EPT Prag Finale - Martin Finger gewinnt

Martin Finger

Es war die größte EPT, die je in Prag gespielt worden ist. Und gewonnen hat sie Martin Finger aus der Nähe von Chemnitz. Sein Lauf, der ihn schon am zweiten Tag in die Top 10 des Chipcounts getragen hatte, führte ihn bis zum Heads-up gegen den Holländer David Boyaciyar. Sein Titel bringt ihm 775.000 Euro und der deutschsprachigen Pokerszene den vierten EPT-Titel in dieser noch jungen Saison.

Der Spruch galt einst für den Fußball und ist nun etwas abgewandelt auch für die europäische Poker-Szene zum Menetekel geworden: „22 Spieler laufen hinter einem Ball her und am Ende gewinnen immer die Deutschen“. Das hatte Englands Stürmerstar Gary Lineker einst als Definition für den Fußball präsentiert. Für Poker, zumindest bezüglich der European Poker Tour muss es nun heißen: „Hunderte Spieler leisten den Buy In und am Ende gewinnt immer ein Deutscher.“

In Prag nun trägt er den Namen: Martin Finger. Der erst 21-jährige Student aus Frankenberg, bei Chemnitz war vom zweiten Tag an in den Top 10 des Chipcounts und hat seinen Lauf auch am Final table behalten.

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Martin Finger und Andreas Wiese.

Dort strich als Erster nach nur wenigen Händen Shortstack Mads Wissing aus Dänemark die Segel. Nach einem zweistündigen Hin- und Herwellen der Chips war es dann auf Platz 7 Andreas Wiese, der seine Sachen und 90.000 Euro einpackte. Mit Pocket 5er war er preflop All in und verlor gegen Ax 3x (das As zeigte sich im Flop). Seit seinem sechsten Platz bei der EPT in Wien 2010 (€105.000) hat der Anästhesiearzt vier EPT`s gespielt und dabei dreimal gecasht.

Den nächsten Bustout nahm Martin Finger dann persönlich vor. Nach einer 4 Bet All In machte der vorher lustig mitbettende Arie Engel den Call. Doch Ax 6x des Israelis reichte nicht gegen Fingers Ax Jx und Engel ging als Sechster vom Tisch.

Bei der Eliminierung ihrer Gegener wechselten sich dann die beiden Heads Up-Kontrahenten ab. David Boyaciyan eliminierte den Ukrainer Denis Drobyna und Martin Finger den Spanier Guillen Usero und den Franzosen Nicolas Levi.

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Der Main Event Final Table in Prag.

Vor dem Heads Up wurde dann ein Deal beschlossen, und das Ergebnis - recht ungewöhnlich - per Lautsprecher bekannt gegeben. Die Chip-Ausgangs-Situation war: 15 Millionen bei Finger - 6,5 Millionen bei David Boyaciyar. In Euro ausgedrückt hieß das: 620.000 Euro für den Deutschen – 535.000 für den Niederländer. Und gespielt wurde um 100.000 Euro, das 10.000 Euro teure Sieger-Bracelet und natürlich den Titel von Prag.

Gleich in einer der ersten Hände hieß es All-in und Call. Es wäre das kürzeste Heads Up der EPT-Geschichte gewesen. Aber beide zeigten Asse. Unglaublich! Danach entwickelte sich das letzte Duell zu einer Hängepartie. Chips wechselten den Besitzer, aber All in und Call hörte man nicht mehr.

Bis es zwei Stunden später zur entscheidenden Hand kam. Und wie bei Pius Heinz in Las Vegas hieß die Gewinnerhand A K. Nach einer Raise-Schlacht waren alle Chips vom Niederländer David Boyaciyan in der Mitte. Er hielt Tx Tx und trat gegen Fingers Anna Kournikova an.

Das Board brachte Kx Kx 6x Qx 9x und Martin Finger aus Frankenberg bei Chemnitz den ersten EPT-Titel für Sachsen.

Payouts am Final Table:

1. Martin Finger (Deutschland), €775,000
2. David Boyaciyan (Niederlande) €480.000
3. Nicolas Levi (Frankreich), €270.000
4. Guillen Usero (Spanien), €205.000
5. Denys Drobyna (Ukraine), €160.000
6. Ari Engel (USA), €125.000
7. Andreas Wiese (Deutschland), €90.000
8. Mads Wissing (Dänemark), €66.700

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