„German Wunderkinder“ dominieren die EPT London

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Im Vordergrund: Benny Spindler (li.) und Philipp Gruissem (re.). Photo: Neil Stoddart.

Deutsche Pokerspieler haben die Insel erobert. Und zwar bis in den letzten Winkel. Benjamin Spindler gewann den Main Event, Andre Klebanov wurde Dritter. Die Krone im Highroller-Event setzte sich Phillip Gruissem auf. Er besiegte im Heads Up den Münchner Igor Kurganov. Damit nicht genug: Khiem Nguyen färbte mit seinem Sieg auch den £2.000 Mixed Event NLHE/PLO in Schwarz-Rot-Gold.

Die European Poker Tour spricht deutsch. Der erste Titel ging in Tallinn an die Schweiz, der zweite in Barcelona an Martin Schleich. Und zum Dritten in London? War die deutsche Dominanz total.

Den Auftakt machte Khiem Nguyen. Der Wiesbadener hatte bereits bei der EPT Berlin 2010 einen Side-Event gewonnen und im November danach als Dritter der Masterclassics in Amsterdam €140.000 mit nach Hause genommen. Seiner Cash-List fügte er in London nun den Sieg im £2.000 Mixed Event NLHE/PLO hinzu. Der war immerhin auch £45.000 wert.

König der High Roller

Den nächsten Schwarz-Rot-Goldenen Triumph tütete Philipp Gruissem ein. Im £10.000er Highroller Event besiegte er im Heads Up einen weiteren Deutschen, den Münchner Igor Kurganov und sackte umgerechnet stolze €518.000 ein. Von der englischen Pokerpresse wurde Gruissem, der wie ein Großteil der deutschen Poker-Elite in London lebt danach stürmisch gefeiert: Gruissem, der als philbort auch online gefürchtet wird, sei einer der beeindruckendsten europäischen Pokerspieler dieser Tage.

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Der Turnierbereich im Hilton Hotel London.

Beim WSOP-Main Event schied er erst als 28. aus und gewann $242.363. Der nächste Schlag gelang ihm bei der EPT Barcelona, wo er den Highroller-Event ebenfalls für sich entscheiden konnte. Mit diesen 234.500 Euro kommt Philipp Gruissem nun allein in den vergangenen drei Monaten auf einen Live-Turnier-Gewinn von fast einer Million Euro.

Der Main Event

Der wirkliche König von London heißt allerdings Benjamin Spindler. Vom ersten Tag an war das „German Wunderkind“, wie ihn die englischen Blogger von PokerStars immer wieder nannten ganz vorn im Chipcount zu finden. Den Final table im Hilton London Metropole konnte er dominieren, auch wenn er ihn nicht als Chipleader begann.

Als ersten nahm nahm Psychobenny oder toweliestar, wie er sich auf PokerStars nennt, den Shortstack Miroslav Benes vom Tisch. Der hielt Pocket 9s. Benny callte mit K Q, der Flop brachte gleich den König, der Turn noch einen und Miroslav ging mit Platz 8 von dannen.

Mit einem getroffenen Two Pair auf dem River war es für Spindler dann leicht, einen Monster-Bluff des Schweden Mattias Bergström aufzudecken. Danach war der Deutsche auf 5,7 Millionen Chips.

Die entscheidende Hand des Final table gab es dann aber gegen den Briten Martins Adeniya, der den Tag als Chipleader begonnen hatte. In einem für beide hochriskanten Flip hielt der Darmstädter Spindler T T und seine Kontrahent A K. Das Board von J 8 3 2 J meinte es gut mit dem chip-dominanten Deutschen und schickte den sichtlich enttäuschten Lokal-Matadoren frühzeitig als Achtplatzierten hinter die Rails.

Die letzten Drei

Nachdem Benny Spindler auch PokerStars Pro Juan Manuel Pastor aus Spanien aus dem Rennen genommen hatte (Pastor: Pocket 9er, Spindler: Pocket Asse) waren es mit dem US-Amerikaner Steve O’Dwyer noch drei Spieler, davon zwei Deutsche. Der erste deutsche Doppelsieg der EPT-Geschichte schien greifbar nahe.  Doch Andre Klebanov ging zügig mit A Q  gegen A 5  von Steve O’Dwyer all-in. Das Board konnte sich mit J 8 7 6 4  allerdings nicht schlimmer präsentieren. Andre Klebanov wurde immerhin mit einem £265.000 großem Trostpflaster versehen.

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Der Main Event Final Table, in Szene gesetzt von Neil Stoddart.

Sechs Stunden war der Final table von London nun alt und schon die erste signifikante Hand im Heads Up brachte die Entscheidung. Benny Spindler, mit fast doppelt sovielen Chips, wie O`Dwyer machte mit dem Amerikaner kurzen Prozess. Mit K J  ging Steve O’Dwyer mit einer 5-Bet all-in, Benny callte sofort mit A K. Das Board A 8 7 J 6  besiegelte endgültige eine goldene Woche für die deutsche Pokerszene.

Nach seinem eine Million Dollar schweren dritten Platz bei der PCA 2009 hat Benjamin Spindler in seiner Poker-Karriere live nun fast drei Millionen Euro abgeräumt. Er schiebt sich in der German All Time Money-List vor Tobias Reinkemeier auf den dritten Platz hinter Sebastian Ruthenberg, der $3.443.118 gewinnen konnte.

 

Ergebnis und Payouts des £5.000 Main Event

1. Benny Spindler, Deutschland, £750.000
2. Steve O’Dwyer, USA, £465.000
3. Andre Klebanov, Deutschland, £265.000
4. Juan Manuel Pastor, Spanien, £200.000
5. Mattias Bergstrom, Schweden, £155.000
6. Kevin Iacofano, USA, £120.000
7. Martins Adeniya, Großbritannien, £86.350
8. Miroslav Benes, Tschechien, £64.000

 

Ergebnis und Payouts £10.000 Highroller Event

1. Philipp Gruissem, Deutschland, £450.200
2. Igor Kurganov, Deutschland, £318.300
3. Rob Akery, Großbritannien, £205.500
4. Olivier Busquet, USA, £171.200
5. Adrian Bussman, Schweden, £102.250
6. Joel Nordkvist, Schweden, £72.950
7. Sam Trickett, Großbritannien £58.400

 

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