EPT London - Gustavson, Eastgate, Senninger

Aaron Gustavson
Aaron Gustavson, Titelträger und Final Table Melancholiker.

Der Amerikaner Aaron Gustavson hatte sein Ticket beim $800 Qualifier auf PokerStars gewonnen. Gestern Abend waren daraus £850.000 geworden. Begleitet von einem EPT-Titel. Nikolai Senninger auf Platz drei.

„Ich glaube, es wird ein bisschen dauern, bis ich das realisiert habe", sagte der 23-Jährige aus Las Vegas kurz nach Ende des Turniers, indem er das Heads-up gegen den amtierenden WSOP-Champion Peter Eastgate gewonnen hatte.

„Ich bin völlig überwältigt. So viel Geld und auch noch ein Titel, das ist natürlich kaum zu glauben. Ein Traum wird wahr."

Als erster der letzten acht, die gestern den Finaltisch begannen, musste sich Shortstack Karim Bennani aus Marokko verabschieden.

Nikolai Senninger
Nikolai Senninger.

Raymond Wu, Mitglied des PokerStars Asia Pro Teams, erwischte es als nächsten. Sein schrumpfender Chipstack zwang ihn schließlich dazu, mit einer mittelmäßigen Hand all-in zu gehen. Gustavson fing ihn ab.

Auf Platz sechs kam der Portugiese Rui Milhomen. Nach Raise und Re-Raise bezahlte er mutig ein All-in von Eastgate mit Pocket 8en. Eastgate zeigte A-To, und es zeigte sich einmal mehr, dass häufig der Zufall entscheidet, wer gewinnt und wer gehen muss. Eastgate traf die Zehn auf dem River und gewann einen gewaltigen Pot. Milhomen war raus.

Noch ein Beispiel? Dominic Cullen, der letzte Engländer am Tisch, ging mi A-T all-in und wurde von Eastgate mit Pocket 8en bezahlt. Das Board blieb neutral und auch Cullen musste gehen.

Der Norweger Martin Gudvangen verlor einen Großteil seiner Chips an Nikolai Senninger und war deshalb gezwungen, mit A-3 einen Angriff zu starten. Ausgerechnet Senninger hielt jedoch A-Q und nahm damit den Skandinavier vom Tisch.

Eastgate dominierte three-handed, und Senninger traf schließlich mit Pocket Achten die falsche Entscheidung, als er Gustavsons andauernde aggressiven Bets fehldeutete und sich dazu hinreißen ließ, mit allen Chips auf einem Board mit zwei Overcards all-in zu callen. Gustavson hielt unglücklicherweise Top Pair, was für Senninger Platz drei und - glücklicherweise - £285.000 bedeutete.

Der Amerikaner hielt damit einen 2:1 Chiplead über den Dänen, als es ins Finale ging. Eastgate verlor den ersten Pot und riskierte schon in der siebten Hand alles pre-Flop, um ins Spiel zurückzufinden. Gustavson bezahlte ohne langes Zögern: Eastgate A-9; Gustavson A-Q; neutrales Board.

Peter Eastgate
Konzentriert bis zur vorletzten Hand - Peter Eastgate.

Peter Eastgate zeigte sich wie erwartet enttäuscht von dem Ergebnis, aber nicht von seinem Spiel.

„Ich bin sehr zufrieden damit, wie ich bis ins Heeads-up gekommen bin. Im Finale haben wir nur ein paar Hände gespielt, aber abgesehen von der letzten Hand habe ich mir eigentlich nichts vorzuwerfen. Außerdem habe ich eine halbe Million Pfund gewonnen, da habe ich eigentlich nichts zu meckern."

E war Peter Eastgate, der mit dem Erreichen des Finaltisches die Schlagzeilen bestimmte, doch der Amerikaner Gustavson war schon zu diesem Zeitpunkt deutlicher Chipleader. Er versuchte jedoch nicht, den Tisch ständig zu dominieren, sondern wartete geduldig auf günstige Situationen.

„Drei oder vier Spieler waren schon ziemlich short, also konnte ich nicht mit marginalen Händen erhöhen, da sie sonst schnell all-in gegangen wären" erklärte Gustavson. „Ich musste auf Hände warten, die gut genug waren, um damit ein All-in zu bezahlen. Also lehnte ich mich zurück und wartete auf solche Hände."

„Ich muss nicht alles spielen. Aus später Position konnte ich mit vielen Händen eröffnen, aber insgesamt spielte ich einfach solide."

Gustavson ist Profi, spielt aber hauptschlich online. Sein größter Gewinn war bisher ein Sieg beim PokerStars Sunday WarmUp für $135.010 im vergangenen Juli. Er erklärt, dass ihm vor allem das 2+2-Forum geholfen habe, sein Spiel zu verbessern.

„Ich spiele seit zwei bis drei Jahren ernsthaft Poker, aber als ich begann, die Forenbeiträge eingehend zu studieren und mich auch selbst zu beteiligen, vor allem in den letzten sechs bis acht Monaten, hat das meinem Spiel eine neue Qualität verliehen."

 

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