EPT London – 7 Deutsche und 5 Ex-Champions unter den letzten 35

Benny Spindler
Benny Spindler hat die Chance als Erster zweimal dieselbe EPT zu gewinnen.

Tag 3 der EPT London ist in den Büchern und für Team Germany lief es mal wieder richtig gut. Sieben Deutsche, darunter so starke Spieler wie Benny Spindler, Marko Neumann, Artur Koren und Jonas Lauck sind noch unter den letzten 35 Spielern. An der Bubble biss der bekannte rumänische Online High Roller Ignat Liviu ins Gras. ElkY rannte in Deadmans Hand. Und bei der Entscheidung des Tages wurde sich ein einfallsreicher Drückeberger bestraft. Chipleader ist derzeit der Pole Jakob Mroczek.

127 Spieler begannen den dritten Tag des EPT London Main Events. Als Chipleader ging der Italiener Raffaelle Sorrentino ins Rennen, der mit fast einer halben Million Chips begann.

Direkt hinter lag bereits der beste Deutsche: Sebastian Pauli.

Die Bubble platzte genau zum Ende von Level 16, und es war der rumänische Star Ignat Liviu, der in den sauren Apfel beißen musste.

Ein Orbit, ein Champion

Wir verfolgten natürlich wieder einen früheren EPT-Champions sich am Tisch verhalten, um ein wenig über ihren Spielstil herauszufinden und zu verstehen, wie sie es zum ganz großen Triumph geschafft haben.

Dafür begleiten wir sie eine Button-Runde lang und berichten hier, welche Spielzüge die Titelträger anwenden.

Heute sind wir zu Gast bei Bertrand ElkY Grospellier. ElkY gewann die EPT PCA auf den Bahamas im Jahr 2008, ist Träger eines WSOP Bracelets und eines WPT Rings.

ElkY gilt als einer der Spieler, die den über-aggressiven Turnierstil kultiviert haben, und sein Image ist das eines Aggressors, der mit allen Mitteln versucht, seine Gegner aus einer Hand zu vertreiben, unabhängig davon, welche Karten er selbst hält.

Als wir ElkYs Tisch erreichten, saß er gerade im Cut-off. Am Tisch saßen zu diesem Zeitpunkt nur sieben Spieler, jedoch wurde ein weiterer im Verlauf des Orbits dazugesetzt.

Wir befinden uns in Level 15, die Blinds stehen bei 1500/3000/400. Der Average liegt bei rund 150.000 Chips. ElkY hat ca. 100.000. 

Machen wir es an dieser Stelle kurz: ElkY spielte nicht eine einzige Hand in dieser Runde. Da wir es nicht glauben konnten, blieben wir ein bisschen länger. 

Es dauerte bis zu elften Hand, bis ElkY die Initiative ergriff. Er erhöhte aus UTG+2 und fand keinen Caller. Die folgende Hand warf er ab, und wir verließen den Tisch. 

Ein überraschendes Verhalten für einen Spieler mit diesem Image. Was Sie allerding nicht wissen ist, welche Rolle die Tischdynamik hier gespielt hat. 

Im Verlauf der ersten sieben Hände ging Shortstack Slaven Popov zweimal pre-Flop all-in. Der größte Stack – Simon Deadman – erhöhte viele Hände, und die mittleren Stacks mussten ständig damit rechnen, nach einem Call von den kleineren Stacks auf die Hälfte ihrer eigenen Chips all-in geraist zu werden.

elky knows when to fold them
ElkY kann auch abwarten.

Nicht eine der sieben Hände ging in den Showdown. Erst in Hand 10 kam es zu einem All-in mit Showdown auf dem Flop. 

Wenig überraschend waren die beiden Beteiligten Deadman und Popov. Deadman setzte Popov auf einem Flop 3-K-Q all-in, und Popov bezahlte mit J-T. Deadman hielt K-6. 

Das Entscheidende an der Situation besteht darin, dass man hier sehr schön erkennen kann, wie ElkY sich an die Gegebenheiten des Tisches anpassen kann. 

Er riskierte keine Chips ohne Not, er kümmerte sich nicht darum, ob der große Stack 350k oder 380k erreichte, und erholte sich seine Blinds zurück, als er die Chance sah. 

Bertrand Grospellier, so unsere Erkenntnis, ist ein Spieler, der sehr viel Geduld hat. 

Entscheidung des Tages 

„Floor!“ Wenn jemand dieses Wort in den Saal wirft, wird es meistens interessant. 

Heute sprachen wir mit Head Floorman Luca über eine Situation, die sein Eingreifen erforderte, obwohl nicht eine einzige Spielkarte involviert war. 

„Wir hatten einen Tisch gebrochen und führten die Spieler zu ihren neuen Plätzen. Wir machen das immer so, damit gewährleistet ist, dass alles schnell und reibungslos abläuft. 

Ein Spieler aus Polen schien seinen Platz nicht zu finden, also zeigte ich ihm den richtigen Tisch und seinen Sitzplatz. 

Etwa 30 Sekunden später sah ich ihn wieder auf dem Gang herumstehen, immer noch mit seinen Chips in der Hand. 

Der Spieler hatte erkannt, dass er direkt im Big Blind eingestiegen wäre. Um sich die Blinds zu sparen, schindete er etwas Zeit. 

Wäre er damit durchgekommen, hätte er ab dem Cut-off wieder einsteigen können.“ 

Und so lautete die Entscheidung des obersten Floormans: 

„Ich habe dem Spieler eine Runde Aussetzen aufgebrummt. In dieser Runde musste er natürlich die Blinds und Antes bezahlen. 

Erst in der folgenden Runde durfte er im Cut-off wieder in das Turnier eingreifen.“

simondeadman
Deadmans Hand.

Der Spieler war mit dieser Entscheidung sehr unzufrieden. Vielleicht hat er ja etwas gelernt:

Versuch nie, das Personal zu betrügen, um dir einen Vorteil zu verschaffen.

Bei der EPT kommt man damit nicht durch.

Bustout des Tages 

Bertrand Grospellier schied am dritten Tag aus. Mit einem Paar Siebenen lief er gegen ein Paar Asse. 

Das Board verlief 8-5-5-3-8, und ElkY verlor damit gegen Asse und Achten, auch als „Dead man‘s hand“ bekannt. 

Sein Gegner in dieser Hand hieß Simon Deadman. 

Morgen geht’s weiter mit Tag 4. Dann wird so lange gespielt, bis nur noch 24 Spieler an nur noch drei Tischen sitzen. 

Schauen Sie regelmäßig in unsere Nachrichtenrubrik, wir bringen Ihnen täglich Berichte und Interviews aus London. 

Ehemalige EPT-Champions? 

Nach fünf gespielten Leveln blieben am Ende des Tages noch 35 Spieler übrig. Darunter sind mit Artur Koren, Sebastian Pauli, Benny Spindler, Marko Neumann, Jonas Lauck, Sven Wendt und Kai Herold noch sieben Deutsche.

Mit Liv Boeree, Mickey Petersen, Jake Cody, Kevin Mc Phee und Benny Spindler sind noch fünf ehemalige EPT-Champions im Rennen.

Letzterer ist gar ein einstiger EPT-London-Sieger (2011) und liegt darüber hinaus, als Fünfter im Chipcount noch am aussichtsreichsten im Turnier.

Der Pole Jakub Mroczek geht mit komfortablen Vorsprung als Chipleader in den morgigen Tag 4. Dann wird auf 16 Spieler heruntergespielt.

Artur Koren
Bester Deutscher: Artur Koren.

Die wichtigsten Chipcounts:

1. Jakub Mroczek (POL), 1.790.000

2. Joao Viera (POR), 1.151.000

3. Artur Koren (GER), 1.126.000

4. Sebastian Pauli (GER), 918.000

5. Benny Spindler (GER), 911.000

6. Raffaele Sorrentino (ITA), 888.000

7. Jake Cody (UK), 794.000

8. Sergio Aido (ESP), 758.000

9. Kevin Killeen (IRL), 732.000

10. Pablo Gordillo (ESP), 717.000

11. Marko Neumann (GER), 681.000

12. Jonas Lauck (GER), 625.000

14. Kevin McPhee (USA), 598.000

17. Sven Wendt (GER), 541.000

26. Kai Herold (GER), 359.000

33. Liv Boeree (UK), 156.000

34. Mickey Petersen (DEN), 143.000

Hier geht es zum Livestream von Tag 4 der EPT London, der um 13 Uhr beginnt!

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