EPT Berlin: Der Gärtner und die Satellites

Yasar Guden
Yasar Güden.

Yasar Güden ist im Main Event einer von vielen unbekannten Gelegenheitsspielern. Ganz so „no name“ ist der Hannoveraner allerdings nicht. Schon beim Main Event der WSOP Australien verpasste er den Final Table nur knapp. Und auch in Berlin sorgte er an Tag 2 für Furore.

Zwischenzeitlich war er unter den Chipleadern und sorgte an seinem Tisch für gute Unterhaltung. Kurz vor der Bubble-Phase trafen wir Yasar Güden, der zur deutschen Pokerpresse eine ganz besondere Beziehung unterhält.

Yasar, du wirst hier unter den Journalisten nur als der „Gärtner des Pokerblatts“ herumgereicht. Warum?

Das ist wirklich eine lustige Story. Ich habe eine Firma für Landschaftsgärtnerei und, der Besitzer und Geschäftsführer des Pokerblatts (Wolfgang Fuhrmann, die Red.) ist ein Kunde von uns. Irgendwann hab ich seinen Namen im Impressum des Magazins gelesen. Die Welt ist eben ein Dorf.

Die Pokerwelt auch?

Ja, die besonders. Ich spiele eigentlich nur aus Spaß Poker. Trotzdem kennt man irgendwann eine Menge Leute, die man vorher nur im Fernsehen gesehen hat.

Du hast es ja kürzlich fast selbst zu Ruhm und Ehre gebracht. Beim Main Event der WSOP APAC wurdest du Fünfzehnter und hast den Final Table nur knapp verpasst. Kein schlechter Auftritt für einen Gelegenheitsspieler.

Noch besser war eigentlich der Lauf davor. Denn ich hab tatsächlich nur einen Dollar investiert. Bei meiner Seite 888.com hab ich fünf Steps überlebt und hielt danach das Ticket für Australien in der Hand.

Yasar Guden

Hast du dich pokertechnisch fit genug gefühlt, um auf einige der besten Spieler der Welt zu treffen?

Na ja. Meine Angst hielt sich in Grenzen. Trotzdem hab ich mir einigen Rat eingeholt. Von Jan-Peter Jachtmann zum Beispiel. Das wichtigste Gespräch hatte ich aber mit meinem Freund Anestis Karasavvidis, der als Turnierdirektor in Deutschland einen guten Namen hat.

Er hat mir die richtige Strategie verordnet, die mich bis zum Schluss durch das Turnier getragen hat.

Ganz allgemein kann man sagen, dass bei solchen Turnieren im NLHE weit weniger pokertechnische Wunderdinge passieren, als man von außen annimmt. Vieles ist eben ABC-Poker, das wohl mittlerweile fast jeder beherrscht.

Am Ende gab es 30.000 australische Dollar. Genug, um hier jetzt den Main Event der EPT Berlin zu spielen?

Nein. Aber ich bin eben ein Satellite-Man. Und so hab ich mich für 500 Euro qualifiziert.

Pokerlaie bist du offensichtlich nicht. Wie häufig spielst du denn Poker?

Ich habe mit meiner Frau eine ganz klare Absprache. Ich spiele die großen Turniere am Sonntagabend. Und am Dienstag und Donnerstag spiele ich jeweils ein Turnier. Ins Casino gehe ich selten, und dann vor allem, um mit Freunden Spaß zu haben.

Hört sich ganz entspannt an. Aber hier in Berlin geht es um die richtig großen Kartoffeln. Ab welcher Preisgeldstufe fängt die Hand an zu zittern?

Ab 200.000 Euro oder vielleicht 500.000? Wenn ich ganz ehrlich sein soll, gibt es live changing money im Poker für mich nicht. Ich habe ein großes Haus, führe ein glückliches Familienleben und liebe meinen Beruf. Was soll sich daran ändern, nur weil ich beim Pokern eine Million Euro gewinne.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

mr.xiang 2013-06-02 06:29:20

Das Beste und ehrlichste interview