EPT San Remo Tag 3 - Der Bubble-Roar!

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Ein Outer auf dem River - optische Version.

Am dritten Tag der PokerStars EPT San Remo stand gestern das Bubble-Play auf dem Programm und man kann sagen es war ein denkwürdiges. Zehn Plätze mussten noch geräumt werden, bevor es zur ersten Auszahlung kommen konnte.

Als Erster schritt ein Deutscher mit dem vollständigen Namen Jalal Shokor Mohsen Tayfeh zur Tat und wurde mit dem Double up belohnt. Mit  J T war er gegen gegen Pocket Kings All-in. Das Board brachte A Q T 9 8. Straight für Mohesen. Bis zum Ende des Tages hatte er es auch durch diese Hand auf 500.000 Chips gebracht und seinen Startstack (33.000) damit fast verfünfzehnfacht.

Wenig später waren es nur noch 185 Spieler und der Kampf gegen die Bubble hatte begonnen. Hier das Protokoll:

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Sick Split Pot!

13:16 - an Tisch 11 kommt es zum ersten All In. Der Italiener Cipollini geht mit Pocket-Queens All in und bekommt den Call vom chipstärkeren Gegner mit Pocket 9er. Das Board zeigt 2 2 2 A A und es kommt zum ersten ungewöhnlichen Splitpot.

13:24 - Die Bubble ist immer noch nicht geplatzt. No. 185 schied schon vor 30 min aus und nun sammelt sich der Medienpulk um Tisch 15. 20 Minuten dauert es, bis Turnierdirektor Thomas Kremser die Karten freigeben kann. Der Short Stack hält Pocket Kings, sein Gegner, der ihn knapp covert A K. Das Board bring zunächst 2 8 A und nach der  Q auf dem Turn bleibt dem schon ausgemachten Bubble Boy noch ein einziges Out. Als der mit  K tatsächlich kommt, geht ein Schrei wie in einem englischen Fußballstadion durch den Casinosaal und das Bubble Play wird fortgesetzt.

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Sicker Suck-out.

13:56 - Der Bubble Boy ist gefunden, doch auch diese Aktion ist in ihrer Dramaturgie hollywoodreif. An drei Tischen gleichzeitig sind Spieler all-in, an zweien mit deutscher Beteiligung.  Doch die wenigsten Chips hat der Brite Cole Michael Robinson. Er muss also in jedem Fall verdoppeln. Der Flop zeigt  T A 8 und Robinson dreht Th 8c zum Twopair um. Sein Gegner hat allerdings die Asse zum Set zu bieten. Auf dem Turn zeigt sich Qd und der River mit Td hat es noch mal in sich. Full House für beide, doch Robinson geht ohne Geld nach Hause.

13:57 - Eine überaus verwirrende Performance bietet derweil der Deutsche Rainer Meyer zur selben Zeit an Tisch 17. Meyer hatte den Tag als Zweiter im deutschsprachigen Chipcount begonnen und der einzige mit noch mehr Chips als Meyer am Tisch, Jakob Karlsson aus Schweden eröffnet den Pot. Meyer erhöht vom Button, Karlsson vier-betted und Meyer pusht tatsächlich mit gut 320.000 Chips All-in. Karlsson called mit Pocketqueens und Rainer Meyer zeigte A 7 (!?). Agressives Spiel an der Bubble ist okay, aber muss es ausgerechnet gegen den Big Stack sein und dann mit A 7 offsuit? Das Board zeigte in jedem Fall K T 2 J 2 gedealt und Rainer Meyer hatte 7.500 Euro in der Tasche und genügend Zeit sich zu ärgern.

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Kadirs Flush schlägt Elkys Set.

13:58 - An Tisch 21 doppelt dagegen Tobias Huber auf. Besser lief es beim All-in Nr.2 für Tobias Huber. Er raiste auf 10.500, der Button stellte ihn All-in und Tobias callte mit Pocketqueens und 145.000 Chips. Der Button zeigte K 6 und das Board wurde mit 6 8 T 7 gedealt.

Noch vor dem denkwürdigen Bubble Play von San Remo hatte der Deutsch-Türke Kadir Karabulut mit Flush gegen 6er Set von ElkY aufgedoppelt. Und weil er nun mit knapp 1,7 Millionen Chips auf Platz zwei des allgemeinen Chipcounts steht, haben wir ihm das Interview des Tages gewidmet:

Kadir, du wirst in den Chipcounts der EPT ohne Nationenzuweisung geführt. Dein Name klingt türkisch, du sprichst aber akzentfreies Deutsch. Für welches Land willst du den Sieg von San Remo nach Hause tragen?

Ich bin in Deutschland aufgewachsen und lebe jetzt in Heidenheim. Was die Länderzuweisung betrifft, habe ich mir vor dieser EPT nie große Gedanken gemacht. Ob Deutschland oder Türkei ist mir eigentlich egal. Nun ist es aber so, dass es in der EPT-Geschichte bisher lediglich ein türkischer Spieler an einen Final Table geschafft hat. Im Zweifelsfall gewinne ich deshalb unter türkischer Flagge.

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Karabulut - Zweiter im Chipcount.

Wir haben dich bisher noch nie auf dem Zettel gehabt. Bist du eigentlich Pokerprofi?

Ich habe bisher drei EPT-  und eine WPT-Teilnahme auf dem Zettel. Allerdings hab ich noch nie cashen können. Poker spiele ich schon seit sieben Jahren mehr oder weniger professionell. Angefangen habe ich als Veranstalter von Sachpreisturnieren, aber als diese Turniere plötzlich wie Pilze aus dem Boden schossen, habe ich mich aufs Spielen konzentriert. Für San Remo habe ich mich über ein Live-Satellite vor Ort qualifiziert.

Und nun wirst du deshalb Millionär?

Schlecht wäre das nicht. Dann könnte ich vor allem mal dort ins Pokerspielen einsteigen, wo sich die wirklich starken Spieler treffen. Ich muss zugeben, dass ich hier bisher viel Kartenglück hatte. Mein relativ tightes Spiel reichte somit aus, um einen ordentlichen Stack aufzubauen. Aber bei Turnieren dieser Rangordnung musst du auf lange Sicht aggressiver spielen. Und diese Skills lernt man eben nur, wenn man sich permanent mit den Besten messen kann.

Ob Kadir Karabulut auch heute seinen Lauf fortsetzen kann, werden wir morgen berichten. Hier erstmal die Chipcounts der verbliebenen deutschsprachigen Spieler.

  1. Kadir Karabulut (TUR), 1.577.000
  2. Thang Duc Ngyuen (D), 879.000
  3. Ronny Kaiser (SUI), 835.000
  4. Mario Puccini (D), 627.000
  5. Tobias Huber (D), 569.000
  6. Mohsen Tayfehh (D), 490.000
  7. Heinz Kamutzki (D), 372.000
  8. Andreas Märtens (D), 199.000

- Christian Henkel

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