EPT Berlin Tag 4 – Zum letzten Tisch

Ben Wilinofsky
Ben Wilinofsky. Photo: Neil Stoddart.

Vom Chipleader zum Bubble Boy – Daniel Pidun. Martin Jacobson erreicht zum vierten Mal einen EPT-Finaltisch. Ein Kanadier führt.

Bei bestem Berliner Frühlingswetter ging der Main Event der PokerStars EPT Berlin am Samstag in die vorletzte Runde. Erwartungsgemäß suchten die kleineren Stacks von Anfang an eine schnelle Entscheidung. Dementsprechend schieden schon in den ersten zwei Stunden mehrere Spieler aus.

Einer, der sich dagegen noch einmal erholen konnte, war Jonas Gutteck, der als 22. von 24 Spielern in Tag 4 gestartet war, aber den Finaltisch erreichte. Für den 30-jährigen aus Berlin der erste internationale Finaltisch.

Ganz anders verlief der Tag von Daniel Pidun, der gestern unwiderstehlich durch das Feld gepflügt war und als Chipleader antrat. Sein Stack schrumpfte über den Tag kontinuierlich, und bei  noch elf Spielern fand sich Pidun als Shortstack am Ende des Feldes wieder. Am Ende des Tages war er der unglückliche Final Table Bubble Boy. Er saß zwar am letzten Tisch, darf sich aber nicht als Finalist bezeichnen.

Seine letzte Hand verlor er mit Pocket Damen gegen die Asse von Armin Mette, dem dritten und letzten Deutschen am Finaltisch. Die Herz Dame auf dem Turn gab Pidun zwar ein Set, vervollständigte aber auf dem reinen Herz-Board auch einen Flush für Mette. Zum Full House reichte es dann für Pidun nicht mehr.

martin jacobson
Unglaublicher Lauf - Martin Jacobson. Photo: Neil Stoddart.

Mette hat zwar keine internationalen Erfolge vorzuweisen, ist aber ein renommierter Internetspieler, hochkarätiges Mitglied von PokerStrategy und u. A. ehemaliger Gewinner der Monthly Million auf PartyPoker sowie Runner-up des ersten GCOOP Main Events.

Bemerkenswert ist vor allem die Leistung von Martin Jacobson. Einem zweiten Platz bei der WPT Venedig 2009 folgten in jüngerer Vergangenheit zweite Plätze bei den EPT Main Events in Vilamoura und in Deauville. In Kopenhagen erreichte er im Februar Platz 33, und erst im letzten Monat wurde er Dritter der Nordic Championship in Stockholm. Hinzu kommt ein dritter Platz bei der EPT Budapest im Jahr 2008.

Mit drei deutschen Spielern am Finaltisch verspricht die finale Jagd auf den Titel und dieses Bracelet eine spannende Angelegenheit zu werden. Etwas unglücklich für das Turnier ist jedoch, dass vor allem gestern viele große Namen die Segel streichen mussten.

Sebastian Ruthenberg (96.), Giuseppe Pantaleo (37.), Thorsten Schäfer (28.) und George Danzer (26.) hatten bei den einheimischen Fans viele Hoffnungen geweckt. Peter Eastgate (95.) als Ex-Weltmeister, Roberto Romanello – Gewinner der WPT Bratislava und der EPT Prag im Dezember -, Maxim Kolosov (36.) und Mario Adinolfi (22.), die beide bei der WPT Wien am Finaltisch saßen, und Kevin Stani (45.), sie alle hätten für Sensationen sorgen können.

So führt morgen der ebenso unbekannte wie unbeschwerte Kanadier Ben Wilinofsky das auf acht Spieler geschrumpfte Feld in den letzten Tag, direkt gefolgt von Max Heinzelmann, mit dem wir gestern ein Videointerview geführt haben, das sehr anschaulich zeigt, wie man es nicht machen sollte.

Ein guter Gradmesser für die Wertigkeit eines EPT Events ist auch die Zahl der Spieler, die am High Roller Turnier teilnehmen. Spitzenreiter bei diesen Events ist unangefochten das High Roller Event Anfang dieses Jahres bei der EPT PCA auf den Bahamas mit 151 Spielern.

Dagegen war der Event in Kiew – mit €20.000 Buy-in etwas optimistisch hoch angesetzt – mit seinen gerade mal drei Teilnehmern bereits ein erster Hinweis darauf, dass die EPT dorthin wohl nicht wieder zurückkehren würde.

Das Turnier in Berlin liegt mit 48 Spielern im oberen Mittelfeld. Das Startgeld liegt bei €10.300, und das scheint für einen Event dieser Größe auch eher angemessen. Außerdem ist es hochkarätig besetzt: Sebastian Ruthenberg, Tobias Reinkemeier, William Thorson und Michael Tureniec aus Schweden, Bertrand Grospellier und der Finne Juha Helppi, der hier gerade erst das Heads-up Side Event gewonnen hat, zählen zu den Teilnehmern.

Die Chipcounts vor dem Finale der EPT Berlin 2011:

  1. Ben Wilinofsky, Kanada, 5.225.000
  2. Maximilian Heinzelmann, D, 4.970.000
  3. Vadzim Kursevich, Weißrussland, 4.345.000
  4. Darren Kramer, Südafrika, 2.235.000
  5. Martin Jacobson, Schweden, 2.085.000
  6. Armin Mette, D, 1.060.000
  7. Jonas Gutteck, D, 1.025.000
  8. Joep van den Bijgaart, Holland, 1.025.000

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