EPT Prague - Main Event, Entscheidungen, Termine

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Simon Mattson; Photo: PS-Blog.

Chipleader, Chipstände der deutschen Spieler, die Entscheidung des Tages, ein Orbit mit EPT-Gewinner Remi Castaignon.

61 Spieler setzten sich in dem anfangs gewaltigen Feld durch und treten demgemäß morgen wieder an.

An die Spitze des Chipcounts hat sich nun mit Simon Mattson ein Schwede geschoben. Ihm folgen Stephen Graner aus den USA und der vormalige EPT-Berlin-Gewinner Davidi Kitai aus Belgien auf den Podestplätzen.

Bester Deutscher ist nun Björn Wiesler auf Platz sieben. Ebenfalls noch dabei sind Fabio Sperling (11.), Pascal Pflock (23.), Pascal Hartmann (29.), Martin Mulsow (32.), Thomas Butzhammer (53.), George Danzer (55.), Ji Zhang (58.) und Robert Schulz (59.).

Top Ten und deutsche Chipcounts

1

Simon Mattson

S

1.790.000

2

Stephen Graner

USA

1.713.000

3

Davidi Kitai

BEL

1.364.000

4

Jonathan Wong

GB

1.295.000

5

Petr Jelinek

CZ

1.191.000

6

Miltiades Kyriakides

GR

1.178.000

7

Björn Wiesler

D

1.084.000

8

Pablo Sanz Quiles

ES

1.075.000

9

Francesco Grieco

IT

1.054.000

10

Vanessa Selbst

USA

1.007.000

11. Fabio Sperling, D, 934.000

23. Pascal Pflock, D, 537.000

29. Pascal Hartmann, D, 425.000

32. Martin Muslow, D, 383.000

53. Thomas Butzhammer, D, 186.000

55. George Danzer, D, 156.000

58. Ji  Zhang, D, 114.000

59. Robert Schulz, 108.000

Ein Orbit, ein Champion – Remi Castaignon

Castaignon gewann die EPT Deauville im vergangenen Jahr und kassierte dafür €770.000. Dieser Gewinn allein macht 92% seiner gesamten Turniergewinne aus.

Danach gelangen ihm bisher aber bereits drei weitere Finaltische.

Gegen Mitte des dritten Spieltags beim EPT Main Event in Prag sah es so aus, als könne der Franzose ein weiteres Mal sehr weit kommen.

remi castaignon ept prague Main event 2014
Remi Castaignon gehört zu den 61 Spielern in Tag 4.

Wir entdeckten den EPT-Titelträger am letzten Tisch ganz hinten in der Ecke des Turniersaals. Er saß mit online High Stakes Spezialist Vladimir Schemelev am Tisch.

Die Bubble ist vor nicht allzu langer Zeit geplatzt, und während viele Shortstacks ihr Heil im All-in suchen, versuchen die Bigstacks Druck auszuüben.

Als wir den Tisch erreichen, hat Castaignon den Button links von sich.

Turniersituation: Leve 17, Blinds 2500/5000/500, 118 Spieler, Durchschnittsstack ca. 300.000 Chips.

Castaignon hält etwa 285.000 Chips.

Hände 1-3, Cut-off, Hijack, MP

Trotz der vorteilhaften Position spielt Castaignon keine dieser Hände, vermutlich da es jeweils Raises aus früher Position gab.

Hand 4, UTG+1

Der Spieler in erster Position erhöht auf 10.000 und Castaignon bezahlt. Aus dem Button kommt ein Reraise auf 42.500 und sowohl der UTG-Spieler als auch Castaignon geben ihre Hand auf.

Vor der nächsten Hand wird der Spieler rechts des Franzosen an einen anderen Tisch gesetzt, sodass Castaignon direkt in den big Blind rutscht.

Hand 5, BB

Aus UTG+1 kommt ein Raise auf 10.000 Chips. Das ist der Platz von Vladimir Schemelev. Beide Blinds bezahlen.

Auf dem Flop A 8 T checken die Blinds zum Aggressor, der eine C-Bet von 16.000 ansetzt. Der Small Blind gibt auf, aber Castaignon bleibt dabei.

Auf dem Turn 4 setzt Schemelev 30.000 und Castaignon legt seine Hand ab.

Hand 6, SB

Es wird reihum gefoldet bis zu Castaignon im Small Blind. Der Franzose limpt und der Big Blind checkt.

Der Flop fällt 7 Q J, Castaignon setzt von vorn 7500 an und erhält den Call.

Auf dem Turn T setzt Castaignon weiter, jetzt 17.500. Call.

Der River ist die 3, und Castaignon feuert eine dritte Bet ab. Der Big Blind, der ebenfalls einen großen Stack vor sich stehen hat, überlegt mehrere Minuten und annonciert schließlich Call.

Castaignon zeigt 7 7 für das gefloppte Set und kassiert einen mächtigen Pot.

Hand 7, Button

Wieder wird bis zu Castaignon gefoldet, der auf 10.000 erhöht. Der Spieler zu seiner Linken will offenbar seine Chips zurück. Er erhöht auf 26.000.

Castaignon lässt sich auf nichts ein und legt seine Hand weg.

Hand 8, Cut-off

Keine Action von Castaignon. Fold.

Remi Castaignon unternimmt in dieser Runde mehrere Versuche, eine Hand zu gewinnen, scheitert aber bis auf einziges Mal.

Das bedeutete jedoch keineswegs, dass er schlecht gespielt hat. Vielmehr gelang es, ihm, die Verluste einigermaßen in Grenzen zu halten.

In Hand 4 bezahlt er zunächst ein Raise, nur um dann auf das Reraise hin abzuwerfen. Da sieht zwar nicht sehr stark aus, aber Castaignon vermeidet es, einen großen Pot außer Position zu spielen.

In der Hand gegen Schemelev könnte er sowohl einen Draw haben als auch ein Paar. Vielleicht ist es  auch ein reiner Float.

Er gibt die Hand auf, bevor sie richtig teuer wird.

In der Hand, in der er schließich einen großen Pot gewinnt, hat Castaignon seine Hand jedoch perfekt versteckt.

Nach der Flop-Bet kann er davon ausgehen, dass sein Gegner etwas getroffen hat. Daraufhin zieht er ihm einen ansehnlichen Stapel aus der Chipmauer.

Allein in dieser Hand gewinnt Castaignon 73.000 Chips von seinem Tischnachbarn, was seine Verluste mehr als ausgleicht.

Castaignon steigt in der Chiptabelle auf und liegt nun über Average.

Entscheidung des Tages

Wir sind schon am River und es sind noch drei Spieler in der Hand. Der erste Spieler, der in Aktion treten muss, schiebt “sixtyfourhundred” (6.400) über die Linie.

floorman
Die Entscheidungen des Floormans sind immer bindend.

Die Chips sind gut sichtbar. Aber der nächste Spieler, auf Seat 1 erklärt: „wenn die Bet 2.000 oder niedriger ist, call ich”.

Der Dealer sagt daraufhin noch einmal „sixtyfourhundred“, worauf der Spieler zwei 1k-Chips über die Linie schiebt.

Nach einer Ermahnung seitens des Dealers die Bet aufzufüllen, weigert er sich, da er „sixteenhundred” (1600) verstanden habe und deshalb nicht mehr bezahlen müsse. Es sei die Schuld des Dealers.

Der Floorman wird gerufen.

Die Entscheidung: Da Poker immer noch ein visuelles Spiel ist, muss der Spieler mehr auf das achten, was für ihn sichtbar ist, als auf das, was er möglicherweise hört und missversteht.

Der Spieler bekam die Möglichkeit, seinen Call zurückzunehmen, aber nicht die zwei 1k-Chips. Sie verblieben auf jeden Fall im Pot.

Die zweite Möglichkeit bestand darin, den Call zu realisieren und weitere 4400 Chips nachzuzahlen.

Die Chips waren für alle sichtbar jenseits der Betline auf dem Tisch. Die Entscheidung des Floors war auch ein Hinweis an die Spieler, besser darauf zu achten, wieviel ein Spieler vor ihnen tatsächlich gesetzt hat.

Man kann einen Dealer immer mal missverstehen, aber man hat dennoch selbst darauf zu achten, wie viele Chips tatsächlich gesetzt werden.

Finnish Championship

Eine einzige Enttäuschung sind die Finnischen Meisterschaften, die hier in Prag ausgetragen werden, da Live-Poker in Finnland leider illegal ist.

Nachdem am gestrigen Tag nur 23 Spieler zum PLO Event angetreten waren, baten wir die Finnen um eine Erklärung.

kim herold; photo: PS-Blog; EPT Prag finnish poker champion
Kim Herold - Model, Sänger, finnischer Meister.

Dabei wurden zwei Dinge mit Sicherheit festgestellt: Erstens fand das Turnier viel zu früh statt.

Da der Finne an sich erst gegen sieben Uhr morgens ins Hotel zurückkehrt und sich dort in Gruppen zum Chinese Poker niederlässt, kann man ihm einen Turnierbeginn vor 20 Uhr keineswegs zumuten.

Und zweitens: Zum NLHE Event kommen mehr Spieler, da es schlimmer ja nicht werden könne.

Kann es aber doch. Gerade mal 19 Spieler fanden sich für den €550 Main Event ein. Zwei Tische waren damit ausreichend für das ganze Feld.

Den Titel sicherte sich Kim Herold, der in Finnland bereits als Model und Sänger Karriere gemacht hat.

Anstehende Turniere

Der Main Event geht langsam in die entscheidende Phase, aber zumindest ein letzter Höhepunkt steht für dieses Pokerjahr noch an: der €10.300 High Roller Event.

Er ist auf drei Tage angesetzt und beginnt am morgigen Montag um 13 Uhr.

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