EPT San Remo Tag 2 - Cash Game? Lieber privat

mario-puccini
"Pokerccini" im Main Event.

Normalerweise werden die großen PokerStars EPT Turniere immer von einem Tross an diskret im Hintergrund bleibenden Cash-Game Highrollern begleitet. Auch in San Remo ist das nicht anders. Christoph Haller ist einer von denen, die den Turnier Buy-in oftmals als schlecht investiertes Geld betrachten und lieber die Fische an den normalen Tischen angeln.

An der Riviera scheint es in dieser Saison aber so zu sein, dass sich das Investment im klassischen Spielbereich noch viel weniger lohnt. Lediglich acht Tische stehen für die Cash-Gamer bereit. Alle €20/€40, alle No Limit Holdem. Und der Rake ist mit 5 % so gewaltig, dass das Casino, so rechnete mir Christoph Haller vor, in der EPT-Woche ungefähr eine Million Euro damit macht.

Gegen diese Rake-Million lässt sich nur schwerlich anspielen und diese Million fehlt letztlich der europäischen Pokerszene in der Verteilung. 120 WSOP Main Event Tickets ließen sich davon kaufen, von den kleineren Turnieren gar nicht zu reden. In San Remo, dass wir hier gemunkelt, haben sich die Highroller längst in ihre privaten Runden auf die Hotelzimmer zurückgezogen.

tables
Cash Game in San Remo - eine Million Rake.

Über eine Million Euro, genauer 1,25 Millionen wird der Gewinner der EPT in San Remo nach Hause tragen. Und es wird immer unwahrscheinlicher, dass der die deutsche Sprache beherrscht. Nach einem wahren Massaker ist das Team vor dem heutigen dritten Starttag auf gerade mal noch 194 Spieler zusammengeschrumpft. Nicht mehr dabei sind Sandra Naujoks, Benny Spindler, Daniel Drescher, Tobias Reinkemeier und Konstantin Bücherl.

Noch fast Average hat allerdings der Hamburger Mario Puccini (171.000). Und weil er unter dem Nick „pokerccini" schon über 2,2 Millionen Euro bei Online-Turnieren gewonnen hat und vor allem, weil er so einen schönen italienischen Namen trägt, haben wir ihm das Interview des Tages gewidmet:

Mario, dein Name könnte nicht italienischer klingen. Du musst dich doch hier eigentlich richtig Zuhause fühlen.

Falsch. Mein Vater ist zwar Italiener aus der Toscana, aber ich selber bin in Hamburg geboren und aufgewachsen.

Aber ein bisschen prego, grazie und dolche vita wirst du doch beherrschen.

Auch das kann ich nicht bestätigen. Bei meinem Bruder haben es meine Eltern noch probiert mit dem Italienisch aber bei mir war es dann auch schon vorbei mit den Zweisprachübungen.

Und wirst du mit dem Namen von den Leuten hier nicht als einer der Ihren gesehen?

Der Name lastet natürlich schon. Und man wundert sich natürlich auch, wenn ich dann Germany auf meinen Chipbeutel schreibe. Aber mal ganz ehrlich, wer denkt schon, dass die Spieler Kang, Thang, Kurganov oder Nasr el Nasr unter deutscher Flagge laufen.

Du bist ja unter dem Namen „pokerccini" als Online-Turnierspieler sehr bekannt und hast, glaubt man den Statistiken schon 2,2 Millionen Euro an Turniergeldern eingesteckt. Vielleicht erzählst du uns ja in ein zwei Sätzen dein Poker-Curriculum.

Ich hab mit den 50 Dollar von PokerStrategy begonnen. Zunächst Cash Game und wenig später nur noch Turniere gespielt. 2008 hab ich dann bei einem 11 Dollar Rebuy Turnier ein Super-Sattelite Ticket für Monte Carlo gewonnen und es zum Main Event geschafft. Danach war ich vom Live-Poker angefixt. Einkaufen tue ich mich live allerdings nur bis 3.000 Euro. Wenn die Buy Ins höher sind, muss ich mich qualifizieren oder ich lasse mich staken.

ept-logo
EPT San Remo.

Und online. Welches Spiel, welche Limits?

Nur No Limit Hold'em und vor allem 109 Dollar Rebuy Turniere.

Du stehst nun heute kurz vor dem Geld und hast noch fast Average Chips. Wird dir nun bei Entscheidungen die Hand zittern?

Ich hätte schon gern mal wieder einen Cash. Aber wenn ich Ace King aufdecke, dann geht die Marie auch vorher in die Mitte. Immerhin kann man hier statt mit 7.000 Euro auch als Euro-Millionär nach Hause gehen.

Ob Mario Puccini tatsächlich ein dickes Stück aus dem EPT-Kuchen mit nach Hause nimmt, erfahrt ihr an dieser Stelle morgen. Hier erstmal noch ein paar hoffnungsvolle Chipcounts:

  1. Andreas Märtens, D, 385.000
  2. Rainer Meyer, D, 373.000
  3. Heinz Kamutzki, D, 286.300
  4. Paul Knebel, D, 272.500
  5. Sebastian Ruthenberg, D, 263.000
  6. Ronny Kaiser, SUI, 231.600
  7. Thang Duc Ngyuen, D, 225.500
  8. Mario Puccini, D, 171.000

- Christian Henkel

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare