo ich bei den Dreharbeiten für zwei Folgen unserer Poker-Casting-Show gewesen bin. Eine Woche Vegas, da fällst du von einem Jetlag in den anderen. Aber morgen bin ich fit.

Du spielst morgen deine erste EPT seit wie vielen Monaten?

Keine Ahnung wie viele Monate es waren. Aber meine letzte EPT war das Grand Final im Mai.

Eine ungewöhnliche lange Pause für einen PokerStars Team Pro. Was hat dich abgehalten?

Nach der WSOP war ich etwas pokermüde. Und Anfang des Jahres musste ich mich einer Operation an Nase und linkem Ohr unterziehen, die mich fast zwei Monate außer Gefecht gesetzt hat. Ich habe immer noch Fäden und Sportverbot. Skifahren wird also schwierig.

Aber Poker geht?

Ja. Und ich habe richtig Lust auf das Turnier. Das Snowfest ist ja alles in Allem eine der schönsten EPTss. Gutes Hotel, ausgezeichnetes Essen. Sonne, frische Luft und es ist, als wären alle gemeinsam auf einer Insel.

Und wie erklärst du dir die geringe Beteiligung bisher?

Pokerspieler sind bequeme Menschen. Vielleicht ist die Anreise ja doch irgendwie zu wenig idiotensicher. Und dann wimmelt es mittlerweile natürlich von Poker-Angeboten: German Pokertour und Cash Kings Rodzvadov. WPT Wien, EPT Berlin. Irgendwann muss man da auch mal Pause machen.

Hier ein paar aus deutscher Sicht interessante Chipcounts:

6. Peter Sturze, D, 113.000
9. Ismael Colin Bojang, D, 102.200
14. August Schlegl, AUT, 94.400
17. Dominik Nitsche, D, 92.200
21. Mario Puccini, D, 82.400
29. Johannes Holstege, D, 62.500
40. Giuseppe Pantaleo, D, 53.500
43. Heinz Kamutzki, D, 50.900
45. Sergej Barbarez, BHG, 48.800

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