EPT Grand Final – Altergott Super High und Schemion mit Hattrick

Max Altergott
Max Altergott; Photo: Neil Stoddard.

Das Finale der neunten EPT Season 9 ist zu Ende, und am Ende setzten noch einmal die Deutschen ihre Wegmarken. Max Altergott gewann den Super High Roller sowie 1,7 Millionen Euro und Ole Schemion seinen dritten Side Event.

Der Tag beschließt ein Pokerfestival, das es in sich hatte. Welchen Anteil, Jason Mercier, Marvin Rettenmaier und Chris Moneymaker daran hatten, erfahrt ihr in unserem Recap.

Max Altergott gewinnt €100k Super High Roller

Nach dem Triumph von Igor Kurganov im vergangenen Jahr ging der Titel des teuersten Events auch 2013 nach Deutschland. Und diesmal war es eine faustdicke Überraschung. Max Altergott hatte sich erst kurz vor dem Startschuss für die Teilnahme entschieden, und spätestens am Final Table sorgte er für viele Fragezeichen.

Allerdings nicht beim amtierenden Weltmeister Greg Merson. Der erklärte Altergott über Twitter zu einem der besten Spieler der Welt.

Wie gut der Deutsche, mit dem Online-Nick „altiFC“ wirklich ist, zeigte er beim Kampf um den millionenschweren Preispool (50 Entries).

Team PokerStars Pro Jason Mercier hatte die ersten beiden Tage des Super High Roller Events dominiert und war als massiver Chipleader an den Final Table gekommen. Doch das nützte am Ende nichts.

greg merson
Greg Merson - "der beste, gegen den ich je gespielt habe".

Max Altergott eliminierte erst Sorel Mizzi mit Jacks gegen AQ und auch beim folgenden Heads-up machte er gegen den Amerikaner kurzen Prozess.

Mercier verlor einen Großteil seines Stacks, als er mit Pair und Flush Draw nicht gegen Altergotts Overpair triumphieren konnte. Am Ende war Mercier mit T-6 suited all in gegen J-9 von Altergott – und verlor.

Der Deutsche hat damit genau ein Pokerturnier gebraucht, um Millionär zu werden und im Rampenlicht zu stehen.

EPT Grand Final Super High Roller

Buy-in: €100.000

Players: 41 (+ 9 Re-Entries)

  • 1. Max Altergott, Deutschland, €1.746.400
  • 2. Jason Mercier, USA, €1.115.700
  • 3. Sorel Mizzi, Kanada, €679.100
  • 4. Timothy Adams, Kanada, €485.100
  • 5. Vladimir Troyanovsky, Russland, €339.500
  • 6. Scott Seiver, USA, €266.900
  • 7. Mike Watson, Kanada, €218.300

Ole Schemion gewinnt gleich drei Side Events

ole schemion neil stoddart
Ole Schemion in Monaco; Photo: Neil Stoddard.

Das nennt man mal einen Hot Run. Ole Schemion hat ebenfalls am letzten Tag seinen dritten Side Event beim Grand Final und damit sein sechstes Turnier innerhalb von zwölf Monaten gewonnen.

Damit hat der Youngster drei Millionen Dollar Turnierpreisgelder gesammelt und ist in die Top Ten der deutschen All Time Money List vorgestoßen.

Den Startschuss für seine  unwiderstehliche Titeljagd fiel beim €5000 Pot Limit Omaha Event. Dort ließ er 32 Spieler hinter sich, besiegte den Russen Artem Litvinov und kassierte €59.200.

Es sollte nur wenige Tage dauern, dann hatte Ole seine zweite Krone in der Tasche. Beim €1100 „Win the button“ Event waren es diesmal 30 Kontrahenten. Im Heads-up unterlag Ahmad Ismail aus Frankreich und der Deutsche war um weitere €11.700 reicher.

Der Hattrick brachte dann auch das größte Preisgeld. Beim €10k High Roller Turbo ließ Schemion die Konkurrenz wieder im Staube seines rasanten Aufstiegs stehen und räumte diesmal €101.500 ab.

Jason Mercier beendet Trockenzeit

Jason Mercier
Jason Mercier wieder auf der Sonnenseite.

Beim Super High Roller musste der Amerikaner Jason Mercier den Erfolg noch einem Deutschen hinterlassen. Doch von seiner Reise nach Europa kommt der PokerStars Pro auch ohne diesen Titel, dekoriert und als großer Triumphator zurück.

Beendet hat Mercer damit eine – für ihn – außergewöhnlich lange „Trockenzeit“. 13 Turniere und über acht Millionen Dollar Preisgeld hatte Jason bis zum Dezember 2011 gewonnen. Und danach nicht mehr viel.

Kurioserweise gelang dem 26-Jährigen sein Comeback bei einem €2150 Open-Face Chinese Event. Mercier flog in letzter Sekunde mit einem Helikopter ein, stürmte in den Sternensaal, räumte bei 52 Teilnehmern (+17 Re-Entries) am Final Table alleine vier Russen aus dem Weg und sackte 48.000 Euro ein.

Beim Main Event eröffnete sich dann eine seltene Möglichkeit. Jason Mercier erreichte den Final Table und hatte die Chance erster EPT-Doppelchamp zu werden. Am Ende reichte es dann nur für den siebenten Platz und 137.000 Euro.

Der beste Final Table aller Zeiten

Die Teilnehmerzahl des Grand Final Main Events entsprach mit 531 Spielern wohl nicht ganz den Erwartungen der Organisatoren. Dafür hatte es das Final Table Line Up umso mehr in sich. Mit Johnny Lodden, Daniel Negreanu, Jason Mercier, Jake Cody, Noah Schwartz und Steve O`Dwyer waren nahezu ausschließlich Profis mit großen Namen vertreten.

Nach erstklassigem Poker und einem hochinteressanten Heads Up gegen den Sportwetten-Manager (Matchbox) und Poker Profi Andrew Pantling aus Kanada setzte sich am Ende der Ire Steve O`Dwyer durch und räumte mehr als 1,2 Millionen Euro ab. Bester Deutscher wurde übrigens Ismail Bojang. Er bekam für seinen 21.Platz €30.000.

EPT9 Grand Final Main Event

steve odwyer ept grand final
Steve O'Dwyer; Photo: Neil Stoddart.

Buy-in: €10.600

Players: 531

  • 1. Steve O'Dwyer, Irland, €1.224.000
  • 2. Andrew Pantling, Kanada, €842.000
  • 3. Johnny Lodden, Norwegen, €467.000
  • 4. Daniel Negreanu, Kanada, €321.000
  • 5. Jake Cody, GB, €251.000
  • 6. Noah Schwartz, GB, €189.000
  • 7. Jason Mercier, USA, €137.000
  • 8. Grant Levy, Australien, €103.000

Mad Mav Rettenmaier setzt seinen Lauf in Monte Carlo fort

Marvin Rettenmaier
Wieder eine Kerbe im Messergriff für Marvin Rettenmaier. Photo: Neil Stoddard.

Schon im letzten Jahr hatte Marvin Rettenmaier in Monaco einen Side Event gewonnen, und auch die EPT Season 9 beschloss er mit einem Triumph.

Noch im Dezember hatte er bei der EPT Prag den High Roller Event gewonnen und €365.300 abgesahnt. Diesmal war es Event Nummer 36, das €2100 NLHE Turbo.

Bei 64 Teilnehmern besiegte der Deutsche im Heads Up Faisal Alfalasi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und kassierte dafür €43.400.

Mit diesem Resultat hat er – nach Pius Heinz ($8.971.109), Tobias Reinkemeier ($5.941.896) und Philipp Gruissem ($4.848.947) - Platz 4 der deutschen All Time Money-List erobert.

Chris Moneymaker ist König im 8-Game

Chris Moneymaker
Kann inzwischen alles spielen - 8-Game Sieger Chris Moneymaker.

Er ist das Maskottchen der weltweiten Pokerszene und als Auslöser des Pokerbooms wohl auf Ewigkeiten im kollektiven Gedächtnis der Community. Doch der einstige Buchmacher beherrscht auch das Spiel, wie er nun beim Grand Final beweisen konnte.

Beim €1100 8-Game Event eliminierte er immerhin 31 Kontrahenten und setzte sich im Heads Up gegen keinen Geringeren, als Team PokerStars Pro Matthias De Meulder aus Belgien durch.

Dafür gab‘s das – zugegeben überschaubare – Siegersümmchen von 12.000 Euro, aber vor allen auch einen schönen HendonMob-Eintrag für den einstigen Weltmeister Chris Moneymaker.

Steven Silverman gewinnt das €25.000 High Roller Turnier

In dem für dieses Buy-in riesigen Teilnehmerfeld von 158 Spielern waren es diesmal nicht die Deutschen, die das High Roller Event dominierten.

Zwar nahmen Fabian Quoss, Marvin Rettenmaier, Tobias Reinkemeier und Philipp Gruissem teil, aber nur Igor Kurganov schaffte es am Ende an den Final Table. Allerdings reichte es dort auch nur für den siebenten Platz.

Igor Kurganov
Igor Kurganov war der einzige Deutsche am HR-Finaltisch.

Das Aus kam für den Münchner – mit AT gegen AQ - gegen den späteren Sieger, Steven Silverman aus den USA.

Bei noch vier Überlebenden versuchten die Spieler, einen Deal auszuhandeln, konnten sich jedoch nicht einig werden. Vanessa Selbst war die Leidtragende und verabschiedete sich mit „Blech“.

Bei drei ungefähr gleichen Chipcounts einigten sich Steven Silverman, Tony Gregg und Fady Kamar schliesslich doch auf einen Deal, der allen 760.000 Euro garantierte und nur noch 15.000 Euro auf dem Tisch ließ.

In der letzten Hand gewann Steven Silverman mit A-J einen Flip gegen Tony Greggs Deuces und konnte sich im Anschluss als Sieger feiern lassen.

EPT9 Monaco High Roller Event

Buy-in: €25.000

Player: 158

  • 1. Steven Silverman, USA, €775.400
  • 2. Anthony Gregg, USA, €760.000
  • 3. Fady Kamar, Libanon, €760.000
  • 4. Vanessa Selbst, USA, €290.300
  • 5. Toby Lewis, UK, €232.400
  • 6. Chris Moore, USA, €193.500
  • 7. Igor Kurganov, Deutschland, €154.700
  • 8. Victor Sbrissa, Brasilien, €116.100

Damit endet die neunte EPT-Saison, und der Tross geht in die Sommerpause. Die zehnte Saison beginnt am 28. August in Barcelona.

Die kommenden Wochen stehen ganz im Zeichen der World Series of Poker.

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