EPT Grand Final Super Highroller– Drei Chinesen mit dem Kontrabass

daniel colman
Daniel Colman - Gewinner des Super High Roller Events in Monaco.

Mit einem spannenden Finale endete am Abend der erste Höhepunkt des EPT Grand Final in Monte Carlo. Die Zusammensetzung der letzten Acht war äußerst reizvoll, neben den Weltklassespielern Dan Cates, Igor Kurganov, Olivier Busquet und Ole Schemion sowie dem bisher wenig bekannten Amerikaner Daniel Colman hatten es auch drei Macao-Regulars an den Finaltisch geschafft.

Die erste interessante Hand brachte einen starken Fold in einer Blind Battle zwischen Ole Schemion und Paul Phua. Schemion callte im Small Blind mit A A nur und prompt reagierte Phua mit 9 9 und einem Raise auf 120.000.

Schemion konterte mit dem Limp-Reraise auf 240.000, worauf Phua die 4-Bet auf 480.000 auspackte. Natürlich war die Geschichte damit noch nicht zu Ende. Schemion reraiste erneut auf 800.000, ehe sich Phua nach langem Nachdenken geschlagen gab.

Kurganovs Comeback

Dann begann die starke Phase des Short Stacks Igor Kurganov. Mit Glück hatte er es gestern erst ins Preisgeld und damit an den Finaltisch gebracht, doch heute zeigte er erst recht, dass beim Poker immer alles möglich ist. Hier sein Lauf von „Zero to Hero“:

Verdoppler 1: All-In aus UTG mit Q 10, Phua callte mit A K und es kam zum ersten Ernstfall für Kurganov. Bis zum Turn blieb Phua dank 2 6 4 vorn, doch dann rettete Kurganov die Q auf dem Turn, an der eine Blank auf dem River nichts mehr änderte.

Verdoppler 2: Mit A 4 pushte Kurganov dann aus dem Small Blind und rannte direkt in Ole Schemions A Q. Das Board meinte es aber gut mit dem Deutsch-Russen, denn das Full House mit 4 A 5 4 5 war allemal gut für einen Verdoppler.

Verdoppler 3: Lo raiste mit Sechsen, Kurganov shovte mit Zehnen, Schemion overpushte mit AK. Lo foldete, nur Blanks auf dem Board, Kurganov verdoppelte auf 1,6 Millionen und war wieder mittendrin im Geschehen.

Überraschendes Aus für Ole Schemion

Als Zweiter in Chips war Ole Schemion ins Finale gekommen, und lange sah es so aus, als wäre für ihn der ganz große Coup drin. Dann aber riss, wie eben beschrieben, der Faden und wenig später wurde es sogar ultimativ.

Daniel Colman raiste vom Button, Schemion verteidigte im Big Blind mit einem Reraise auf 335.000 und bezahlte dann recht rasch das All-In des Amerikaners.

Als Schemion die gegnerischen Karten sah, verzog er allerdings sofort das Gesicht. Mit 9 9 lag er gegen J J klar hinten und war dringend auf Hilfe angewiesen. Trotz eines Straight Draws auf dem Flop blieb das Wunder aber aus und Schemion musste sich als Siebter mit €307.000 Preisgeld begnügen.

Drei Chinesen mit dem Kontrabass

igor kurganov
Igor Kurganov - vom Shortstack unter die letzten drei.

Nachdem der Führende des EPT-Leaderboads der Season 10 ausgeschieden war, erwischte es hintereinander alle drei Macao-Regulars.

Bei mittlerweile empfindlichen Blinds schob Paul Phua von vorn seine 12 Big Blinds mit 8 7 in die Mitte und bekam den Call von Daniel Colman mit A J.

Ein Bube auf dem Flop sorgte dafür, dass der malaysische Geschäftsmann seinen Platz räumen musste.

Der Führende des Vortags, Rono Lo, versuchte im Finale vieles, am Ende jedoch musste er sich mit dem fünften Platz begnügen.

Mit K 9 pushte er vom Button und wurde von Igor Kurganov im Big Blind mit A J gecallt.

Der Flop mit A 3 6 brachte zusätzliche Spannung, doch nach 4 und Q auf Turn und River behielt AJ erneut die Oberhand.

Nachdem es lange danach ausgesehen hatte, als ob einer der drei asiatischen Spieler hier durchaus den Sieg erringen könnte, mussten sie sich am Ende mit den Plätzen 4 bis 6 begnügen. Richard Yong versuchte es unorthodox, doch der Schuss ging gewaltig nach hinten los.

Vor dem Flop callte Yong mit K J den Open-Raise von Daniel Colman und ballerte nach dessen Conti-Bet auf einem Board mit 7 3 5 All-In, aber natürlich kostete Colman der Call mit 5 5 keine Sekunde.

Yongs minimale Chance auf einen Split Pot zerstoben mit der 9 auf dem Turn und wenig später verabschiedete er sich mit €637.600 auf Platz 4.

Deal und zähes Ringen

Die drei verbliebenen Spieler einigten sich eine Hand nach Yongs Ausscheiden auf einen Deal, der allen Spieler einen siebenstelligen Betrag garantierte und noch rund €350.000 im Pot ließ.

Daniel Cates, daniel Colman, heads up shr 1
Daniel vs. Daniel - Cates gegen Colman heads-up.

Dem Kampfgeist der Spieler tat dies keinen Abbruch. Sie rangen noch mehrere Stunden, ehe Igor Kurganov die komplette Krönung seines Comebacks verwehrt blieb und er auf Platz 3 etwas unglücklich mit A2 gegen Q8 ausschied.

Damit ging der Sieg in das Mutterland von No-Limit Hold’em, da sich im Heads-Up die beiden Daniels Cates und Colman gegenüberstanden.

Nach zähem Ringen konnte sich Colman mit K 6 gegen den letzten Push von Cates mit Q T durchsetzen und die Nachfolge von Max Altergott als Super Highroller Champion von Monte Carlo antreten.

Endstand EPT Grand Final Monte Carlo €100.000 Super Highroller:

 

1

Daniel Colman

€1.534.000*

2

Daniel Cates

€1.283.000*

3

Igor Kurganov

€1.128.000*

4

Richard Yong

€637.600

5

Rono Lo

€493.340

6

Paul Phua

€385.000

7

Ole Schemion

€307.000

8

Olivier Busquet

€241.000

 *Die ersten drei Spieler schlossen einen Deal.

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