EPT Berlin – „3- und 4-Bets um die Ohren“

Susanne Käufer

Der EPT Main Event wird fast vollständig von Männern dominiert. Susanne Käufer zeigt, wie man sich in diesem Wolfsrudel zur Wehr setzt.

Die Zahl der Teilnehmer von Live-Turnieren hat in den letzten Monaten allgemein abgenommen. Das liegt zumindest zum Teil daran, dass sich die Zahl der angebotenen Turniere fast inflationär erhöht hat.

Es hängt aber auch damit zusammen, dass der traditionell ohnehin nicht besonders große Frauenanteil wieder zu schrumpfen scheint.

Tag 1A der EPT Berlin z. B. war eine extrem testosterongeschwängerte Veranstaltung. Die Zahl der weiblichen Teilnehmerinnen ließ sich an einer Hand abzählen. Eine, die sich davon nicht abschrecken lässt, ist Susanne Käufer.

Käufer ist zwar regelmäßig Gast im Casino Wiesbaden, aber trotzdem eine reine Hobbyspielerin und im richtigen Leben bei einer Fernsehproduktionsfirma beschäftigt. Sie nimmt in diesem Jahr zum zweiten Mal am Main Event in Berlin teil.

Qualifiziert hat sich über die Steps-Turniere bei PokerStars. Keine einfache Angelegenheit, denn dort sitzen in den oberen Levels zahlreiche Spezialisten an den Tischen.

„Glück und Geschick“ sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine solche Qualifikation, wie Susanne freimütig zugibt. „Am letzten Tisch saßen sieben Profis. Ich bin ein großer EPT-Fan und freue mich sehr darüber, zum zweiten Mal bei einem so großen Turnier mitspielen zu können.“

Zwar mache die Atmosphäre und die großen Namen anfangs schon nervös, aber: „Das Gute ist, das man als Qualifikantin ja nichts zu verlieren hat.“

Warum immer weniger Frauen in den Live-Turnieren auftauchen kann auch sie sich nicht erklären, denn die Qualität der Spielerinnen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

„Früher wurde gerade in Ladies reihenweise gelimpt. Das gibt es heute überhaupt nicht mehr. Die Mädchen hauen sich die 3- und 4-Bets nur so um die Ohren.

Susanne Käufer weiß, wovon sie spricht. Sie hat den Ladies Event der EPT Berlin im vergangenen Jahr gewonnen und bei der WSOP Europe im letzten Oktober den Finaltisch erreicht.

„Natürlich ist das Spiel dadurch auch viel umkämpfter geworden. Ladies Events sind keine Spaßveranstaltungen mehr wie vor ein paar Jahren, und ich glaube, dass viele Frauen wegen des erhöhten Drucks die Lust aufs Pokern verloren haben.“

Aber würde das denn nicht die Vorurteile gegen Frauen und Poker bestätigen? Ein vielsagendes Lächeln ist die Antwort.

Überraschend ist diese Einsicht vor allem insofern, als Poker letztendlich ja nur ein Kartenspiel ist und deshalb die Geschlechter keine Rolle spielen sollten. Trotzdem scheint es so, als hätten sich die Frauen erfolgreich in die traditionelle Rollenverteilung zurückdrängen lassen. Bei der EPT sind jedenfalls die meisten von ihnen mit Servieren beschäftigt und nicht mit Poker. Schade eigentlich.

Für gute Spielerinnen wie Susanne Käufer birgt diese Entwicklung natürlich auch Vorteile.

„Am liebsten würde ich den Ladies Event der WSOP spielen“, lacht sie. „Da sind noch genügend Frauen dabei, die das Geld von ihren Männern bekommen haben weil die einfach mal ihre Ruhe haben wollen. Das vergrößert meine Chancen auf ein Bracelet ungemein.“

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