EPT Barcelona – Andre Lettau aus Deutschland gewinnt

Der Deutsche Andre Lettau gewann die EPT Barcelona 2014

Der Final Table des Main Events der EPT Barcelona war ein echter Pokermarathon. 13 Stunden lang kämpften die Spieler um den Sieg. Nachdem der Italiener Andrea Dato auf Platz 4 ausgeschieden war einigten sich die letzten Drei auf einen Deal. An diesem waren auch die beiden Deutschen Hossein Ensan und Andre "Dönig" Lettau beteiligt. Letzterer setzte sich dann auch im Heads-Up gegen den Amerikaner Samuel Phillips durch.

Mit Spannung erwartet und unter Beteiligung gleich dreier deutscher Spieler fand am Abend das Finale des 100. Main Events der European Poker Tour statt.

Was vor 10 Jahren hier in Barcelona begann, gipfelte in einem Turnier, das größer war als jedes andere EPT Main Event abgesehen von der PCA.

Acht Spieler nahmen das Turnier am letzten Tag noch einmal auf. Chipleader war der deutsche Hossein Ensan, ihm folgten Samuel Phillips aus den USA sowie die anderen beiden Deutschen Ji Zhang und André Lettau.

In der unteren Hälfte des Tableaus: Slaven Popov aus Bulgarien, Andrej Shatilov aus Russland, Kiryl Radzivonau aus Weißrussland und der erfahrene Profi Andrea Dato aus Italien.

Wegen der Größe des Teilnehmerfelds und der Menge der Chips im Spiel wurden die letzten beiden Spieltage ungewöhnlich lang.

Für den letzten Spieltag wurde das allerdings nicht erwartet, denn die Finalisten gingen mit einem Gesamtschnitt von 35 Big Blinds an den letzten Tisch.

Langsame Anfangsphase

Dennoch tat sich im ersten Level des Finaltags gar nichts. Die Spieler tasteten sich ab, ohne dass sich einer von ihnen eine Blöße gab.

Letztlich war es mit Slaven Popov der Spieler, der an den letzten beiden Tagen am meisten Aggressivität gezeigt hatte, der auch als erster den Tisch verlassen musste. Soviel zum Thema Aggressivität setzt sich durch.

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Die Finalisten des Jubiläumsevents.

Auf Ji Zhang lastete in Finale so etwas wie ein Fluch der guten Hand. Er verlor seinen Stack mit absoluten Premiumhänden: zwei Mal Pocket Damen sowie ein Flip mit A-K kosteten Zhang die Aussicht auf einen EPT-Titel.

Der Weißrusse Kiryl Radzivonau war der nächste, der den Tisch verlassen musste. Ihm folgte der starke Russe Andrej Shatilov, der nach seinem sechsten Platz bei der PCA einmal mehr knapp an einem großen Titel vorbeischrammte.

Andrea Dato hatte das Finale mit dem kleinsten Stack begonnen, dann aber konsequent seine ganze Erfahrung ausgespielt und nach und nach einen Spieler nach dem anderen hinter sich gelassen.

Datos Comeback endet, Deal!

Letztlich endete das Comeback des Italieners auf dem vierten Platz. Hossein Ensan bezahlte neun Millionen Chips mit A-7, um das All-in von Dato zu callen, doch dieser hatte nur A-2 vorzuweisen und fand keine  Hilfe auf dem Board.

Zu dritt entspann sich dann eine längere Debatte um einen Deal, die zunächst erfolglos beendet wurde. Verantwortlich dafür waren nach Aussage von Augenzeugen überzogene Ansprüche von André Lettau.

Nur eine Hand wurde dann wieder gespielt, bevor die Diskussion in die nächste Runde ging. Letztlich kam dann doch noch ein deal zustande, und die Gewinnprämien wurden folgendermaßen verteilt:

1. Samuel Phillips, €1.021.275, 2. André Lettau, €704.058, 3. Hossein Ensan, €653.667 bei verbleibenden €90k für den Turniersieger.

Hossein Ensan blieb letztlich der dritte Platz, nicht zu vergessen ein Sieg beim ersten Seniors Event der EPT, an dem Ensan nur teilnehmen durfte, weil er im Mai seinen 50. Geburtstag gefeiert hat.

Ensan verließ den Tisch mit dem Lächeln eines Mannes, der alles erreicht hat, was an diesem Tag möglich war.

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André Lettau (links) vor dem wichtigen Call, der zum Heads-up führt.

Bemerkenswert der Call von Lettau, nachdem Ensan auf einem Board A-K-6-8 all-in gegangen war. Lettau bezahlte schließlich mit K-Q und behielt Recht, denn Ensan hatte tatsächlich nur K-9.

Letzte Hand zu dritt: Nr. 131.

Episches Heads­-Up

Lettau ging mit deutlichem Vorsprung ins Finale, nachdem er sich Ensans Chips gesichert hatte. Das Verhältnis in Big Blinds zu Beginn des Duells: Lettau 95, Phillips 17.

Doch wer dachte, dass das Ganze nach dem Deal schnell vorbei sein würde, der hatte sich getäuscht.

Schon in der ersten Hand kam es zum All-in, aber Lettaus A-6 sah plötzlich nicht mehr besonders stark aus, da Phillips zwei Asse zeigte. Eine 6 auf dem Board reichte nicht für den Deutschen, und damit war der Chipvorsprung auch schon wieder dahin und es entwickelte sich ein episches Duell.

Obwohl es "nur" noch um $90.000 ging gaben die beiden alles und wollten unbedingt den Titel. Die Führung wechselte hin und her und es dauerte trotz sehr hoher Blinds sechs Stunden (!) ehe die Entscheidung fiel.

Andre hatte zuvor einige kleinere Pötte in Folge gewonnen und seinen Chiplead damit erneut auf 2 zu 1 ausbauen.

Dann ging Samuel Phillips mit 8 7 und seinen verbliebenen 13.9 Millionen All-In und Andre callte mit K T. Das Board brachte K 5 2 9 K und Andre Lettau stand als Gewinner der EPT Barcelona 2014 fest.

Andre, der online unter dem Nickname "Dönig" bekannt ist, zählt zu den erfolgreichsten deutschen Online-Turnierspielern und konnte bei seiner ersten EPT nun auch seinen ersten großen Liveerfolg feiern.

Die Payouts nach dem Deal:

1. Andre Lettau. Deutschland, €794.058*

2. Samuel Phillips, Mexico, €1.021.275*

3. Hossein Ensan, Deutschland, €653.667* 

4. Andrea Dato, Italien, €362.000

5. Andrej Shatilov, Russland, €286.000

6. Kiryl Radzivonau, Weisrussland, €224500

7. Ji Zhang, Deutschland, €171.600

8. Slaven Popov, Bulgarien, €121.300

*Deal der letzten Drei

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