Ben Wilinofsky gewinnt die EPT Berlin

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EPT Berlin Champion Ben Wilinofsky. Photo: Neil Stoddart.

Die PokerStars EPT Berlin 2011 ist vorbei und auch dieses Mal gibt es keinen deutschen Sieger. Auch wenn es denkbar knapp war, denn im Heads Up unterlag MTT-Spezialist Max Heinzelmann dem Kanadier Ben Wilinofsky, der seinen ersten Live-Cash überhaupt zu verzeichnen hatte. Ein kleiner Trost für die deutschsprachige Community war der Dreifach-Erfolg beim Highroller-Event.

Am Ende waren alle satt vom sechstägigen Poker-Marathon. Während sich am TV-Table Ben Wilinofsky aus Kanada für seinen EPT-Triumph feiern ließ, wurde am Final table des Highroller-Events Titel und Preisgeld verdealt, wie bei einem Sachpreisturnier. Phillip Gruissem (3.), Daniel Drescher (Sieger) und Sebastian Ruthenberg (Runner up) pokerten nur noch der Form halber das Turnier zu Ende.

Und Main Event Runner-up Max Heinzelmann stand schon als Railbird dabei und trank sein erstes Bier.

Der Adrenalinspiegel muss hoch gewesen sein bei dem MTT-Spezialisten aus der Nähe von Stuttgart, denn der Tag hielt eine beispiellose Achterbahnfahrt bereit. Schon in der ersten entscheidenden Hand des Tages war der Schwabe gegen den Chip-Dominator Ben Wilinofsky aus Kanada gerannt und hatte zwei Drittel seines gar nicht so schlechten Stacks eingebüßt.  Danach hatte der Kanadier 10 Millionen Chips zusammen, nicht viel weniger, als der übrige Tisch zusammen (ca. 13 Mio.)

Dann platzten die Berliner Träume vom Sieg eines Lokalmatadors. Jonas Gutteck, der 30-jährige Student der Wirtschaftswissenschaften schaffte zwar seinen dritten Cash bei seiner vierten EPT, doch für den ganz großen Wurf reichte es auch dieses Mal nicht. Letztes Jahr war es der 21. Platz bei seiner Heim EPT, dieses Mal Platz 8. Jonas pushte als Short-Stack seine verbliebenen 670.000 Chips mit J 9. Im Big Blind wachte Max Heinzelmann mit K K auf und der machte auf dem 2 T K K 6-Board sogar noch die Quads.

Auf Platz 5 verabschiedete sich dann auch der zweite Deutsche aus dem Titelrennen. Poker-Stratege Armin Mette trat ausgerechnet gegen den Chip-Dominator Ben Wilinofsky an. Und der 25-Jährige hatte mit 2 2 vs. A K zumindest den Coinflip. Der Flop wurde dann aber mit 5 4 A gedealt und Turn und River brachten die letzten zwei Asse aus dem Deck - A A. Somit bustete auch der Deutsche Nr. 2 gegen Quads.


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Runner-up Max Heinzelmann. Photo: Neil Stoddart.

Für Mette sind die 180.000 Euro der erste signifikante Live-Cash überhaupt. Zwar spielt der Heidelberger bereits seit fünf Jahren Poker aber fast ausschließlich Online-MTTs. In Berlin nahm Armin, der ebenfalls bei Pokerstrategy aktiv ist an seiner ersten EPT und seinem erst fünften größeren Live-Turnier teil. In einer ersten Reaktion zeigte sich Armin von dem was er in den vergangenen Tagen erlebt hat, durchaus beeindruckt: „Ich musste mich ganz schön umstellen auf die Anforderungen des Live-Spiels. Gerade das Zählen der Bets bringt einen immer wieder aus dem Konzept. Am Final Table bin ich dann super-tight aufgetreten und habe wohl auch nicht alle signifikanten Spots optimal gespielt. Aber für meine erste EPT kann sich das Ergebnis sehen lassen.“

Sehen lassen können sich in jedem Fall auch die Ergebnisse des Schweden Martin Jacobson in Season 7 der EPT. Rang 2 bei der EPT Vilamoura für €297.985, Rang 2 in Deauville für €560.000 und nun Rang 4 bei der EPT Berlin. Auch er, den man für den stärksten Spieler des Final Table gehalten hatte, konnte gestern gegen das Glück von Lucky Max nichts ausrichten. Der Deutsche hatte mit 6 6 gepusht und Jacobson mit A K gecallt.  Das Board brachte 5 5 3 2 7 und für den starken Schweden das Aus.

Nach dem Bustout des Weißrussen Vadzim Kursevich blieben noch die beiden MTT-Grinder Max Heinzelmann und Ben Wilinofsky übrig. Und der letzte im Rennen befindliche Deutsche hatte zu diesem Zeitpunkt ein beispielloses Auf und Ab hinter sich. Nach seinem frühen Dämpfer gegen den Kanadier hatte er sowohl gegen Jacobson (Q J vs. J T bei einem Board von 5 J T 6 6) All in gestanden als auch später gegen Chipleader Wilinofsky (3 3 vs. K Q bei einem Board von 3 4 T 2 K).

Im Heads Up verließ Lucky Max dann allerdings sein Glück. In der entscheidenden Hand  standen die Kontrahenten nach einem Flop von 8 5 3 All-in. Ben zeigte mit 7 6 den Openender, Max mit 9 8 Top pair. Gleich am Turn schlug die 9 zur Straight für Ben ein, Max hatte noch Outs zum Full House, aber der River brachte den J und somit musste der sympathische Spieler aus Heubach mit Rang zwei und €500.000 vorlieb nehmen. Ben Wilinofsky hingegen gewann nicht nur Titel und €825.000 Siegprämie sondern auch ein Package für das Grand Final in Madrid sowie das neue Bracelet von Shamballa Jewels.

Für Max Heinzelmann bedeutet der zweite Platz von Berlin das Ende einer langen Frustration. 20 Main Events hatte er bis dato gespielt und erst einmal gecasht (41. Platz  EPT London 2009). Deutlich besser läuft es seit langem online, wo Heinzelmann die MTT`s massgrinded. Ein guter Bekannter von dort, das bestätigten die beiden Heads Up-Opponenten ist Ben Wilinofsky. Der hat mit dem Sieg von Berlin nun seinen ersten Live-Cash und damit auch seinen ersten Hendon Mob Eintrag überhaupt zu verzeichnen.

Auf der nächsten EPT wird man ihn wohl wieder sehen. Die findet zwischen 27. April und 3. Mai in San Remo statt.

Zum Schluss noch die (offiziellen) Payouts des Final table der EPT 2011:

1. Ben Wilinofsky, Kanada, €825.000
2. Max Heinzelmann, Deutschland, €500.000
3. Vadzim Kursevich, Weißrussland, €300.000
4. Martin Jacobson, Schweden, €230.000
5. Armin Mette, Deutschland, €180.000
6. Darren Kramer, Südafrika, €140.000
7. Joep van den Bijgaart, Holland, €100.000
8. Jonas Gutteck, Deutschland, €66.000

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santos 2011-04-11 14:24:44

in welchem jahrzehnt lebst du eigentlich? wird doch überall drüber gesprochen momentan, da sie das 'fuck' abkleben mussten. pokerlicious heißt die marke und hier hast du das unzensierte stück: http://www.pokerlicious.de/de/Shop/Pokerlicious/Kings/fuck-the-crisis--shirt.html

jonasB 2011-04-11 12:34:34

Weiß jemand von wem der geile Pulli vom Heinzelmann ist?