EPT Sanremo Tag 2 – Berglund auf Rekordjagd

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Lukas Berglund; Photo: PS-Blog.

Lukas Berglund stellt (wohl) einen Chiprekord für einen zweiten Tag der EPT auf. Dominik Nitsche bester Deutscher, Mizzis mieser Geburtstag – außerdem: drei Tophände.

Im Eingangsbereich des mondänen Casino Sanremo befindet sich eine Marmorstatue, die „La Cica“ genannt wird.

Gemäß einer alten Tradition berühren die Glücksritter beim Eintritt in das Casino den Fuß dieser Statue und sichern sich damit ihr Spielglück an den Tischen.

Sorel Mizzi weiß davon entweder nichts, oder er hielt sich nicht an die Tradition. Wie anders wäre es zu erklären, dass er am Feature Table sitzend mit Pocket Königen gegen Asse ausschied, und das noch an seinem Geburtstag?

Ganz anders dagegen erging es Lukas Berglund, der einen perfekten Tag erwischte und im richtigen Moment auch immer die richtigen Karten hielt (s. u. Hand des Tages 1).

Berglund hält fast 700.000 Chips und liegt damit weit in Front. Es liegen zwar keine exakten Daten vor, aber das könnte nach Tag 2 der Rekord in der Geschichte der EPT sein.

Hinter Berglund liegen u. A. Olivier Busquet (387.900) und Dominik Nitsche (258.300) aussichtsreich im Rennen.

Weiter hinten im Feld: Michael Tureniec (212.200), Jonny Lodden (185.000), Matthew Franland (165.800), Mickey Petersen (164.700) und lach längerer Zeit auch einmal wieder Vicky Coren (162.400).

Payouts

Am zweiten Spieltag wurden auch die offiziellen Payouts für den Main Event in Sanremo verkündet. 556 Spieler bedeuten €2.480.872 Gesamtpreispool.

johnny lodden
Jonny Lodden.

Davon gehen €476.100 an den Sieger. Das ist einerseits der niedrigste Siegerscheck seit dem Sieg von Mickey Petersen in Kopenhagen im Februar 2012, andererseits aber immer noch fast eine halbe Million Euro - dafür, eine Woche lang Karten zu spielen.

Alle acht Finalisten haben €53.100 sicher, und insgesamt werden 79 Spieler ausbezahlt. Die niedrigste Preisstufe liegt bei €8434.

Wer Zeit hatte, den Live-Stream zu verfolgen, hatte heute das Vergnügen, einen extrem starken Feature Table zu sehen. Zunächst saßen Pius Heinz, Shyam Srinivasan, Sorel Mizzi und Griffin Benger praktisch direkt nebeneinander, später gaben sich Lukas Berglund, Michael Tureniec und Olivier Busquet die Ehre.

Heute zeigte sich, dass ein kleines Teilnehmerfeld keine Langeweile bedeuten muss. An einer ganzen Reihe von Tischen kam es zu spektakulären Händen. Hier eine kleine Auswahl:

Hand des Tages 1 – das Setup

Sie glauben, Asse gegen Könige seien ein Setup? Bei der EPT ist alles eine Nummer größer. Hier trafen Pocket Asse von Lukas Berglund, Pocket Könige von PL Awards Gewinner Luca Moschitta und Pocket Damen von Juri Mereu pre-flop all-in aufeinander.

Das denkbar unspektakuläre Board 7-2-9-7-4 passte so gar nicht zu den Hole Cards, und damit sicherte sich Berglund zunächst den Chiplead im 12. Level. Gespielt wurde bis Level 14.

Hand des Tages 2 – der Double Suckout

Sie möchten lieber ein spektakuläres Board sehen? Lesen Sie weiter.

Als Chipleader in den Tag gestartet war David Yan aus Neuseeland. Er verlor ca. 20% seines Stacks, als es zwischen ihm und dem Italiener Francesco Lorenzini zur All-in-Konfrontation kam. Der Flop lag

     

und die Chips beider Spieler wanderten in die Mitte. Showdown:

Yan:    

Lorenzini:    

Auf dem Turn fiel die  

Und Yan füllte zum Full House auf. Keine Outs mehr für den Italiener, oder etwa doch? Der River war die

 !

Die einzige Karte, die Lorenzini zum Straight Flush verhelfen konnte, fiel auf der letzten Straße.

Hand des Tages 3

Am Feature Table können einem schonmal die Nerven durchgehen. Gianluca Petrone hielt schon über 200.000 Chips und lag damit im Vorderfeld, als er von den ständigen Raises von Shyam Srinivasan wohl genug hatte und mit der 6-bet all-in ging.

Srinivasan bezahlte sofort, und der Showdown sorgte für ungläubiges Staunen am Tisch und in der Moderatorenkabine.

Srinivasan:    

Petrone:     ???

Wie gewohnt wurde es auf dem Board

      ---   ---  

dramatisch, den Petrone traf zunächst die 4 und dann noch einen Gutshot auf dem Turn.

Letztlich hielten die Asse jedoch, wodurch Srinivasan vorübergehend an Berglund vorbeizog. Um mal den großen Philosophen Lukas Podolski frei zu zitieren: so ist Poker. Manchmal gewinnt die bessere Hand.

Bester Deutscher ist derzeit Dominik Nitsche auf Platz 16 mit 258.300 Chips. Insgesamt haben es fünf deutschsprachige Spieler unter die letzten 115 geschafft. Darunter ist mit Fabio Sperling auch der Newcomer des Jahres, mit dem wir in San Remo ein sehr interessantes Interview geführt haben. 

Die wichtigsten Chipcounts:


Dominik Nitsche, EPT vienna 2014
Bester Deutscher: Dominik Nitsche.

1. Lukas Berglund, 700.600 Chips

2. Thiago Crema de Macedo, 482.400

3. Raul Mestre, 473.000

4. Olivier Busquet, 392.900

5. Alessandro Meoni, 347.000

6. Dan Muriariu, 317.300

7. Denis Pisarev, 311.300

8. Dimitar Danchev, 299.800

9. Eros Nastasi, 294.800

10. Oleg Cazac, 285.900

16. Dominik Nitsche, 258.300

37. Dinesh Alt, 164.000

65. Pius Heinz, 102.700

84. Fabio Sperling, 79.800

86. Jesper Federsen 75.100

105. Tobias Hagedorn, 45.900

Side Events

Das €2000 NLHE Turbo Turnier gehärt zu den größeren in Sanremo. Gestern setzte sich spät in der Nacht Mikhail Korotkikh durch und kassierte €45.900.

MIKHAIL KOROTKIKH WINER EVENT 22 2 IPT6 03 Sanremo
Mikhail Korotkikh.

Korotkikh fand sich am Tisch mit starken Spielern wie PCA-Finalist Mustapha Kanit, dem amtierenden dänischen Champion Rasmus Agerskov, WSOP-Braceletträger Andrea Dato, GPI Rookie of the Year Adrian Mateos und dem zweimaligen EPT-Finalisten Rasmus Neilsen wieder.

Es war bereits der zweite Erfolg von Korotkikh nach dem vierten Platz im Eureka High Roller Event in Wien vergangenen Monat.

Die russischen Spieler sind in diesem Jahr stark bei der EPT Sanremo verteten. Mit 47 Teilnehmern (=29%) stellen sie nach den Gastgebern (153 Spieler, 29%) die zweitgrößte Gruppe dar.

Deutschland ist mit 23 Spielern (4%) vertreten und liegt damit in dieser Statistik auf Platz sechs hinter den USA (25, 5%), Frankreich (40, 8%) und Großbritannien (42, 8%).

Spielbeginn von Tag 3 ist 12 Uhr. 112 Spieler liegen weiterhin im Rennen um den Titel.

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