EPT Madrid Tag 3 – Eine neue Hoffnung

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Die letzten drei Tische. Rechts im Hintergrund der TV-Tisch.

Nach der langen gestrigen Bubble-Phase nahm das Turnier heute von Anfang Tempo auf. Die Shortstacks, die sich gestern ins Geld retten konnten, versuchten schnell ihr Glück, um ggf. noch einmal in die Spätphase des Turniers eingreifen zu können.

Dementsprechend waren gegen 18 Uhr bereits 60 der letzten 104 Spieler ausgeschieden. Um die lange Bubble-Phase zu kompensieren, wurde übrigens der letzte Level noch einmal ganz gespielt.

Tobias Reinkemeier, wohl der bekannteste der verbliebenen deutschen Spieler, fand heute weder gute Hände noch gute Spots. Zuletzt ging er mit T-7 und etwa 30 BB nach einem Raise vom Button aus den Blinds all-in, konnte aber den Gegner mit A-Q nicht zum Fold zwingen. Platz 57 und €20k für Reinkemeier.

Dagegen sah es zunächst so aus, als ob Torsten Brinkmann das Ticket für Tag 4 heute schon früh buchen konnte. Nachdem er zunächst eine 3-Bet angesetzt hatte, sah er sich zwei All-ins gegenüber, darunter eines von Kristoffer Thorsson, der mit 580k den größten der drei Stacks besaß. Der andere Gegner war WPT-Wien-Gewinner McLean Karr.

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Zwischenzeitlicher Chipleader Torsten Brinkmann.

Brinkmann riskierte sein Turnier mit A-K, trat gegen TT und JJ an und traf tatsächlich einen könig auf dem River. Damit schnellte er zwischenzeitlich auf über eine Million Chips nach oben und eroberte die Tabellenführung. Auch am Abend übe Brinkmann mit seinem Stack geschickt Druck aus und geht als Zweiter in der Chiptabelle in Tag 4. In der Datenbank von Hendonmob hat Brinkamnn erst zwei Einträge. Eine neue Hoffnung aus Deutschland?

Der „SerialQualifier“ Pierre Neuville feierte heute seinen elften Cash bei 23 Teilnahmen. Quote: fast 50%. Dabei hatte er noch großes Pech, denn er verlor gegen einen Zwei-Outer auf dem River: Mit A-Q gegen A-8 auf einem Flop A-Q-8 gingen alle Chips in die Mitte. River: 8.

Ted Forrest, Poker-Urgestein aus Las Vegas und seltener Gast bei der EPT, verlebte einen Tag auf der Achterbahn. Mit TT verlor er einen großen Pot gegen Fünfen, die auf dem Flop eine weitere Fünf fanden, doch nur wenige Hände danach stellte er mit Achten seinen restlichen Stack all-in, wurde von einem Paar Damen bezahlt und fand eine Acht auf den Turn.

Erholen konnte er sich letztlich aber nicht mehr. Am Ende schloss er das Turnier auf Platz 38 ab.

Zeitgleich rang der amerikanische Team Pro Victor Ramdin minutenlang mit sich. Nach einem Raise UTG und eine Re-Raise dahinter hatte er eine 4-Bet angesetzt, die von UTG mit einem All-in gekontert wurde. Für den Call hätte Ramdin alle Chips setzten müssen.

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EPT-Berlin Gewinner Ben Wilinofsky - out.

Nach schier endloser Überlegungszeit fand Ramdin einen offenen Fold mit Pocket Königen. Sein Gegner zeigte Damen. In dieser Zeit hatte Ted Forrest schon verloren und verdoppelt. Ramdin wurde für seine Vorsicht belohnt und ist auch an Tag 4 noch dabei.

Die holländische Ex-Hockeynationalspielerin Fatima de Melo konnte nach den EPTs Snowfest und Berlin ihren dritten Cash feiern. Mit gerade mal drei BB hatte sie sich gerade so ins Geld gefoldet und schied heute früh aus (Platz 94). Noch dabei blieb allerdings ihr derzeitiger Lebenspartner Raemon Sluiter, ein früherer Tennisprofi, der bisher nur bei wenigen Side Events in Erscheinung treten konnte. Ein Liebespaar zusammen im Geld. Die EPT schreibt auch romantische Geschichten.

Der Lauf von EPT-Berlin-Gewinner Ben Wilinofsky endete am späten Nachmittag. Damit verblieb nur ein einziger Spieler im Feld, der bereits einen EPT-Titel sein eigen nennt: Lucien Cohen. Allerdings ist der „Rat Man“, der zu Beginn des Jahres die EPT Deauville gewann, nicht gerade der der beliebteste Spieler, nicht hier und wahrscheinlich auch sonst nirgends.

Cohen macht hauptsächlich durch unnötige Tänze und Triumphgesänge auf sich aufmerksam. Es ist ihm bereits gelungen, Spieler so zu verärgern, dass sie ihm nach dem Ausscheiden den Handschlag verwehrten. Kein Wunder, dass sich mehrheitlich Erleichterung breit machte, als der Franzose den Tisch räumen musste. Eigentlich sogar eher Schadenfreude, denn Cohen war mit A-Q gegen A-7 all-in, aber sein Gegner zog sich auf dem River eine Straße zusammen. Es wird also wieder einen neuen EPT-Titelträger geben.

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EPT Deauville Gewinner Lucien Cohen - out.

Um viertel vor elf war die letzte Entscheidung des Tages gefallen. Vasily Fursov lief mit A-J gegen A-K und wurde der letzte Spieler, der Tag 4 nicht mehr an den Tischen erleben darf.

Der größten Pot des Tages lieferten sich Babyface Ole Kristian Nergard – der bis dahin ein phantastisches Turnier gespielt hatte – und der Amerikaner Eugene Yanayt, der nun statt des Norwegers als Chipleader in Tag 4 geht.

Bei Blinds 8000/16000 erhöhte der Amerikaner auf 32.000, Nergard setzte die 3-Bet auf 102.000 an. Den Flop T A Q checkten beide Spieler, auf dem Turn 3 setzte Yanayt 115.000 und wurde abermals geraist, jetzt auf 234.000. Call. Auf dem River checkte Yanayt, und der Norweger ging all-in. Yanayt überlegte eine halbe Minute und bezahlte mit Pocket Dreien für ein Set.

Nergard hatte nur Q-4 und fiel auf 75.000. Der Pot mit über zwei Millionen Chips ging an dem Amerikaner.

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