EPT Berlin Tag 1B – Weltmeister und Gangster-Rapper

Pius Heinz
Mit Spannung erwartet - der Auftritt von Pius Heinz.

Nach enttäuschenden Teilnehmerzahlen zu Beginn startet der Main Event richtig durch. Es kam zu überraschenden Auftritten, kuriosen Händen und einen überraschenden Comeback.

502 Spieler kamen und sorgten damit dafür, dass 745 etwa so viele Spieler dabei sind wie im letzten Jahr.

Einmal mehr versuchen eine Reihe von Titelgewinnern, den Bann zu brechen und als erster zwei EPT Main Events zu gewinnen. Von den deutschsprachigen waren dies zu Beginn des Tages Martin Finger, Sebastian Ruthenberg, Sandra Naujoks, Vladimir Geshkenbein und Tang Duc Nguyen.

Daneben versuchten sich u. A. aber auch Liv Boeree, Titelverteidiger Ben Wilinofsky, Max Lykov, Nicolas Chouity, Mickey Petersen, David Vamplew, Mike McDonald, Rupert Elder und Bertrand Grospellier.

Duhamel, Soulier
WSOP-Champion Jonathan Duhamel und Fabrice Soulier.

Mit dabei auch der aktuelle WSOP-Champion und Weltmeister Pius Heinz sowie sein Vorgänger Jonathan Duhamel aus Kanada.

Bortis Becker ist erwartungsgemäß ebenfalls wieder zu seinem Heimturnier angetreten, einen Überraschungsauftritt gab es dagegen von Sido, der nach seinen Auftritten bei der TV Total Pokernacht von PokerStars eingeladen wurde.

Er schied mit Assen gegen Könige aus und gab uns danach ein knallhartes Interview.

Asse, Könige, Damen – aus für Heinz

Pius Heinz wird nach seinem Sieg im Main Event der WSOP auf einen zweiten Major Titel weiter warten müssen. Er schied nach einer verrückten Hand und drei pre-Flop All-ins aus.

Bei Blinds 400/800/100 eröffnete Heinz auf 1600 und erhielt einen Re-Raise von Ali Azabdaftar auf 4000. Bahadir Kilickeser bezahlte beide Bets, und Heinz ging daraufhin mit 21.000 Chips all-in. Azabdaftar beantwortet dies mit einem weiteren All-in für 70.000, und Kilickeser bezahlte ebenfalls mit seinen restlichen 51.000!

Heinz: Q-Q, Kilickeser: K-K, Azabdaftar: A-A. Flop: K-4-3, Turn 6, River K! Kilickeser fand Quads, nahm den Weltmeister vom Tisch und knackte die Asse. Alles in einer Hand.

Heinz, Helppi
Juha Helppi und Pius Heinz.

Gute Runs für gute Spieler

Es ist eine Binsenweisheit, dass Können nicht genügt, um ein großes Turnier zu gewinnen. Das bestätigten heute u. A. auch Triple Crown Träger Jake Cody und Kevin MacPhee. Beide sind ohne Frage Klassespieler, aber ihre Stacks verdankten sie heute nicht unbedingt ihrer ausgefeilten Strategie.

Cody beantwortete z. B. einen Raise (von Sebastian Brombacher) auf 1800 und einen Call (von Ali Azabdaftar, s.o.) mit einem Squeeze auf 6000. Und das mit einer marginalen Hand wie Q-8 in Karo, die sich post-Flop nicht so einfach weiterspielen lässt.

Auf dem Flop 3-5-3 setzte Brombacher noch einmal 10.000 an, und Cody wählte die All-in-Variante, um seinen Gegnern die Entscheidung zu lassen. Azabdaftar gab seine Hand auf und behauptete, es handle sich um Könige, Brombacher hatte bereits Call annonciert und staunte nach dieser Ansage nicht schlecht, während er seine schwarzen Pocket Damen zeigte.

Nach einer Neun auf dem Turn brachte der River mit einer Karo Sieben Cody tatsächlich den Flush, Brombacher war ausgeschieden und verließ den Saal, nicht ohne Cody und Azabdaftar mit ein paar gesalzenen Kommentaren zu bedenken.

Auch Kevin MacPhee benötigt ab und zu Hilfe von Fortuna. Der Amerikaner hatte den Event bei seiner ersten Auflage 2010 gewonnen. Heute schaltete er den bereits shorten Johannes Hoffmann aus.

Mit Pocket Zweien hatte er gegen Hoffmanns Sechsen keine allzu guten Chancen. Auf dem Flop A-6-4 waren diese sogar noch deutlich geringer geworden. Turn 3 und River 5 brachten ihm aber noch die Straight, und während Hoffmann den Turniersaal verließ, erklärte „lucksac“ MacPhee, er fühle sich wieder sehr wohl in Berlin.

Die Rückkehr des Ulusu

Ulusu
Cengizcan Ulusu - Der Mann mit den Würfeln.

Im Jahr 2009 machte Mike McDonald nicht nur Schlagzeilen, weil er die EPT in Dortmund gewann. Er war auch in die verrückteste Hand des Finaltisches verwickelt.

Mit Königen war McDonald all-in gegangen, stand Cengizcan Ulusu, der erste türkische Spieler an einem EPT-Finaltisch, vor der Entscheidung, seinen gesamten Stack zu riskieren.

Er zog eine Münze aus der Tasche, warf sie, besah sich das Ergebnis, annoncierte dann „Call“, zeigte K-2s, verlor und schied aus. Die Szene ging damals durch alle Pokermedien und sorgte für viel ungläubiges Kopfschütteln.

Jetzt ist Ulusu wieder da, und heute nahm er dann gleich Ex-Weltmeister Jonathan Duhamel vom Tisch. Nach All-ins von Duhamel und Fabrice Soulier bezahlte er ganz locker mit Pocket Achten. Duhamel hielt A-J, Soulier ein schlechteres Ass, und beide verfehlten das Board komplett.

Statt der Münze hat Uusu nun ein Paar kleine Würfel dabei, mit denen er seine Spielzüge auszuwürfeln scheint.

Was zur Folge hat, das Ulusu den Chiplead übernehmen konnte und nun fast 250.000 Chips zur Verfügung hat, mit denen er möglicherweise zu einem weiteren Husarenritt ansetzen könnte.

Mario Puccini liegt mit fast 200.000 ebenfalls in den Top Ten des Chipcounts.

Beide WSOP-Champions sind damit nicht mehr dabei. Ihr Schicksal teilten u. A. Tobias Reinkemeier, Marc Gork, Johannes Strassmann, Ben Wilinofsky, Johnny Lodden, Andrey Pateychuk, Marvin Rettenmaier, Roberto Romanello, Mike McDonald, Ville Wahlbeck, Liv Boeree, Michael Tureniec, Rino Mathis, Eugene Katchalov, Lex Veldhuis.

Preispool, Payouts und Bigstacks

112 Spieler erreichen die Geldränge und kassieren mindestens €7500. Auf den Sieger entfallen €825.000, auf den Zweiten €500.000 und auf den Drittplatzierten €290.000.

Zu den bekannten Namen, die um 12 Uhr mittags wieder antreten werden, gehören z. B. William Molson, Bertrand Grospellier, David Kitai

Den gesamten Chipcount finden sie hier im PokerStars-Blog.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare