Ronny Voth: Bankroll-Management auf hanseatisch

Ronny Voth
Ronny Voth: Satellite, Main Event, Cash, High Roller.

Der Hanseat an sich – so sagt man – zeichnet sich durch kaufmännisches Geschick, allgemeines Understatement und eine ans Phlegmatische grenzende Gemütsruhe aus. Ronny Voth kommt aus Rostock, spielt erst seit sieben Monaten Live-Poker und sitzt nach seinem ersten Cash im Main Event im Highroller-Turnier.

Ein Live Satellite, ein Cash im Main Event und gleich mal ins High Roller Event. Das ist das Ergebnis von reichlich sechs Monaten Pokererfahrung.

Ronny, Du besitzt nicht einen einzigen Hendon Mob-Eintrag und spielst jetzt das €10k High Roller-Event der EPT Berlin. Ist das klug oder bankrolltechnischer Wahnsinn?

Es läuft seit Tagen gut für mich. Erst hab ich mich in der Spielbank bei einem €220er Satellite mit unlimited Rebuys, für das Main Event qualifiziert, und das ohne Rebuy.

Dann war ich lange Zeit unter den Chipleadern und bin dann als 50. für 15.000 Euro auszuscheiden. Und nun stecken eben zwei Drittel davon im High Roller Event.

Man muss die Welle reiten, solange man auf ihr steht, und Geld verdienst du nur, wenn du was investierst.

Und nun hast du gar keine Angst, dass du von den Top Pros eine Lektion erteilt bekommst?

Alle bekommen zwei Karten. Und ich fürchte mich vor niemandem. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Rostock

Da kommt dir wohl dein hanseatisches Gemüt zugute?

So ist es. Mein Blut bringt das nicht sonderlich in Wallung. 

Kaufmännisch weise ist der Entschluss wohl trotzdem nicht. Immerhin erzählt man sich über dich, dass du erst seit einem halben Jahr live pokerst?

Gut, das stimmt. Vorher hab ich ein bisschen im Internet gegambelt. Aber eigentlich wollte ich live spielen und da ist Rostock eine Wüste.

Vor sieben Monaten bin ich also genau aus diesem Grund nach Berlin gezogen. Ich wohne nun in der unmittelbaren Umgebung der Spielbank, um den Weg so kurz wie möglich zu halten. 

Wie kannst du dir das leisten? Bist du so gut oder bist du so wohlhabend?

Beides (lacht). Nein, ich habe früher im Sicherheitsgewerbe gearbeitet und bin jetzt in der Solarbranche als Verkaufsmanager tätig. Finanziell geht’s mir gut und ich habe viel Freizeit.

Deswegen spiele ich eigentlich täglich. Und zwar live. Welcher der hier sitzenden Pros kann das schon von sich behaupten?

Ronny Voth

Du bist also voller Selbstvertrauen in die Turniere gegangen?

Ja klar. Beim Main Event war der Final Table mein erklärtes Ziel. Das hat nicht geklappt. Deswegen versuche ich es eine Etage höher einfach noch mal.

Wie sieht die Zukunft von Ronny Voth aus?

Ein bisschen arbeiten und viel pokern.

Wird man dich bei der nächsten EPT in Monte Carlo sehen?

Das ist das Ziel. Ich versuche mich zu qualifizieren. Falls das nicht klappt, kaufe ich mich vielleicht sogar ein.

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