EPT Prag – Fabio Sperling und Björn Wiesler am Final Table, Schemion Zweiter beim High Roller

Fabio Sperling

Der Final Table des EPT Prag Main Event steht, und mit Fabio Sperling und Björn Wiesler haben es zwei Deutsche unter die letzten 7 geschafft. Alle haben schon mindestens €129.390 sicher. Auf den Gewinner warten €969.000 und beste Chancen auf die Siegprämie hat der Amerikaner Stephen Graner, der massiver Chipleader ist. Außerdem haben es Ole Schemion, Martin Finger und Marvin Rettenmaier ins High Roller-Finale geschafft.

EPT Main Event Tag 5

22 Spieler waren von den ursprünglich 1107 Teilnehmern zu Beginn des vorletzten Spieltags bei der EPT Prag 2014 noch übrig geblieben.

Darunter befanden sich noch vier Deutsche sowie „end boss“ Vanessa Selbst aus den USA, Shark Cage Teilnehmer Sam Grafton aus England sowie zwei Spieler, die bereits einen EPT Main Event gewinnen konnten: Davidi Kitai aus Belgien und Remi Castaignon aus Frankreich.

Pascal Pflock gehörte zu den ersten Bust-outs des Tages. Dagegen erwies sich Thomas Butzhammer wie schon am Vortag lange Zeit als „unbustable“, vor allem, nachdem ihm pre-Flop all-in mit K-Q gegen Pocket Könige dank runner runner Straße ein Verdoppler gelungen war.

Letztlich beförderte ihn jedoch ein klassischer Flip an die Rails. Mit A-Q unterlag er gegen Pocket Neunen.

Dagegen übernahm Fabio Sperling zeitweise sogar den Chiplead und schien damit an seine Erfolge im Lauf des Jahres anknüpfen zu können.

stephen graner photo ps blog
Der Amerikaner Stephen Graner führt das Feld ins Finale. Photo: PS-Blog.

Chipleader ist der US-Amerikaner Stephen Granerl, und mit Fabio Sperling und Björn Wiesler haben es auch wieder zwei Deutsche ins Finale geschafft.

Leider blieben mit Vanessa Selbst, Sam Grafton und Davidi Kitai drei der interessantesten Spieler an Tag 5 auf der Strecke.

Gerade darauf, Vanessa Selbst einmal in einem Turnierfinale in die Karten sehen zu können, hatten sich zahlreiche Pokerfans zuhause besonders gefreut.

Und gemeinsam mit dem gefährlichen Belgier – derzeit Platz vier im Ranking des GPI – hätten sich hier einige dramatische Hände entwickelt.

Bei der EPT Prag 2014 wurde Tag 5 erstmals mit dem Ziel gespielt, nur noch sechs Spieler in den letzten Tag zu schicken. Grund dafür sind die überlangen Finaltage, die sich zuletzt in Monte Carlo und Barcelona bis in die Morgenstunden erstreckten.

Am Ende des Tages waren schließlich sieben Spieler noch übrig.

Chipcount vor dem Finale

1

Stephen Graner

USA

12.405.000

2

Anton Bertilsson

S

7.730.000

3

Fabio Sperling

D

4.710.000

4

Björn Wiesler

D

3.285.000

5

Simon Mattson

S

2.155.000

6

Jonathan Wong

GB

1.900.000

7

Remi Castaignon

F

1.030.000

Schemion und Finger in den Top Ten beim High Roller 

Insgesamt 309 Entrys, erbracht von 233 Spielern, machten aus dem €10k Event einmal mehr ein Rekordturnier.

Bei der Erstausgabe dieses Events im Jahr 2010 traten gerade einmal 26 Spieler an. Im darauffolgenden Jahr stieg diese Zahl auf 50, 2012 waren es 108 und im vergangenen Jahr 176 Entrys.

141 Spieler starteten Tag 2, von denen 39 die Geldränge erreichen. Die niedrigste Payout-Stufe liegt bei €21.000.

Dem Sieger winkt eine Prämie von über €600.000, während die Spieler auf den Plätzen zwei und drei €400.000 bzw. €300.000 kassieren.

Ziel an Tag 2 ist es generell, bis zum Finaltisch herunterzuspielen, aber erfahrungsgemäß würde der Spieltag damit über Gebühr lang, also wird das Feld aller Wahrscheinlichkeit nach mit mehr als neun Spielern in den Finaltag gehen.

Die Top Ten Chipcounts:

Name

Land

Chipcount

Oleksii Khoroshenin

Ukraine

2.015.000

Ole Schemion

Germany

1.752.000

Alexander Ivarsson

Sweden

1.699.000

Andrey Zaichenko

Russian Federation

1.115.000

Anton Astapau

Belarus

1.089.000

Roman Emelyanov

Russian Federation

821.000

Simon Ravnsbaek

Denmark

775.000

Dan Shak

United States

713.000

Martin Finger

Germany

622.000

Simon Deadman

United Kingdom

601.000

Ein Orbit, ein Champion – Davidi Kitai

Der Belgier Davidi Kitai gewann die EPT Berlin im Jahr 2012 und erhielt dafür mehr als €700.000. Er hält ein WSOP Bracelet und siegte auch bei der WPT, allerdings in einem Einladungsturnier.

Er führt die belgische Geldrangliste an und liegt derzeit im Gesamtranking des Global Poker Index auf Platz vier.

Allein im Jahr 2014 saß Kitai an elf (!) Finaltischen, von denen er zwei gewann. Seine Turnierprämien in Live-Poker belaufen sich auf 5,8 Millionen Dollar.

Wir haben es hier mit einem der besten Turnierspieler zu tun, die es je in der Pokerszene gab, und wenn er Tag 5 eines EPT Events erreicht, bedeutet das, dass der Sieg nur über ihn zu erreichen ist.

Wir begaben uns also zum letzten noch offenen Tisch außer dem Feature Table, um den Belgier einen Orbit lang zu beobachten.

Tunriersituation: Level 26, Blinds 20.000/40.000/5000, 15 Spieler noch im Turnier, Chipaverage 2,2 Mio.

Kitai hält ungefähr einen Average Stack, und es sitzen sieben Spieler am Tisch. Um den Tisch herum stehen zahlreiche Railbirds, Presseleute und Kameramänner, aber wir setzen uns durch und arbeiten uns bis zum Tisch vor.

Gerade wird der Button vor Kitais Stack geschoben.

Zu seiner Linken sitzt mit Rermi Castaignon der einzige weitere frühere EPT-Champion im Feld. Rechts des Belgiers sitzt Fabio Sperling, der momentan Chipleader ist.

davidi kitai EPT Prague 2014
Davidi Kitai umgibt die Aura des Erfolgs.

Hand 1: Button

Raise and take für Kitai, der erhöht und die Blinds und Ante einsammelt.

Hand 2-4: Cut-off, Hijack, MP

Kitai wirft seine Hände ab, ohne dass vor ihm erhöht wurde.

Hand 5: UTG

Kitai erhöht auf 85.000. Aus dem Cut-off geht Tamer Kamel mit rund 400.000 all-in. Alle Spieler folden, aber Kitai bezahlt.

Kitai:    

Kamel:    

Es ist ein klassischer Coin Flip. Das Board verläuft T Q 8 6 6, und Kitai nimmt Kamel vom Tisch.

Hand 6: BB

Aus früher Position erhöht der Schwede Bertilsson, der Italiener Francesco Grieco bezahlt aus mittlerer Position, Sperling erhöht aus dem Small Blind noch einmal, und Kitai wirft ab.

Keine schlechte Idee, sich hier herauszuhalten, denn eine Minute später sind Bertilsson und Sperling all-in mit A-T gegen Damen, und der Schwede zieht sich mit der zehn schon auf dem Turn eine Straße zusammen.

Hand 7: SB

Francesco Grieco erhöht, und Kitai legt ab.

Davidi Kitai hatte kurz vor unserem Erscheinen einen großen Pot verloren und spielte deshalb praktisch ohne Risiko.

Abgesehen davon, dass er vom Button aus die Blinds und Ante stahl, hielt er sich aus gefährlichen Situationen heraus.

Dennoch, als es darum ging, um einen großen Pot zu flippen, zögerte er nicht lange. Kamel hatte deutlich weniger Chips als er, also ließ Kitai es drauf ankommen und gewann.

Nachdem er den Engländer aus dem Turnier genommen hatte, lag Kitai mit seinem Chipstack wieder über dem Durchschnitt.

Entscheidung des Tages

Die heutige Geschichte stammt nicht aus dem Prager Main Event, kommt aber immer mal wieder in einem Turnier vor.

Wir befinden uns in der Anfangsphase eins Turniers, die ersten Hände sind gespielt.

Dealer Poker Foorman EPT PRague 2014 Lamatsch
Diskutiert wird bei den Floormen nur untereinander.

Plötzlich taucht ein weiterer Spieler auf und behauptet, dass jemand auf seinem Platz sitzt. Tatsächlich stellt sich heraus, dass ein Spieler sich versehentlich an den falschen Tisch gesetzt hat.

Da dieser bereits mehrere Hände gespielt hat, wird der Floor gerufen.

Die Entscheidung: Ist in diesem Fall relativ einfach. Der Spieler nimmt seine Chips und muss damit seinen rechtmäßigen Platz einnehmen.

Es ist keine Alternative, den Spieler an dem eingenommenen Platz zu belassen und quasi den Platz mit dem anderen Spieler zu tauschen.

Grund dafür ist, dass ansonsten Spieler, die an ihrem zugewiesenen Tisch Spieler sehen, denen sie nicht so gerne begegnen möchten, aus dem Weg gehen könnten, indem sie sich einfach woanders hinsetzen.

„Das passiert nicht oft“, erzählt uns der Floorman in Prag, „aber es ist zumindest möglich. Deswegen müssen wir da ganz streng sein.“

Apropos streng. Wir haben das Beispiel noch ein bisschen ausgeweitet und nachgefragt, was denn passieren würde, wenn ein Spieler sich nach der Pause versehentlich an einen falschen Tisch setzt und mit den Chips eines anderen weiterspielt.

In diesem Fall wäre die Entscheidung eine klare Disqualifikation des Spielers. Ohne Diskussion. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Spieler Chips gewonnen oder verloren hat.

Der Dealer würde jedoch versuchen, den ursprünglichen Chipstand vor dem Vorfall wieder herzustellen.

Der Stack des disqualifizierten Spielers würde leer weiterlaufen.

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