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Sa. Mär 6. 2010
EPT Berlin Tag 3 - Tag der Baumeister
Autor: Dirk Oetzmann
Bis auf 24 Spieler wird am dritten Tag der PokerStars EPT Berlin heruntergespielt. Neben Poker- sind inzwischen auch architektonische Fähigkeiten gefragt. Kann Stefan Huber den Chiplead verteidigen? Warum ist Danzer mal wieder implodiert? Und was wurde aus unserem Helden Karbowsky?
Im Gegensatz zu Tag 1 hat sich gemäß der EPT-Regeln Einiges verändert. Die Blind Level dauern nicht mehr 60, sondern 75 min, und statt neun sitzen nur noch acht Spieler an jedem Tisch. Am Ende des Tages werden nur noch drei Tische übrig sein.
Während das Feld weiter zusammenschrumpfte, kamen heute die Techniker für den Feature Table zum Einsatz. Ab Samstag gibt es wieder Live Streams, außerdem wird das Turnier in seiner entscheidenden Phase von mehreren Fernsehsendern aufgezeichnet. Channel 4 ist auch da. Wie finden Sie die EPT Berlin im Vergleich zur UKIPT in Großbritannien? „Fast genauso gut," sagen sie. Besser, soll das heißen, aber der Engländer an sich gibt das nicht gerne zu.
Was passiert eigentlich, wenn irgendwann einfach niemand mehr ausscheidet, und es trotzdem immer später wird? Das ist eine Frage für den erfahrenen Turnierleiter Thomas Kremser. „Das ist ein theoretischer Fall, der niemals eintritt," antwortet er mit der Souveränität eines Mannes, der schon auf mindestens vier Kontinenten zahllose Turniere geleitet hat. „Hoffentlich," fügt er leise an.
Im Zweifelsfall, sagt Kremser, würde er die Spieler gegen Mitternacht nach Hause schicken, damit sie ausreichend Zeit zur Regeneration haben, bis es am nächsten Tag um zwölf Uhr mittags wieder los geht. Dazu kommt es aber nicht. Dagegen sollte sich Kremser heute noch mit ganz anderen Problemen beschäftigen müssen.
Wenn sich der durchschnittliche Chipstack langsam der Millionengrenze nähert, kann man nicht mehr einfach so mit den Chips herumspielen oder sie vor sich hinlegen. Jetzt ist effiziente und in vielen Fällen auch kreative Baukunst gefragt. Formschön, aber vor allem imposant müssen dieBauwerke sein, damit die Gegner auch ordentlich Respekt bekommen. Jedenfalls scheint es so. Leute, 97% der Spieler sind schon ausgeschieden, glaut Ihr wirklich, dass man so bei den letzten 30 noch Eindruck schinden kann ?
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Chiplead - hier in greifbarer Form.
Hans-Jürgen Karbowsky, unser Mann für die Nachfolge von Chris Moneymaker, ist am Ende 63. geworden. Als die anderen Spieler ihn heute wegen unseres gestrigen Artikels als „Horst Schlämmer" begrüßten, wollte er spontan rechtlich Schritte einleiten. Nach der Lektüre ist er nun aber versöhnt. Jetzt geht's zum Heiraten nach Las Vegas.
Zu einer kuriosen Situation kam es in Level 22: Stefan Huber bezahlte Nico Behlings All-in pre-Flop. Huber zeigte ein Paar Achten, Behling A-5o. Anstatt das Board zu legen, schnappte sich die Dealerin jedoch souverän alle Karten und begann zu mischen. Die entsetzten Einwände der Spieler kamen zu spät.
Angesichts ihres Fehlers kam man nicht umhin, Turnierleiter Kremser zu konsultieren, der tief in sein inneres Regelbuch blickte und die Hand dann zu einem Split Pot erklärte. So richtig gefiel keinem diese Entscheidung, aber Abseits ist eben dann, wenn der Schiedsrichter pfeift.
Der Schweizer Stefan Huber, der gestern schon die Millionengrenze durchbrochen hatte, ist im Chipcount ein wenig zurückgefallen. Der neue Chipleader heißt Kevin MacPhee.
Leider nicht mehr dabei ist Geroge Danzer. Als einer der Führenden in den zweiten Tag gestartet, scheiterte er kurz nach Erreichen der Geldränge völlig unnötig gegen Huber. Das gab ihm heute die Zeit, ausführlich mit uns zu sprechen. Aus dem ehemaligen Philosophiestudenten ist inzwischen ein Online-Profi mit weit mehr als einer Million Händen Erfahrung geworden, der private Live Coachings für einen schlappen Tausender pro Tag anbietet. Hier finden Sie mehr dazu.
Die letzten 24 Spieler:
| Name | Herkunft | Chipcount |
| Kevin MacPhee | USA | 2 526 000 |
| Theo Jorgensen | Denmark | 2 408 000 |
| Marc Inizan | France | 2 109 000 |
| Ketul Nathwani | UK | 2 056 000 |
| Stefan Huber | Switzerland | 1 850 000 |
| Iikka Tahkokallio | Finland | 1 564 000 |
| Paul Thomas Otto | Germany | 1 546 000 |
| Jonas Gutteck | Germany | 1 486 000 |
| Marko Neumann | Germany | 1 448 000 |
| Artur Wasek | Poland | 1 405 000 |
| Evgeniy Zaytsev | Russia | 1 368 000 |
| Norman Kastner | Germany | 1 270 000 |
| Ilya Gorodetskiy | Russia | 989 000 |
| Marcel Koller | Switzerland | 865 000 |
| Joao Barbosa | Portugal | 794 000 |
| Alfonso Amendola | Italy | 640 000 |
| Carsten Joh | Germany | 609 000 |
| Lennart Holz | Germany | 600 000 |
| Luca Cainelli | Italy | 558 000 |
| Jude Ainsworth | Ireland | 539 000 |
| Mathias Kuerschner | Germany | 516 000 |
| Johannes Strassmann | Germany | 515 000 |
| Nico Behling | Germany | 505 000 |
| The Duc Ngo | Germany | 144 000 |
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