EPT Main Event Tag 1B, Eureka High Roller, Prague Cup

ept prague main event 2014

EPT Prag wächst weiter, Eureka High Roller entschieden, der Stadtpokal geht nach Luxemburg, die Salter Brüder gewinnen doppelt.

EPT Main Event Tag 1B

Der zweite Starttag bei der EPT sorgt einmal mehr für einen neuen Teilnehmerrekord.

Da die Registrierung wieder bis zum Beginn von Tag 2 geöffnet bleibt, stehen noch keine exakten Zahlen fest, aber am Ende von Tag 1 lag die Spielerzahl für Tag 1B schon bei rund 750 Spielern.

Mit den Spielern des ersten Tages ergibt sich eine Zahl von fast 1100 Spielern. Das ist die Marke, an der bis 12 Uhr mittags am Samstag noch gekratzt wird.

Andrey Zaichenko sicherte sich kurz vor Ende des Spieltags den Chiplead, nachdem er mit Pocket Assen auf die Pocket Könige von Chris Moorman traf.

Die beiden hatten sich schon zuvor bekriegt und waren daher begierig, alle Chips pre-Flop in die Mitte zu bekommen.

Für großes Aufsehen sorgte auch eine Hand, in der Vanessa Selbst auf einem Board 9 6 K - T - T mit K-T einen riesigen Pot gegen Ludovic Geilichs Pocket Sechsen gewann.

Chip Top Ten

1.

Andrey Zaichenko

RUS

237.600

2.

Sergii Baranov

UKR

230.000

3.

Peter Roche

IRL

173.700

4.

Peter Turmezey

UNG

165.800

5.

Alexandre Gomes

BRA

165.700

6.

Eddy Maksoud

LIB

160.000

7.

Omar Lakhdari

FRA

156.000

8.

Pierre Chevalier

FRA

153.600

9.

Thom Gerrits

NL

148.000

10.

Vladislav Donchev

BUL

143.500

Ein Champion, ein Orbit

Robin Ylitalo gewann 2013 einen großartigen Main Event bei der EPT in London. Am Finaltisch saßen Spieler wie Ludovic Geilich und Jeffrey Rossiter.

Für Ylitalo war es der erste internationale Titel, aber er war noch mehrere Male nah dran. In zwei weiteren EPT Main Events erreichte er die letzten zwei Tische, außerdem saß er sowohl bei WPT als auch bei WSOP-Turnieren an Finaltischen.

robin ylitalo EPT Prague 2014
Robin Ylitalo.

Im vergangenen Sommer gelang ihm ein weiterer Deep Run, als er bei der EPT in Barcelona bis auf den 35. Platz bei 1496 Spielern vorstieß.

Der Sieg in London bedeutet natürlich den Großteil seiner Gewinne. Er kassierte damals €725.000 und bewies, dass er mit Karten umgehen kann.

Sehen wir uns deshalb genauer an, was es mit der sprichwörtlichen skandinavisch aggressiven Spielweise auf sich hat und beobachten Ylitalo einen Orbit lang.

Wir befinden uns in Level 5 des ersten Spieltags, die Level liegen bei 150/300/25, und der Average liegt bei 35k.

Ylitalo hat laut eigener Aussage 6600 Chips vor sich liegen.

„Ich habe einen Bluff gespielt, der nicht funktioniert hat, und danach noch einen großen Pot verloren. So schnell geht’s. Macht aber nichts, bin immer noch in der Comfot Zone“, lächelt er.

Die nächste Hand wird gegeben, und Ylitalo sitzt im Hijack.

1) Robin Ylitalo, Stack: 6600, Position: Hijack

Aus mittlerer Position wird erhöht, und Ylitalo gibt seine Hand auf.

2) MP1

Nach einem Lim aus mittlerer Position wirft Ylitalo A-7 ab. Wie sich herausstellen sollte, hatte der Limper Pocket Könige und einer der Spieler in den Blinds A-Q, was zu zwei All-ins pre-Flop führen sollte.

3/4) MP2, UTG+1

Ylitalo bekommt nur schwache Hände und wirft diese ohne Federlesens in den Muck.

Er wartet auf eine Chance, sagt er. Eine Chance, seine Chips zurückzubekommen.

5) UTG

Ylitalo erhöht auf 700. Nur der Hijack callt. Der Flop fällt A K 2.

Ylitalo setzt 800 und erhält wieder den Call. Auf dem Turn 5 setzt der Schwede weitere 1400.

Er hat damit noch 3600 Chips übrig. Nun gerät der Spieler im Hijack ins Grübeln. Er gibt schließlich seine Hand auf.

(Zur Info: Ylitalo hielt Q T.)

6-9) Big Blind, Small Blind, Button, Cut-off

Ylitalo lässt sich nicht weiter aus der Ruhe bringen und spielt keine dieser Hände.

Ja gibt’s denn so was? Ein Schwede gibt den Button auf? Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Im Ernst, Tatsache ist, dass die typisch skandinavische Hyperaggressivität längst nicht mehr so ausgeprägt ist wie noch vor ein paar Jahren.

Ein Champion wie Ylitalo weiß, dass man ein solches Turnier am ersten Tag nicht gewinnen, wohl aber verlieren kann.

Hier zeigt der Schwede, dass er überlegt und unaufgeregt spielen kann, wenn es notwendig ist.

In diesem Orbit spielt er nur eine einzige Hand – verständlich aufgrund des kleinen Stacks. Er verliert in dieser Runde 200 in Antes und 450 in Blinds, gewinnt aber 175 in Antes, 450 durch die Blinds sowie 1450 vom Spieler im Hijack.

Damit gewinnt Ylitalo in dieser Runde 1450 Chips.

Ein weitere Beleg dafür, wie wichtig es ist, auch nach verlorenen großen Pots die Ruhe zu bewahren und sich nicht von Frust übermannen zu lassen.

€2200 Eureka High Roller Ergebnis

Im High Roller Turner der Eureka-Tour kam es zu einem spannenden Finale mit Dan Shak, Eugene Katchalov, Jason Wheeler, Benjamin Pollak und Ari Engel am Tisch.

dan shak ept prague 2014
Dan Shak scheiterte erst im Heads-up des Eureka HR Events.

Das beste Ende für sich hatte letztlich aber Louis Salter, der sich vor Shak und Katchalov den Sieg und €230.000 sichern konnte.

Salter, den Namen kenne ich doch? Stimmt. Beim letzten Grand Final in Monte Carlo hieß der Zweitplatzierte ebenfalls Salter, allerdings Jack mit Vornamen.

Tatsächlich handelt es sich bei Louis um Jacks Bruder, und damit sind die de Meulders zumindest in diesem Jahr nicht das erfolgreichste Bruderpaar im europäischen Pokerzirkus, denn Bruder Jack hat in Prag ebenfalls schon ein Turnier gewonnen, und zwar eines der Flipout-Events.

Schade: Theo Jörgensen hätte beinahe für einen noch hochkarätigeren Finaltisch gesorgt, er schied aber als Final Table Bubble Boy aus.

€2200 Eureka High Roller Top Ten Payouts

1

Louis Salter

GB

€230.710

2

Dan Shak

USA

€143.610

3

Eugene Katchalov

Ukraine

€102.760

4

Benjamin Pollak

FRA

€79.510

5

Ari Engel

USA

€62.650

6

Owain Carey

GB

€49.030

7

Dmitry Ivanov

RUS

€36.260

8

Michael Aron

USA

€24.940

9

Jason Wheeler

USA

€19.660

10

Theo Jorgensen

DK

€16.140

 

€300 Eureka Prague Cup

Mike Neuens photo:pokerstarsblog
Mike neuens; Photo: PS-Blog.

Auch für den Prager Pokalevent kam noch einmal ein großes Feld zusammen.

1546 Spieler gaben sich die Ehre und spielten um einen Preispool von €463.800.

Den Sieg sicherte sich in diesem auf drei Spieltage angesetzten Turnier, das wegen dreier Starttage aber fast eine Woche dauerte, der Luxemburger Mike Neuens.

€78.400 gab’s auf den Titel noch obendrauf, das sind nicht weniger als das 260-fache des Buy-ins.

Gaby Livshitz aus Israel wurde Zweite für €44.560, gefolgt von dem besten Deutschen im Turnier, Philipp Teipel, der €31.270 einstrich.

Anstehende Events

Neben dem Main Event wird mit Spannung der letzte High Roller Event erwartet. €10.300 Buy-in sind zu  bezahlen, und angesichts der bisherigen Zahlen rechnen wir definitiv mit weit über 100 Spielern. Starttag des Drei-Tages-Turniers ist der 15.

Einen wilden Schlagabtausch erwarten wir ab morgen bei der Finnish Championship im PLO. Der €550 Event findet erstmals im Rahmen der EPT Prag statt.

Das letzte große Teilnehmerfeld wird in dem Sponsorenturnier „Grasel Deepstack“ zusammengekommen, das seit der EPT in Wien regelmäßig durchgeführt wird und in dem auch in Prag – so viel ist schon sicher – wieder mehrere zehntausend Kalorien ausgeschüttet werden.

Spielbeginn ist hier der 16. Dez.

Entscheidung des Tages

Es ist immer ein bisschen ärgerlich, wenn ein Spieler „out of turn“ agiert. Meistens ist das aber keine große Sache.

Jemand wirft seine Karten zu früh ab, weil er zur Toilette muss oder der erste am Buffet sein will.

So jemand erhält eine Verwarnung, und das war’s. Erledigt. Wenn ein Dealer aber einen solchen Fehler macht, ändert sich deutlich mehr.

Wir befinden uns in einer Cash Game Partie – die Limits sind hier zu vernachlässigen – und der Dealer deckt versehentlich die Turnkarte auf, obwohl der Spieler am Button noch keinen Spielzug annonciert hat.

female poker dealer beautiful
Dealerfehler können schwerwiegend sein.

Wäre das auf dem River passiert, könnte der Dealer die Situation eigenständig regeln. Die Karte würde wieder ins Deck zurückgesteckt, die Karten würden neu gemischt und eine neue Riverkarte aufgedeckt.

Auf dem Turn sieht die Sache anders aus. Der Floorman wird gerufen.

Die Entscheidung: Der Dealer zieht die Burnkarte sowie die Riverkarte vom Deck und legt diese verdeckt zur Seite.

Erst jetzt wird die Turnkarte wieder ins Deck gesteckt und dieses neu gemischt. Ein neueer Turn wird gedealt.

Falls die Action bis zum River weiterläuft, nimmt der Dealer einfach die vorher zur Seite gelegte Karte und dreht sie um.

Der Grund für diese Vorgehensweise besteht in der „Schadensminimierung“, denn so wird die Karte auf dem River gegeben, die es auch beim Originaldeck gewesen wäre.

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