EPT London – Der Deutsche Sebastian Pauli ist Chipleader

Sebastian Pauli
Chipleader Sebastian Pauli. Photo: Neil Stoddard, PS-Blog.

Der Deutsche Sebastian Pauli ist bei nur noch 16 verbliebenden Spielern Chipleader beim Main Event der EPT London, allerdings ist ihm Triple Crown Gewinner Jake Cody dicht auf den Fersen. Artur Koren liegt auf Platz 4 und Jonas Lauck und Benny Spindler sind ebenfalls noch mit dabei. Letzterem haben wir heute etwas auf die Finger geschaut.

Er war eine kurze Affäre, der vierte Spieltag des EPT London Main Events. Nachdem wie üblich um 12 Uhr mittags mit noch 36 Spielern angepfiffen wurde, packten die letzten 16 schon um 17.30 Uhr ihre Chips wieder ein.

Main Event

Chipleader ist PokerStars Team Pro Jake Cody, der sich anschickt, als zweiter Spieler nach Vicky Coren einen zweiten EPT Titel zu gewinnen.

Neben ihm sind noch zwei weitere frühere Champions im Rennen: Benny Spindler (EPT London 2011) und Kevin MacPhee (EPT Berlin 2010).

Allerdings liegen die beiden am Ende des Feldes.

Erfreulich aus deutscher Sicht: Neben Spindler haben es mit Chipleader Sebastian Pauli, Artur Koren und Jonas Lauck noch drei weitere Deutsche den Sprung in Tag 5 geschafft.

Die Chipcounts:

  • 1. Sebastian Pauli, D, 2.674.000
  • 2. Jake Cody, GB, 2.291.000
  • 3. Raffaele Sorrentino, I, 1.968.000
  • 4. Artur Koren, D, 1.865.000
  • 5. Jakub Mroczek, POL, 1.623.000
  • 6. Jonathan Bensadoun, FR, 1.465.000
  • 7. Gino Gabriel, I, 1.265.000
  • 8. Joao Vieira, POR, 1.117.000
  • 9. Pablo Gordillo, SP, 1.077.000
  • 10. Kevin Killeen, IRL,906.000
  • 11. Yann Pineau, FR, 900.000
  • 12. Kevin MacPhee, USA, 869.000
  • 13. Jonas Lauck, D, 840.000
  • 14. Simon Deadman, 732.000
  • 15. Ognyan Dimov, BUL, 552.000
  • 16. Benny Spindler, D,195.000

Die Deutschen zeigten sich dabei äußerst angriffslustig. Sie waren für 12 von 20 Bustouts verantwortlich.

Artur Koren nahm allein fünf Spieler vom Tisch, darunter allerdings auch Landsmann Kai Herold.

Die letzten beiden Frauen im Turnier waren Liv Boeree und Fatima de Melo, die auf den Plätzen 28 und 27 ausschieden.

Tag 5 beginnt morgen um 12 Uhr mittags, und gespielt wird so lange, bis der Finaltisch der letzten acht Spieler feststeht.

Benny Spindler
Benny Spindler.

Ein Orbit, ein Champion

Als Fünfter im Chipcount war Benny Spindler in Tag 4 des EPT London Main Events gestartet. Nach nicht einmal drei Stunden später waren davon lediglich 147.000 übrig.

Wir beobachteten ihn einen Orbit lang in Level 22 bei Blinds von 8.000/16.000/2000 an folgendem Tisch:


  • Sitz 1: Joao Vieira (POR), 1.456.000
  • Sitz  2: Ognyan Dimov (BUL),354.000
  • Sitz 3: Jakub Mroczek (POL), 2.053.000
  • Sitz 4: Benny Spindler (GER), 283.000
  • Sitz 5: Pablo Gordillo (ESP), 723.000
  • Sitz 6: William Chattaway (UK), 337.000
  • Sitz 7: Artur Koren (GER), 2.281.000
  • Sitz 8: Raffaele Sorrentino (ITA), 1.209.000

Hand 1: Spindler hat knapp 300k und ist damit der Shortstack am Tisch. Bei einem M von unter 10 ist er im Push-oder-Fold-Modus.

Doch zunächst raist Artur Koren auf 34.000. Der Italiener einen Platz hinter ihm callt aber Bulgare Dimov raist auf 90.000.

„Psychobenny“, so sein einstiger Online-Nick überlegt kurz und geht dann all in. Koren und Sorrentino trennen sich schnell von ihren Händen, nur Ognyan Dimov überlegt noch ein bisschen.

Dann foldet er und deckt 8 9 auf. Da dürfte Benny wohl auf jeden Fall vorn gelegen haben. Gutes Squeeze-Play.

Hand 2: Artur Koren wird umgesetzt. Es wird zu Spindler gefoldet, er annonciert aus dem Cut-off das Min Raise auf 32.000, wirft aber schnell weg, als der Spanier Gordillo auf 85.000 3-bettet.

Hand 3-5: Benny Spindler wird passiv. In den Händen 3-5 foldet er aus mittlerer und früher Position unspektakulär.

Hand 6: Spindler verteidigt auch seinen Big Blind nicht. Lokalmatador Chattaway hatte lediglich auf 32.000 geminraist. Und Benny wirft seine Karten ausdruckslos in den Muck.

Hand 7: Selbe Situation im Small Blind. Vor ihm wird auf lediglich 38.000 geraist. Zuviel für Spindler.

Benny Spindler ist in dieser Phase des Turniers in der Situation, seien Stack kaum noch für Spielzüge verwenden zu können.

Adrian Mateos2013 WSOP EuropeEV0710K NLH Main EventDay 4Giron8JG2772
Zur Dinnerbreak des HR Events lag WSOP Champion Adrian Mateos in Front.

Jede Erhöhung, die er ansetzt oder mitgeht, kommt einem Pot Commitment nahe. Schließlich ist Spindler nicht Phil Hellmuth, der auch mit acht Big Blinds noch Raise-fold spielt.

Allerdings ist Spindler heute bei Weitem umsichtiger und vorsichtiger geworden als noch vor ein paar Jahren.

2008 hätte er diesen Tag entweder als Fünfter der Tabelle oder außerhalb des Turniersaals beendet.

Heute wartet er lieber ab, setzt einen guten Squeeze and hat dann natürlich auch das Glück, dass die Hand des Bulgaren nicht gut genug für einen Call ist.

Dadurch kann er den Pot ohne Board-Risiko einfahren.

High Roller

Das £10.000+300 Highroller Event begann heute um 12 Uhr. Nach schleppendem Beginn hatten sich bis gegen 20 Uhr am Abend rund 130 Spieler registriert.

Damit ist auch das letztte prestigeträchtige Turnier des Festivals gestartet.

Der High Roller Event ist auf drei Tage angesetzt, wird also am selben Tag beendet wie der Main Event.

Wenn Floors an ihre Grenzen stoßen

An dieser Stelle sollte Sie eigentlich eine „Entscheidung des Tages“ erwarten. Wir erfuhren heute aber von einer Situation, in der auch der Floorman nichts ausrichten konnte.

Eine der Dealerinnen erzählte uns eine Situation aus der frühen Phase des Main Events. Namen werden aus Höflichkeit nicht erwähnt.

„Ein älterer Spieler hatte sich mit einem Spanier angelegt und beschimpfte ihn ständig als ‚Idiot‘, was dieser mehr oder weniger gelassen hinnahm.

Das ist natürlich unhöflich, aber technisch gesehen nicht gegen die Regeln. Dennoch kam schließlich ein Floorman herüber und bat den älteren Herrn, von Ausdrücken dieser Art abzusehen.

scotty nguyen
Wer sich schlecht benimmt, verstößt nicht automatisch gegen die Regeln.

Das half allerdings nur einige Zeit.

Dann wurde ein weiterer Spieler an den Tisch gesetzt. Er und der Spanier erkannten sich wieder, konnten sich aber nicht an den Namen des Anderen erinnern.

Die beiden wetteten schließlich zehn Pfund darauf, sich schneller erinnern zu können als das Gegenüber.

‚Ich sag dir, wie er heißt, mischte sich der ältere Herr ein. ‚Der Name fängt mit I an. Er heißt Idiot. Ich gewinne die Wette.‘“

Und da kann schließlich auch ein Floorman nichts mehr ausrichten.

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